Themenbereich: Stillen allgemein

"Wunde Brustwarzen"

Anonym

Frage vom 11.10.2000

Meine Brustwarze ist wund. Gibt es eine Creme die ich verwenden kann ?
Wenn ich meinem Baby die Muttermilch mit der Flasche füttern möchte, wieviel ( in ml ) darf er ungefähr trinken ? Und ist es in Ordnung wenn ich die Muttermilch abpumpe und mit der Flasche füttere ?

Ausserdem hat mein Sohn seit zwei Tagen Probleme beim Einschlafen. Er schreit sehr viel und will einfach nicht schlafen. Kann es sein das er schon jetzt Koliken oder Bauchschmerzen hat und was kann ich dagegen tun ?

Für Ihre Beantwortung bedanke ich mich im voraus.

Anonym

Antwort vom 11.10.2000

Zunächst einmal möchte ich Ihnen raten sich eine Nachsorgehebamme zu suchen, die Sie dann zuhause beraten kann und auf Ihre individuellen Bedürfnisse eingehen kann. Adressen bekommen Sie unter www.hebammensuche.de oder Sie können sich bei Ihrer Entbindungsklinik nach Hebammen erkundigen, die in der Nachsorge tätig sind. Die Kosten für die Nachsorge werden von den Krankenkassen übernommen.
Gegen die wunden Brustwarzen sollten Sie nach Möglichkeit keine Creme verwenden, sondern die Warzen trocken halten. Auch eine Bestrahlung mit Rotlicht (drei- bis viermal täglich 5 - 10 Minuten) ein häufigeres stillen (dann sind zum einen die Brüste nicht so prall und Ihr Sohn kann die Brust besser "fassen" und zum anderen ist das Kind noch nicht so hungrig als dass es sehr gierig trinkt), manche Hebammen empfehlen auch vor dem Stillen eine warme Auflage auf die Brust zu legen, dadurch kommt die Milch schon etwas ins fließen und das Kind muss nicht ganz so heftig saugen. Vom Cremes möchte ich Ihnen abraten, da es hier zu noch empfindlicheren Brustwarzen kommen kann. Versuchen Sie bitte auch die Stillposition etwas zu variieren, vielleicht liegt die Ursache der wunden Warzen in einer nicht ganz richtigen Anlagetechnik Ihres Sohnes. Fragen Sie hierzu auch noch Ihre Hebamme um Rat.
Wenn Sie nicht direkt stillen möchten, sondern es angenehmer finden zunächst die Milch abzupumpen und dann im Fläschchen zu geben (was doppelte Arbeit ist!) können Sie dies natürlich machen. Es gibt durchaus Frauen, die so stillen und dies als einfacher empfinden. Meines Erachtens nach ist dies allerdings mit sehr viel mehr Stress verbunden. Nach den ersten Anfangsschwierigkeiten lässt sich das Problem mit Hilfe einer guten Stillberatung beheben. Wie viel Milch Sie abpumpen und wie viel Milch Ihr Sohn pro Mahlzeit bekommt hängt auch von seinem Stillrhythmus ab. Generell kann man sagen, dass ein Kind nach den ersten zwei Lebenswochen Tagesmengen von etwa ein siebtel bis ein sechstel seines Körpergewichtes zu sich nehmen sollte. Diese Regelung gilt bis zu einem Gewicht von ca. sechs Kilogramm, danach bleibt die tägliche Trinkmenge mit wenigen Schwankungen konstant zwischen 800 und 1000 ml am Tag.
Gegen Bauchschmerzen Ihres Sohnes können Sie unterschiedliche Dinge tun: eine Fuß- oder Bauchmassage mit etwas Kümmelöl (oder ein "Vier-Winde-Öl" aus Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander), fragen Sie hierzu bitte Ihre Hebamme um Rat. Zudem lassen sich einige Kinder durch Wärme (ein warmes Kirschkernkissen oder eine kleine Wärmflasche) gut beruhigen. Gerade wenn Ihr Sohn bestimmte Schreistunden hat, kann es sein, dass ihm gut durch ein homöopathisches Medikament zu helfen ist. Fragen Sie hierzu bitte Ihre Hebamme oder einen homöopathisch ausgebildeten Arzt um Rat. Zunächst einmal sollten Sie aber auch Ihre Ernährung überdenken: alles was Sie zu sich nehmen gelangt über die Muttermilch auch zu Ihrem Sohn und kann dadurch zu Blähungen oder Unruhe führen. Vermeiden Sie daher in den nächsten Wochen alles was bei Ihnen oder dem Vater des Kindes zu Blähungen führt. Auch Kaffee, schwarzer oder grüner Tee und Pfefferminztee in großen Mengen kann zu Unruhe führen. Falls die genannten Tipps nicht helfen, melden Sie sich bitte nochmals bei uns.

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