Themenbereich: Risikoschwangerschaft

"8. Woche, Angst bei Zwillingsschwangerschaft"

Anonym

Frage vom 15.01.2004

Hallo
Ich bin ziemlich verzweifelt.Denn ich erwarte Zwillinge, dies habe ich gestern erst erfahren.Ich bin inder 8/2 Woche.Wir haben schon einen kleinen Sohn der dann 2 Jahre alt ist.Da ich meinen Sohn per Kaiserschnitt entbunden habe, habe ich sehr große Angst das ich die Beiden auch wieder per Kaiserschnitt entbinden muß.Aber das möchte ich nicht.Es war für mich ein Alptraum.Kann ich auch normal entbinden?Ich brauch einfach jemanden der mich beruhigt.Ich bin nur so durcheinander.Meine Frauenärztin meinte das ich jetzt zu den Risikoschwangeren gehöre und das macht mir angst.Und dazu kommt das ich nicht weiß was da auf mich zu kommt.Würde mich über ein Antwort freuen,damit ich wieder beruhigt schlafen kann. LG Friederike

Antwort vom 15.01.2004

Hallo,
zu erfahren, dass sie Zwillinge bekommen, ist für die meisten Frauen zunächst ein Schock. Es dauert eine Weile, bis Sie sich mit dem Gedanken abfinden können und auch die positiven Seiten sehen. Gut ist zunächst, dass der letzte Kaiserschnitt lange genug her ist. Bei den heutigen Risikoklassifizierungen ist es ja schon fast eine Ausnahme, wenn kein Risiko festgestellt wird. Von entscheidener Bedeutung darüber ob wirklich ein deutlich erhöhtes Risiko vorliegt ist die Unterscheidung in Monochoriale und Dichoriale Zwillingsschwangerschaft. Das heißt, ob nur eine Fruchtblase zu sehen ist in der sich beide Kinder befinden und eine Placenta oder alles fein säuberlich getrennt ist, nur eben doppelt. Meistens ist letzteres der Fall. Von namhaften Spezialisten wird inzwischen anerkannt, dass das Risiko bei Dichorialen Zwillingen nicht wesentlich über dem bei einer Einlingsgeburt liegt. Sehen Sie mal im Mutterpass nach oder fragen Sie Ihre Ärztin danach. Viele Zwillingsschwangerschaften entstehen heute durch Hormonbehandlung. Für günstiger halte ich es, wenn die Zwillinge auf natürliche Weise entstanden sind, da der Körper dann schon mal selbst entschieden hat, was er so verkraften kann. Das ist zwar wissenschaftlich bisher nicht untersucht, ich habe jedoch schon jede Menge Zwillingsschwangerschaften betreut und ganz überwiegend völlig unproblematische Schwangerschaften mit normalen Geburten erlebt, die nicht mal deutlich zu früh waren. Lassen Sie sich nicht durch fiktive Risikoszenarien ängstigen. Wie bei jeder anderen schwangerschaft auch, können Sie es auch so betrachten, dass Sie solange gesund sind und unbeschwert mit der Schwangerschaft umgehen können bis wirklich etwas vorliegt. Und selbst dann gibt gibt es ja Mittel und Wege Sie zu unterstützen. Was bringt es also sich mit allen Eventualitäten zu belasten?
Ihr nicht verarbeiteter erster Kaiserschnitt scheint mir das größere Problem zu sein, als die Zwillingsschwangerschaft. Es ist zwar durchaus möglich, dass Sie die Kinder normal bekommen können, jedoch ist es nie gesagt, ob auch bei einer Einlingsgeburt letztendlich ein Kaiserschnitt notwendig ist. Eine geplant normale Geburt wird behindert, wenn einem die Angst vor eventuellen Eingriffen arg im Nacken sitzt.
Hier wäre es wichtig der Frage auf den Grund zu gehen warum er für Sie so traumatisch verlaufen ist und eine Strategie zu finden, damit Sie das erlebte verarbeiten können. In manchen Städten gibt es Gruppen für Frauen mit traumatischen Geburtserlebnissen oder Hebammen, die mit der Thematik umgehen können. Ich kann Ihnen nicht sagen, wohin Sie sich in der Beziehung in Ihrer Stadt wenden können. Auf jeden Fall können Sie aber einen Termin mit einer freiberuflichen Hebamme vor Ort machen und sich über die Möglichkeiten erkundigen oder die letzte Geburt mit Ihr durchsprechen. Sie kann Ihnen sicher auch sagen in welcher Klinik Sie am Besten aufgehoben sind falls alles weiterhin normal verläuft. Eventuell gibt es ja auch die Möglichkeit sich die „eigene Hebamme“ in die Klinik mitzunehmen, damit Sie sich sicherer fühlen können. Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne nochmal an mich wenden.
Alles gute für die weitere Schwangerschaft, Monika Selow

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