Themenbereich: Babyernährung allgemein

"Was unterscheidet Still-, und Flaschenkinder?"

Anonym

Frage vom 19.02.2002

Ich habe meinen ersten Sohn nicht gestillt ( nur 3 Wochen lang). Nun bin ich wieder Mama und wollte diesmal eigentlich so 4 Monate lang stillen. Nun bin ich aber wieder kurz davor, die Flasche zu geben, ich glaube, stillen ist einfach nichts für mich. Das einzige, was mich davon abhält, ist das was man in jedem Buch und jeder Broschüre zu dem Thema liest, nämlich das gestillte Kinder schlauer seien, eine bessere Gehirnentwicklung hätten und die Bindung zur Mutter gestärkt wird. Ist das wirklich wahr? Wie unterscheiden sich eigentlich gestillte Kinder von denen, die mit der Flasche ernährt wurden ? Ich finde, auch beim Flasche geben kann ich doch mein Baby zärtlich im Arm halten und in seine Augen sehen. Und Hautkontakt erfährt es doch auch beim Schmusen baden und der Babymassage , oder ? Tue ich meinem Kind wirklich so viel Schlechtes an, wenn ich nicht stille ? Ich selbst wurde nie gestillt und ich finde nicht, daß ich deshalb keine gute Bindung zu meiner Mutter hätte, und bei meinem ersten Sohn seh ich das auch nicht. Er ist im Moment genauso frech und lebhaft wie andere 2 jährige Kinder, die gestillt wurden. Bitte helfen Sie mir bei einer Entscheidung,

danke, Ihre Sonja

Anonym

Antwort vom 20.02.2002

Es gibt durchaus einige Vorteile, die für das stillen sprechen: so ist die Muttermilch perfekt auf die Bedürfnisse des Säuglings abgestimmt, die Milch von Frühchen ist besonders reich an spezieller Fettsäure zur Reifung des Gehirns, ab dem sechsten Lebensmonat, wenn die Kinder Ihren Lebensraum mehr erkunden, steigt die Anzahl der Abwehrstoffe in der Muttermilch nochmals deutlich an. Das Kolostrum / die Vormilch ist eine hochkonzentriert Milch (Vitamine, Eiweiße, Zucker) die alles wichtige für Ihr Baby enthält, zudem wirkt sie leicht abführend und vermindert so die Gefahr der Neugeborenengelbsucht. Aber es gibt noch ein paar Vorteile für die Babys: so ist die Muttermilch leichter verdaulich als die Flaschenmilch, sie enthält Abwehrstoffe, die vor Krankheiten schützen, daher werden gestillte Kindern seltener und nicht so schwer krank wie nicht gestillte Kinder. Und ausschließliches Stillen soll einen gewissen Schutz vor Allergien bieten.
Aber auch für die Mutter gibt es Vorteile: so bewirkt stillen eine schnellere Rückbildung der Gebärmutter und vermindert dadurch den Blutverlust der Mutter. Zudem gibt es Studien, die beweisen, das Frauen die gestillt haben ein geringeres Risiko haben an Brustkrebs zu erkranken als Frauen die nicht gestillt haben. Und es gibt noch einen finanziellen Vorteil für die Familie: so spart ausschließliches Stillen zum einen Zeit und auch Geld (Nahrung kostet im ersten halben Jahr 1000,-DM; hinzu kommt noch Flaschen, Sauger, Wärmer, Strom, Wasser).
Nun sind Sie aber keine schlechte Mutter, nur weil Sie nicht stillen. Ob Sie stillen möchten oder nicht können nur Sie selber entscheiden. Vielleicht sollten Sie sich hierzu auch mit Ihrer Hebamme noch einmal unterhalten. Natürlich können Sie auch Stillgruppen besuchen und sich dort zusätzlich informieren. Oder Sie lassen es einfach auf sich zukommen und versuchen es zunächst einmal mit dem stillen. Wenn Probleme auftauchen wenden Sie sich an Ihre Hebamme (oder an uns) und wenn Sie dann merken, dass es nichts für Sie ist, können Sie einfach wieder abstillen. Falls Sie noch keine Hebamme haben, bekommen Sie unter www.hebammensuche.de Adressen von Hebammen in Ihrer Stadt.

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