Themenbereich: Geburtseinleitung / Geburtsbeginn

"Muss ich bei Gestationsdiabetes einleiten lassen?"

Anonym

Frage vom 27.12.2007

Hallo liebes Hebammenteam!

Ich bin in der 38. Woche + 4 in der 2. Schwangerschaft.
Aufgrund Gestationsdiabetes hat mir mein Wunschkrankenhaus empfohlen, mir eine Klinik mit angeschlossener Kinderstation zu suchen. Zwischen den Zweien die ich zur Auswahl hatte, habe ich mich für das kleiner Übel entschieden, bin allerdings nicht wirklich glücklich mit diesem "Muss".
In der Oberarztsprechstunde vergangene Woche hat die Ärztin während der vaginalen Untersuchung ohne Infos oder "Vorwarnung" versucht, die Fruchtblase vom Muttermund zu lösen um eine natürliche Einleitung zu versuchen. Ob ich damit einverstanden bin wurde überhaupt nicht gefragt.
Abschließend hat sie mich zur Geburtseinleitung für den 28.12. bestellt, am 27.12. hätte sie bereits schon soviele Schwangere zur Einleitung "eingeladen".
Mein Bauchgefühl sagt mir allerdings, dass ich diese Einleitung (noch) nicht vornehmen lassen soll. Ultraschall etc. waren immer ohne negativen Befund, dem Kind geht es gut, es war auch trotz Zucker nicht zu groß etc.
Im Internet habe ich gelesen, dass eine eingeleitete Geburt ziemlich langwierig werden kann. Da ich mit meiner Tochter eine "Traumgeburt" in Form von nur 2 1/2 Stunden hatte, würde ich verständlicherweise eine langwierige Geburt nicht haben wollen.
Des Weiteren sollen bei eingeleiteten Geburten viel häufiger Saugglocke oder Zange zum Einsatz kommen, bzw. es auf einen Kaiserschnitt hinauslaufen.
Da ich all diese Infos im Krankenhaus nicht bekommen habe, würde ich mich freuen, wenn mir jemand Näheres sagen könnte.
Ich bin total verunsichert und weiß nicht wirklich was ich machen soll.


Antwort vom 29.12.2007

Auch ich kann Ihnen leider nicht sagen, was Sie tun sollen. Ihre Infos zum Thema Einleitung sind schon richtig, oft ist eine eingeleitete Geburt ein längerer Prozess, einfach weil der Körper noch nicht wirklich darauf eingestellt ist. Eine vorsichtige Ablösung der Fruchtblase vom Muttermund ist ein Versuch, die Geburt "anzuschubsen", manchmal klappts, manchmal nicht. Zur Geburtsteinleitung gibt es ganz unterschiedliche Methoden, meist wird eine Tablette mit Prostaglandinen in die Scheide vor den Muttermund gelegt, um diesen weicher zu machen und Wehen auszulösen. Sie bekommen das 2. Kind und haben das erste sehr schnell und schön bekommen - die Chancen stehen gut, dass auch die 2. Geburt gut verläuft, aber Garantien gibt es natürlich nie... !In Ihrem Fall ist vermutlich der Diabetes der Grund, warum die Mediziner nicht bis zum Termin warten wollen. Sie schreiben, Ihre Befunde und die des Kindes sind immer unauffällig gewesen, auch Ihr Bauchgefühl ist noch nicht so weit, der Einleitung zuzustimmen - das sollten Sie auf alle Fälle ernst nehmen, thematisieren und sich alle Möglichkeiten noch mal genau erklären lassen. Außerdem sollten Sie deutlich äußern, dass Sie gefragt werden wollen, bevor irgendwelche Eingriffe/ Manipulationen vorgenommen werden, darin kann Sie auch Ihr Partner nach Kräften unterstützen. Wenn es irgend möglich ist, sollten Sie mit einem zuversichtlichen Gefühl in die Klinik zur Geburt Ihres Kindes gehen, sollten Vertrauen haben, sich auf die Sie betreuenden Personen verlassen zu können. Wenn Sie das nicht haben, können Sie auch die Klinikwahl nochmal überdenken. Leider ist heut schon der 28.12., ich habe Ihre Frage erst heute bekommen, ich hoffe, dass meine Antwort Sie noch erreicht und Ihnen ein bisschen hilft? Ich wünsche Ihnen jedenfalls alles Gute, gute Entscheidungen, mit denen Sie sich wohl fühlen, eine schöne Geburt und ein gesundes, quietschfideles, süßes Baby!

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