Themenbereich: Stillen allgemein

"häufiges Spucken"

Anonym

Frage vom 20.10.2003

Hallo liebes Hebammenteam,

unsere Tochter ist jetzt 3 Wochen alt, und ich habe ein absolutes Problem: Sie ist nur am spucken, ehrlich! Ich kann mir gar nicht vorstellen, das in ihrem Körperchen noch was drin ist, weil soviel wieder rauskommt. Wir waren schon mal beim Kinderarzt wegen den Drei-Monats-Koliken, der hat da noch gemeint, das alles in Ordnung ist, da hat sie aber auch noch nicht so gespuckt! Da kommt immer ein richtiger Schwall, manchmal 3x hintereinander. Außerdem trinkt sie an der 1. Brust immer recht gut, an der 2. nuckelt sie dann nur ,verschluckt sich dauernd und wird wohl nicht satt, weil sie nicht wegmöchte, dann aber doch wieder nur spuckt! Ich weiß gar nicht mehr was ich machen soll, ich habe gehört, das es sein kann, das meine Milch zu fett ist?? Der Arzt meint aber, ein Kind kann gegen Muttermilch z. B. nicht allergisch sein, da ist alles in Ordnung, wir sollen nur weitermachen. Mich macht das aber fertig, ich kann bald nicht mehr! Ich weiß ja auch gar nicht genau, wieviel sie trinkt und was sie dann wieder hergibt! Gibt es denn nicht irgendetwas, was man da tun kann? Ich wickle sie immer zwischen den 2 Brüsten, ist das falsch? Aber im Krankenhaus wurde uns das so gelernt. Außerdem schläft sie an der 1. Brust immer ein, und durch das Wickeln wird sie wieder wach. "Bäuerchen" machen ist auch sehr schwierig, da macht sie eigentlich so gut wie nie eines... liegt es daran??
Ich freue mich schon auf eine Antwort und hoffe, ihr könnt mir ein bißchen helfen!! DANKE

Anonym

Antwort vom 20.10.2003

-Die Ursache für das häufige Spucken begründet sich bei den meisten Babys damit, dass ihr Verdauungssystem noch etwas unreif ist und der Verschlussmechanismus des Mageneingangsmuskels noch nicht so gut funktioniert. So kommt es recht häufig vor, dass Kinder regelmäßig nach den Mahlzeiten größere Mengen wieder ausspucken. Falls Ihre Tochter trotz des Spuckens altersgemäß an Gewicht zunimmt (in den ersten 3 Monaten etwa 110 – 250 Gramm pro Woche) und gut gedeiht, können Sie das Spucken als ganz normal betrachten. Dann trinkt die Kleine einfach viel mehr, als ihr Magen fassen kann und spuckt den Überschuss aus. Vielleicht leihen Sie sich in der Apotheke für die nächsten vier bis sechs Wochen eine Babywaage und überprüfen ein- oder zweimal in der Woche das Gewicht Ihrer Tochter (am besten nackt). Sollten Sie feststellen, dass Ihre Tochter nicht entsprechend zunimmt oder gar abnimmt, kann dieses ein Hinweis auf einen Magenpförtnerkrampf sein und Sie müssen den Kinderarzt wieder aufsuchen. Dabei ist der Magenausgangsmuskel verdickt, und die Milch kann nicht vollständig vom Magen in den Darm fließen. In diesem Fall spucken die Kinder nach jeder Mahlzeit schwallartig im hohen Bogen und gedeihen nicht. Die beschriebene Verdickung kann Ihr Kinderarzt mit einer Ultraschalluntersuchung erkennen.
Das gesunde Gedeihen Ihrer Tochter erkennen Sie nicht nur an der regelmäßigen Gewichtszunahme, sondern darüber hinaus auch an folgenden Merkmalen: Ihre Tochter trinkt etwa sechs bis acht Mahlzeiten in 24 Stunden. Sie hat vier bis sechs nasse Windeln am Tag, und der Urin ist hell und geruchlos. Ihre Stühle stinken nicht (Mit Muttermilch ernährte Kinder müssen nicht täglich Stuhlgang haben. Der Stuhlgang kann auch mal einige Tage auf sich warten lassen. Die große Fontanelle ist nicht eingesunken. Ihre Tochter ist rosig und ihr Körper warm. Neben unterschiedlich langen Schlafphasen ist sie wach und reaktionsfreudig, macht insgesamt einen zufriedenen Eindruck und lässt sich durch verschiedene Maßnahmen beruhigen.
Falls Ihr Kind in einer Wiege oder im Kinderwagen schläft, können Sie den Oberkörper Ihrer Tochter leicht erhöht lagern, indem Sie ein Keilkissen unter den oberen Teil der Matratze legen. Sie sollten allerdings kein Kopfkissen unter den Kopf Ihres Kindes legen. Die Oberkörperhochlagerung führt häufig dazu, dass die Milch eher im Magen bleibt und die Kinder weniger spucken.
„Zu fette Muttermilch“ können Sie als Ursache für das Spucken ausschließen. Die Muttermilch passt sich in ihrem Fettgehalt dem Alter des Kindes an und ist jetzt nicht zu fett. Die Ursachen sind vielmehr „mechanischer Art“, wie oben beschrieben. Wenn die Kleine an der Brust einschläft, müssen Sie sie nicht unbedingt zum Bäuerchen wecken, zumal sie ja offensichtlich selten eins macht. Wahrscheinlich schluckt sie beim Trinken nicht viel Luft und hat deshalb kein Bedürfnis, ein Bäuerchen zu machen. Es ist auch in Ordnung, wenn sie nur eine Brust pro Mahlzeit trinkt. Falls sie an der zweiten Seite nicht mehr trinken möchte, legen Sie diese bei der nächsten Mahlzeit zuerst an. Vielleicht haben Sie so viel Milch, dass sie nach einer Brust gesättigt ist und deshalb an der zweiten Seite nicht mehr zufrieden trinkt. Vielleicht benötigt sie auch zwischendurch eine Pause, bevor sie die zweite Seite gut trinken kann. Beide Möglichkeiten können Sie ausprobieren. Bei Spuckkindern ist es immer sinnvoller, sie vor dem Stillen zu wickeln. Das Hin- und Herdrehen beim Wickeln mit vollem Magen fördert das Spucken. Probieren Sie aus, ob es besser wird, wenn Sie vor dem Stillen wickeln.
Sie können auch die Hilfe und Beratung einer Hebamme oder Stillberaterin vor Ort in Anspruch nehmen. Sie kann sich den Verlauf einer Mahlzeit anschauen, das Spucken und die Gewichtsentwicklung beobachten und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Adressen von Hebammen bekommen Sie über Ihre Entbindungsklinik oder Ihr Gesundheitsamt. Kontakt zu Stillberaterinnen: Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS): www.afs-stillen.de, La Leche Liga (LLL), www.lalecheliga.de, Adressen von Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC: www.bdl-stillen.de

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Kommentare zu "häufiges Spucken"
Stefanie96
Gelegenheitsclubber (0 Posts)
Kommentar vom 11.10.2015 17:32
Spucken beim Baby
Ich bin echt mit meinem Latein am Ende . Mein Kleiner ist 6 Monate und spuckt andauernd nach der Flasche was soll ich machen?

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