Themenbereich: Stillprobleme

"was tun bei nicht-heilenden, wunden Brustwarzen?"

Anonym

Frage vom 06.07.2010

Hallo Hebammenteam,
mein Sohn ist heute 28 tage alt und ich pumpe ab, weil ich sehr sehr harte und heftige Probleme beim stillen hatte. Mein Brustwarzenköpchen ist abgefallen, meine brustwarzen waren auch aufgebissen, gerissen und sehr wund. Habe alles versucht, MultiMam Kompressen, Salbenkompressen, Brusthütschen alles was man versuchen kann. Es tut aber trotzdem weiter weh. Momentan wie gesagt pumpe ich ab, aber meine Brustwarzen tun immernoch weh, so als wäre ich verbrannt und so als hätte ich dornen oder brennersel.Jetzt bin ich am Ende, ich weiß einfach nicht mehr weiter.Manchmal möchte ich abstillen, aber dann fällts mir nicht einfach. Ich füttere zwar ab und zu zu aber trotzdem.
Was kann ich tun? Ist es besser ab zu stillen, um endlich nach vier wochen keine schmerzen zu haben? oder soll nich weiterhin abpumpen?
ICh brauche euren Rat

LG

Antwort vom 07.07.2010

Hallo!
Das hört sich alles sehr tapfer an, was Sie gerade mit einem super-schwierigen Anfang durchmachen, aber ich vermute, dass es irgendein unerkanntes schwerwiegendes Problem gibt. In den allermeisten Fällen tut Pumpen auch mit wunden Brustwarzen nur bedingt weh und sollte insgesamt schmerzfrei sein. Schmerzhaft und ausserdem wundmachend ist Pumpen dann, wenn die Brusthaube zu klein ist und an der Brustwarze schabt. Beim Abpumpen sollten Sie nicht über den Zeitpunkt hinwegpumpen, wenn die Milch nicht mehr fliesst. Dieses „trockene“ Pumpen ist belastend für die Haut und es macht dann Sinn, zwischendrin zu stoppen, zu massieren, evtl. die Seiten zu wechseln. Bei Brustwarzen, die schon länger wund sind mit verletzter offener Haut braucht es maximale Hygiene. Es wird empfohlen, täglich 1-3x die Brustwarzen unter fliessendem Wasser mit einer milden Reinigungslotion zu reinigen, um die Besiedlung mit Keimen zu vermindern. Nichtheilende Brustwarzen können ausserdem noch andere Gründe haben. Mit Ihren Symptomen kann es auch eine unbehandelte Pilzerkrankung auf der Brustwarze sein. Diese ist allerding schwer nachzuweisen und vor einer Behandlung „ins Blaue hinein“ braucht es die dringende Abklärung von vielen anderen möglichen Gründen. Wenn alle vermeidbaren Gründe ausgeschlossen sind, kann auch die Behandlung mit einem Laser helfen, die Wundheilung zu fördern. Ich empfehle Ihnen, dringend Hilfe bei einer Fachperson zu holen. Ihre Nachsorgehebamme oder eine Stillberaterin aus der Umgebung sollte persönlich einen Blick auf die Brustwarzen werfen. Es wird Ihnen sicher auch gut tun über die letzten Wochen zu sprechen und insgesamt zu schauen, was Ihnen zu Wohlbefinden und Entspannung verhilft. Diese lange, schmerzhafte Zeit ist sicher nicht spurlos an Ihnen vorüber gegangen. Wenn Besserung in Aussicht ist und Sie liebevoll begleitet werden, fällt es Ihnen sicher auch leichter sich motivieren zu lassen, weiter zu Pumpen und Ihr Kind mit Muttermilch zu versorgen. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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