Themenbereich: Stillen allgemein

"Wie füttert man am Besten zu?"

Anonym

Frage vom 29.09.2005

Hallo!
Da ich seit beinahe fünf Wochen stille und meine Brustwarzen von Anfang an und immernoch wund sind, wurde mir nun empfohlen zuzufüttern, da meine Tochter auch mehr zunehmen sollte. Verschiedene Stillpositionen und den Mund öffnen haben nicht den nötigen Erfolg gebracht, so dass ich also jedes Mal vor dem Stillen einen Horror habe. Nun sollen die Brustewarzen durch das Zufüttern etwas geschont werden, aber gleichzeitig soll ich auch abpumpen, damit die Milchproduktion weitergeht.
Meine Frage ist nun, wie ich am besten zufüttere. Gebe ich zuerst die Brust, pumpe die zweite Hälfte ab und geb dann das das Abgepumpte und danach dann die Flasche? Oder was würden Sie mir empfehlen? Und wieviel sollte die Zufütterung mengemäßig ausmachen?
Herzlichen Dank im Voraus!
Felicitas

Anonym

Antwort vom 29.09.2005

Hallo, wenn Sie weiter alle 2-4 std stillen , dann abpumpen und dann zufüttern, werden die Warzen nicht unbedingt geschont. Wenn ich Frauen in der Nachsorge, mit nicht heilenden Warzen, betreue, das Ansauen korrekt ist...und trotzdem das Stillen fast unerträglich ist, empfehle ich ein paar Tage mal nur zu pumpen. Eine Handpumpe von Avent, die Neue von Medela oder Ameda sind hier die Besten.
Sie pumpen alle 2-3 h sinnvollerweise mind. 30 min., damit ausreichend Hormone ausgeschüttet werden.
Wenn die MM reicht, brauchen Sie nichts zufütttern, wenn nicht, gibt es hinterher eine Premilch.
Wenn die Warzen nicht mehr wehtun, können Sie langsam wieder eine Mahlzeit anlegen. Je nachdem, ob das Kind beide Seiten pro Mahlzeit braucht, können Sie die andere Abpumpen und evtl. noch nachfüttern, damit das Kind an Gewicht zulegt. Oft reicht es dies eine Woche zu machen und dann sind die Kinder kräftig genug, alleine zu trinken.
Sie können die Milchmenge durch Haferflocken, Getreidekaffee, Malzbier und alkoholfreies Weizenbier steigern. Silicea D12 als Schüsslersalz hilft bei allen Mangelzuständen 10 Tabl. morgs in Wasser aufgelöst schluckweise trinken. Es gibt auch etl. homöop. Mittel die bei Milchmangel helfen, oder auch bei schlechtem Gedeihen.Im Stillbuch von Hannah Lothrop finden Sie Tipps und homöop. Mittel.
Da das Kind anscheinen nicht so ganz gut zugenommen hat, noch ein paar Anmerkungen zu gutem Gedeihen . Wichtige Faktoren neben Gewichtszunahme sind, Ausscheidung, Entwicklung, Wachstum und Vitalität .Die normale Gewichtszunehme in den ersten 3-4 Monaten ist zwischen 114-227g pro Woche( wobei man vom niedrigsten Gewicht nach der Geburt ausgeht d.h. Gebgewicht - 10%) Der Längenwachstum ist in 4 Wochen 2,5cm der Kopf wächst im gleichen Zeitraum ca 1,27 cm. Ab dem 3-4. Lm verlangsamt sich die Gewichtszunahme gewöhnlich auf 85-142g pro Woche und ab dem 6.Lm. auf 42-85g pro Woche.

Dann gibt es aber auch eine langsamere Gewichtszunahme :
-häufige Mahlzeiten
-aktives Saugen und Schlucken
-regelmäßig einsetzende Milchspendereflexe bei der Mutter
-blasser Urin mit sechs oder mehr nasse Winden in 24h
-dünner oder weicher Stuhlgang, im Rahmen der normalen Häufigkeit
-das Kind ist lebhaft und munter
-unauffällige verlaufende Entwicklung beim Baby
-guter Muskeltonus und gute Hautspannung
-gleichmäßige Gewichtszunahme, aber unter dem Durchschnitt

IM UNTERSCHIED ZU EINER GEDEIHSTÖRUNG:

Gedeihstörung nach dem ersten Lebendsmonat:
-Gewicht unter der 30. Perzentile
-Abfallen der Wachtumsrate von Länge und Kopfumfang
-Anzeichen von Mangelernährung, Austrocknung, eingesunkene Fontanelle, graue Blässe, Teilnahmslosigkeit, fehlende Fettschicht unter der Haut, stark riechender Urin, unzureichender Stuhlgang
-Entwicklungverzögerung
-seltenes oder /und wirkungsloses Saugen
-seltener Milchspendereflex
-ungleichmäßige oder fehlende Gewichtszunahme

Solten Sie Anzeichen einer GEDEIHSTÖRUNG feststellen MUSS sofort zugefüttert werden.
Ich hoffe ich konnte Ihnen hiermit den genauen Unterschied ausreichend aufzeichnen. Und Ihnen die Entscheidung, ob Sie zufüttern müssen ein bißchen erleichtern. Falls noch offene Fragen vorhanden sind, einfach wieder schreiben.

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