Themenbereich: Gesundheit

"Verdauungsbeschwerden mit Spucken und Stuhlgangsmühe"

Anonym

Frage vom 26.02.2016

Hallo,
Mein Sohn ist nun mittlerweile 13 Wochen alt. Er ist ein kaiserschnittbaby und wir hatten viel mit Koliken zu kämpfen. Nach anfänglichem stillversuch mussten wir auf die Flasche umsteigen da meine Milch nicht gereicht hat und trotz häufigem anlegen irgendwann gänzlich versiegte.
Mein Baby kämpft bis heute mit seinem täglichen Stuhlgang, weint und drückt heftig.
Dazu kommt das er nach jeder Mahlzeit seine Milch wieder hochbringt, nie viel auf einmal aber immer kontinuierlich bis zu drei Stunden nach Fütterung. Seit ca zwei Wochen ist er auch tagsüber und abends heftig am schreien, manchmal stundenlang, und lässt sich schwer bis gar nicht beruhigen. Meine Kinderärztin neinte ich solle auf eine AR Nahrung umstellen und das Schreien sei in dem Alter völlig normal! Aber dieses exzessive völlig ohne Grund auftretende Schreien ist völlig neu für ihn. Ich mach mir wirklich sorgen und weiß nicht mehr weiter!
Woran könnte das liegen und was kann ich tun?
Vielen Dank schonmal für eine (hoffentlich) hilfreiche Antwort!

Antwort vom 29.02.2016

Hallo!
Ich empfehle Ihnen mit Ihrer Wochenbetthebamme oder einer anderen Fachperson gemeinsam alles rund um die Verdauung Ihres Kindes anzuschauen. Bei vielen Säuglingen kann durch die Entspannung des Muskelbandes um die Speiseröhre Milch nach oben zurückfließen. Bei zufriedenen gut gedeihenden Kinder verursacht dieses Aufstoßen bzw. Spucken kein Problem und sorgt auch nicht für Schmerzen in der Speiseröhre, aber bei anderen Kindern kann das regelmäßige Spucken zu Schmerzen und damit Weinen nach den Mahlzeiten, zu teilweiser erhöhter Nahrungsaufnahme und damit Verschlimmerung der Symptome führen. Vielfach wird bei diesen Zeichen an "Koliken" gedacht, wobei in Wirklichkeit der Reflux die Ursache ist. Zusätzlich zu einem möglichen Reflux gibt es aber auch eine Reihe an anderen Ursachen, die zu der Symptomatik führen können bzw. diese verschlimmern. Falls Ihr Sohn sehr hastig trinkt, evtl. mit einem zu grossen Saugerloch, und ausserdem reichlich Luft schluckt, erhöht das die Gefahr des Refluxes. Möglicherweise verkennen Sie, dass es nicht der Hunger ist nach dem Füttern, welcher ihn weinen lässt, sondern das Sodbrennen. Erneutes Trinken beruhigt erst einmal die Symptome, führt aber zu einer Überfütterung und damit zur Verschlimmerung. Diese Überfütterung führt einerseits zu einer längeren Verweildauer der Nahrung im Magen und damit auch zu einer erschwerten Entleerung. Der Druck, den Ihr Kind im Bauchraum aufbaut, um sich zu entleeren, führt wiederrum zum vermehrten Spucken. In diesem Kreislauf scheinen Sie sich möglicherweise zu befinden. Durch Beobachtung und Rücksprache mit Ihrer Hebamme könnten Sie folgendes herausfinden: welche Nahrungsart und Nahrungsmenge, Fütterposition, Tempo und Zeichen von Hunger und Sättigung zeigt Ihr Sohn und was verschlimmert sein Weinen. Was verhilft ihm zu einer leichteren Verdauung (Massagen, Bäder, entspannende Maßnahmen, Osteopathie, Homöopathie), damit der Druck nach oben und unten verschwindet. Tritt das Schreien Ihres Sohnes weiterhin in Zusammenhang mit der Flaschenfütterung auf, auch nachdem Sie alle anderen Maßnahmen berücksichtigt haben, probieren Sie die Refluxnahrung. Die Refluxnahrung kann mit der längeren Verweildauer im Magen auch manchmal das Gegenteil bewirken, darum ist es so wichtig, alle anderen Faktoren ebenfalls zu beachten. Wenden Sie sich erneut umgehend an Ihre Kinderaerztin, falls Ihr Sohn weiterhin sehr viel und scheinbar grundlos weint. Möglicherweise braucht er bei dem sauren Aufstossen mehr als nur die Refluxnahrung, sondern etwas, was die Säure bindet. Säuglinge schreien übrigens nie anhaltend grundlos, ausser, es wird nicht erkannt, welche Bedürfnisse sie wirklich haben. Entsprechend finde ich es auch nicht normal, dass Ihr Sohn auch mit 13 Wochen mehr zu schreien scheint, als Sie erwarten. Ausserdem strengt es Sie extrem in der Begleitung Ihres Kindes an, so dass es wichtig und hilfreich ist, dass Sie sich selbst für sich Unterstützung und Hilfe holen, insbesondere, da die Kaiserschnittgeburt Sie und Ihr Kind beiderseits noch belasten kann. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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