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Themenbereich: Ernährung bei Allergien

Neurodermitisgefahr- weiter stillen- Umgang mit Ziegenmilch

Anonym

Frage vom 11.07.2001

Unser Sohn (20 Wochen) hat in einem Kniegelenk, in einer Beinfalte und am Hals unter dem Kinn rote Ekzeme. Jetzt hat er auch am Hals erst wenige und dann immer mehr rauhe rote Stellen bekommen. Der Auslöser für diese rauhen, roten Stellen war ein Druckknopf aus Metall am Schlafanzug, der direkt am Hals war. Der Artz hat noch keine Neurodermitis diagnostiziert, aber ich befürchte Schlimmes. Jetzt habe ich folgende Fragen:
1) Seit 2 Wochen füttere ich mittags Karotten und es scheint schlimmer geworden zu sein. Soll ich die Karotten unverzüglich durch anderes Gemüse ersetzen? 2) Ich konnte in diesem Forum lesen, daß man Ziegenmilch als Ersatz für Kuhmilch nehmen kann. Es besteht die Möglichkeit eine Milchziege zu halten. Kann frisch gemolkene Ziegenmilch benutzt werden? 3) Soll ich möglichst keine weitere Brustmahlzeit abstillen? Für die Beantwortung der Fragen bedanke ich mich sehr herzlich im voraus. Dieses Forum ist super und ich werde hier sicherlich noch weitere gute Tips nachlesen können.
Hebamme

Antwort vom 11.07.2001

Eine Diagnose - Neurodermitis oder nicht - kann ich auf diesem Wege natürlich nicht stellen, sicherheitshalber würde ich zunächst aber die Karotten ganz weglassen und den Kleinen wie ein Neurodermitikerkind bzw. allergiegefährdetes Kind behandeln.
Zunächst einmal möchte ich Ihnen raten so lange wie möglich voll zu stillen. Bei allergiegefährdeten Kindern wird empfohlen mindestens ein halbes Jahr voll zu stillen und dann behutsam mit der Zufütterung zu beginnen. Dies gilt ebenso für Neurodermitikerkinder. Daher sollten Sie meines Erachtens nach keine weitere Mahlzeit durch einen Brei ersetzen, sondern es bei dieser einen Breimahlzeit belassen - Sie können natürlich auch wieder voll stillen und im August mit einem neuen Breiversuch beginnen. Da bei Kindern mit Neurodermitis von Karotten im ersten Lebensjahr abgeraten wird, können Sie ein anderen Gemüse verwenden, bewährt hat sich z.B. Kürbis, Pastinaken oder Zuchini. Achten Sie darauf, dass sich um ein Gemüse ohne Kuhmilchbeimengungen handelt, da es ebenfalls empfohlen wird Allergiegefährdete Kinder Kuhmilchfrei zu ernähren. Ziegenmilch als Ersatz für die Kuhmilch - was neuesten Untersuchungen (s. www.fke-do.de) allerdings auch wieder in Frage gestellt wird - sollte erst eingeführt werden, wenn die Muttermilch nicht mehr ausreicht um die Kalziumzufuhr zu sichern. Solange Sie nur eine Milchmahlzeit ersetzt haben, besteht also keine Notwendigkeit einer Beifütterung mit Ziegenmilch. Ob Sie Ihrem Sohn die frische Ziegenmilch im ersten Lebensjahr schon geben können, kann ich Ihnen so nicht beantworten. Erkundigen Sie sich hierzu bitte bei dem Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund (www.fke-do.de), dort bekommen Sie auch Broschüren über die Ernährung von Kleinkindern aus Allergikerfamilien.

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