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Themenbereich: Schlafen

Durchschlafen

Anonym

Frage vom 09.07.2017

Liebes Hebammen-Team,

unsere Tochter (23 Wochen alt) ist ein aufgewecktes, fröhliches Kind, dabei immer neugierig und ein kleines Temperamentsbündel. Sie hat sich bisher toll entwickelt und wird immer noch gestillt. Vor 2 Wochen haben wir mit der Beikost gestartet, was bislang ganz gut klappt. Weinen tut sie nicht häufig - ausser beim schlafen gehen. Und das ist bei uns von Anfang an schwierig gewesen. Sie war schon immer eine schlechte Schläferin, ist nur schwer eingeschlafen und vom Durchschlafen sind wir weit entfernt. Immerhin hat sie nachts gelegentlich mal 4 bis 5 Stunden am Stück geschlafen und ist dann ohne Probleme wieder eingeschlafen. Tagsüber ist es eher schwierig gewesen, da wir auch nie wirklich einen Rhythmus hatten - weder beim Stillen noch beim Schlafen. Vor gut zwei Wochen haben wir auf Anraten einer Hebamme damit begonnen, einen regelmäßigeren Tagesablauf mit festeren Schlafzeiten einzuführen. Das klappte in der ersten Woche zumindest beim Einschlafen sowohl nachts wie auch tagsüber ganz gut, das Durchschlafen war weiterhin nicht drin, aber sie hat wenig gequengelt. Seit einer Woche hat sich das Schlafengehen jedoch nochmal extrem verschlechtert: Sie quält sich tränenreich nur auf dem Arm mit Schnuller in den Schlaf. Wenn es gut läuft, dauert das nur ein paar Minuten, kann aber auch schnell mal eine halbe Stunde in Anspruch nehmen. Sie schläft dann mit Glück 1,5 bis 2 Stunden, wird wieder wach und wir fangen von vorne an. Wenn ich sie abends vor 20:00 Uhr hinlege, ist sie dann auch gerne mal wieder bis zu 3 Stunden wach... Schlafen tut sie zuerst tief und fest, im späteren Verlauf der Nacht zunehmend unruhiger. Spätestens morgens um 08:00 Uhr stehen wir auf - egal wie schwierig die Nacht auch war. Oft muss ich sie dann aus dem Schlaf holen und wecken. Stillen tue ich sie nur noch alle drei bis vier Stunden, so dass sie sowohl tagsüber als auch abends möglichst nicht über die Brust zum einschlafen kommt. Ins Bett bringen kann auch nur ich sie, beim Papa weint sie sich in Rage..

Allmählich schwinden meine Kraft und mein Durchhaltevermögen. Ich gehöre auch nicht zu den Müttern, die ihr Kind schreien lassen. Gibt es eine sanftere Methode, dass unsere Kleine bald zu einem besseren Schlaf findet?

Herzlichen Dank und viele Grüße

Antwort vom 13.07.2017

Hallo!
In erster Linie sollten erst einmal Sie zu ausreichendem Schlaf kommen, damit Sie Kraft tanken können, denn nach diesen ersten langen Monaten der Dauerbetreuung zeigen sich deutlich die Grenzen von jeder Mutter. Das bedeutet sich Unterstützung zu suchen, die Ihnen die Möglichkeit gibt, Schlaf und Auszeit nachzuholen. Dazu braucht es mindestens Absprachen mit dem Partner für Zeiten am Morgen, am Abend, am Wochenende oder z.B. auch mal an eingefügten Urlaubstagen. Das erste Jahr mit einem Kind ist besonders, auch in der Belastung, und es ist wichtig, bewusste Regenerationszeiten zu schaffen. Das bedeutet meistens nicht, einen großen Urlaub zu planen, sondern den Alltag so erträglich wie möglich zu machen. Sie beschreiben Ihre Tochter als fröhlich und gut entwickelt, aber das sogenannte "Durchschlafen" ist ein Thema für Sie. "Durchschlafen" in dem Alter Ihrer Tochter bedeutet ein ungestörter Schlaf von ca. 5 Stunden. Das hört sich nicht viel an, aber viel mehr ist häufig nicht zu erwarten, auch nicht in den nächsten Monaten. Und das macht sie anscheinend immer mal wieder. Es geht nachts viel mehr um das erneute Einschlafen. Und dazu brauchen alle Kinder noch lange Hilfe. Das Angebot von regelmäßigen Schlafenszeiten einzuführen ist eine gute Idee, aber gerade zu Beginn ist es sinnvoll sich auch daran zu orientieren, welchen Rhythmus Ihre Tochter schon hatte bisher. Wenn sie bisher vor 20 Uhr nicht eingeschlafen ist, dann macht es keinen Sinn, die Schlafenszeit willkürlich vorzuverlegen. Wenn sie morgens gerne länger schläft, sollten auch Sie diese Zeit zum Schlaf nachholen nutzen. Ich empfehle Ihnen also, nicht alles auf einmal zu verändern zu suchen. Tagsüber das Angebot von regelmäßigen Schlafenszeiten (meistens alle 11/2-2 h nötig) einüben und beobachten, welche Maßnahmen funktionieren ist schon anspruchsvoll genug, wobei es umso hilfreicher ist, je weniger Sie sich unter Druck setzen, weil Sie meinen, dass Ihre Tochter Durchschlafen und alleine Einschlafen `können müsste`! Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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