Themenbereich: Stillen allgemein

"5Monate alt-will mind. 14mal tägl. gestillt"

Anonym

Frage vom 13.09.2003

Hallo! Unsere Tochter ist jetzt 5Monate alt und will mind. 14mal tägl. gestillt werden. Sie trinkt grundsätzlich nur an einer Brust. Die zweite Brust wird verweigert. Sie wiegt 7140g(knapp über der 50.Perz.)und wirkt sonst zufrieden. Sie uriniert ausreichend und setzt jeden 4.Tag einen Stuhl ab. Sie kommt in der Nacht 6mal seit anfang August und meine Kräfte sind bald am Ende. Mein Kinderarzt rät zum zufüttern und abends ein Flascherl. Ich habe aber Polyallergien und meine bedenken!Was
kann ich tun um die Stillzeiten zu verlängern und die Nächte nicht zum Tag werden? Danke

Anonym

Antwort vom 13.09.2003

-Es ist wirklich ausgesprochen anstrengend, über einen so langen Zeitraum so häufig zu stillen. Deshalb sollten Sie so schnell wie möglich eine stillfreundliche Lösung finden, damit Sie die Stillzeit wieder genießen können, ohne künstliche Säuglingsnahrung zuzufüttern. Ihrem Durchhaltevermögen gehört alle Bewunderung! Meistens liegt die Lösung nicht im Zufüttern künstlicher Säuglingsnahrung, sondern darin, nach den Ursachen für das Trinkverhalten Ihrer Tochter zu suchen. Möglicherweise trinkt sie nicht lange genug, sodass sie nicht in den Genuss der fettreichen Hintermilch kommt. Zu Beginn einer Mahlzeit trinken die Kinder die Vordermilch, die sich in dem Sammelbecken der Milchseen zwischen den Mahlzeiten angesammelt hat. Die Vordermilch ist durstlöschend und relativ kalorienarm. Einige Minuten später setzt der Milcheinschuss ein, den manche Frauen als ein leichtes Kribbeln oder Ziehen in den Brüsten empfinden. Jetzt erhält Ihr Baby die kalorienreiche Hintermilch aus den Reservoirs der Milchbläschen. Falls Ihre Tochter nur kurze Zeit trinkt, erhält sie diese sättigende Milch nicht und wird schnell wieder hungrig. In diesem Fall muss sie länger trinken, um satt zu werden. Probieren Sie auch noch einmal, beide Seiten anzulegen oder mehrfach von einer Seite zur anderen zu wechseln. Wickeln Sie die Kleine zwischendurch, falls sie beim Trinken einschläft. Wechseln Sie die Seite, sobald Ihre Tochter aufhört zu saugen. Sie können den Milchfluss fördern, indem Sie vor dem Stillen einen warmen Waschlappen oder ein warmes Kirschkernsäckchen auf die Brust legen. Versuchen Sie, einen regelmäßigen Tagesrhythmus zu finden. Vielleicht benötigt Ihre Tochter momentan mehr Ruhe oder weniger Aktivitäten außer Haus. Die Saugbereitschaft des Kindes und die Milchbildung können Sie fördern, indem Sie Ihrer Tochter viel Körperkontakt bieten, z. B. durch das Tragen im Tragetuch oder Tragesack, das gemeinsame Schlafen im Familienbett und tägliche Körpermassagen.
Setzen Sie sich vor allem so schnell wie möglich mit einer Hebamme oder Stillberaterin vor Ort in Verbindung, die mit Ihnen nach den Ursachen für das Trinkverhalten Ihrer Tochter forscht und Sie in Ihrem Stillwunsch unterstützt. Sie kann sich den Verlauf einer Stillmahlzeit anschauen und gegebenenfalls Vorschläge machen, welche die Situation erleichtern.
Adressen von freiberuflichen Hebammen erhalten Sie bei Ihrer Entbindungsklinik oder beim Gesundheitsamt. Kontakt zu Stillberaterinnen: Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS): www.afs-stillen.de, La Leche Liga (LLL), www.lalecheliga.de, Adressen von Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC: www.bdl-stillen.de
Buchtipp: Sabine Koopmann, 100 Fragen: Richtig Stillen, rororo Nr. 61713

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