Themenbereich: Schwangerschaft allgemein

"wie soll ich mich entscheiden?"

Anonym

Frage vom 16.09.2005

Guten morgen euch allen… mein Name ist Julia und ich hab ein ziemlich großes Problem, von dem ich hoffe, dass ihr mir hier ein bisschen weiterhelfen könnt:
Meine Situation:
Ich bin 18 Jahre alt, im 3. Lehrjahr Rechtsanwaltsfachangestellte und mir wurde am Dienstag, dem 01.09.05 gesagt, dass ich im zweiten Monat schwanger bin, TROTZ Nuvaring. Mein Freund und ich sind mit der Situation total überfordert, meine Eltern wissen auch nicht wirklich was sie davon halten sollen und ich stehe inmitten von tausend Fragen voller Verzweiflung und weiß nicht was ich tun soll. Mein Freund will das Kind nicht… wir sind ein anderthalbes Jahr zusammen, er ist 19 Jahre alt und im ersten Lehrjahr zum Anlagenmechaniker in Heizung und Sanitär. Er ist total dagegen… weil er selbst eine sehr schwere Kindheit hatte und sich eigentlich…. eine „normale“ Zukunft gewünscht hätte… um sich erst etwas aufzubauen.
Meine Eltern… sind nicht gerade begeistert… es heißt immer nur „es ist deine Entscheidung, das musst du selbst wissen…“ blablabla. Anfang Mai käme das Kind zur Welt… Ende Mai habe ich Abschlussprüfung. Es kommt also wie ihr seht alles auf einmal und ich bin nervlich so am Ende… das ich manchmal echt keinen Ausweg sehe. Ich liebe Kinder und… im zweiten Monat ist es eigentlich schon ein fertig ausgebildetes Kind, dass nur noch wachsen muss… und ich würde glaub ich niemals damit fertigwerden, wenn ich es wegmachen lassen würde… aber andererseits… ich bin noch so jung, hatte noch nichts von Leben, war noch nie in Urlaub… stehe mitten in meiner Lehre, und die Verantwortung die man haben muss um ein Kind zu erziehen ist auch nicht gerade wenig. Ich weiß einfach nicht ob ich das packe und ob ich mir das zutraue. Außerdem habe ich die Panik davor, dass mein Freund mich verlässt und ich mit Kind und ohne Geld alleine dastehe. Ich wei߅ vom Staat gibt es genug Unterstützung… aber ich will nicht vom Staat leben und ich will auch meinem Kind was bieten können… Alleine wie die Leute über mich reden werden… ich bin doch ein totaler Sozialfall wenn ich das Kind bekomme. Schließlich brauche ich dann auch eine eigene Wohnung, die das Amt bezahlen müsste….
Wie ihr seht… ich bin hin- und hergerissen.. und das ist nicht mal ein Teil der Gedanken, die mir den ganzen Tag durch den Kopf gehen. Ich bin total am Ende und weiß einfach nicht was ich machen soll. Ich hoffe, dass mir irgendjemand von euch … irgendwie helfen kann. Danke schon mal…
Julia

Antwort vom 17.09.2005

Hallo, eine "richtige" Entscheidungshilfe läßt sich übers Internet sicher nicht geben. Am sinnvollsten wäre es, wenn Du eine Schwangeren-Beratungsstelle (Caritas, Donum vitae, pro-Familia o.ä.) aufsuchen würdest, die Dich professionell beraten können und mit Dir zusammen herausfinden können, welcher Weg für Dich der richtige ist. Schön ist schonmal, dass Du mit Deinen Eltern darüber reden konntest und sie Dich nicht unter Druck setzen. Das ist mehr Hilfe, als Du es zur Zeit vielleicht empfindest. Es stimmt, dass die Entscheidung alleine bei Dir liegt und das ist auch gut so, weil Du auch mit den Konsequenzen Deiner Entscheidung leben musst, egal wie sie ausfällt. Es gibt viele Aspekte, die die Vernunft einem sagt, aber letztendlich ist es eine sehr emotionale Entscheidung, die Du auch nicht von Deinem Freund abhängig machen kannst. Bei ihm geht die Entscheidung über den Kopf, bei Dir ist sie tatsächlich im Bauch und es läßt sich leider auch nicht vorhersagen wie die Beziehung sich entwickelt, wenn Du Dich für das Kind entscheidest. Aus der erfahrung kann ich Dir sagen, dass es oft ein schwieriger Weg ist, sich die Ansichten der Männer aber oft ändern, wenn die Schwangerschaft begreifbarer (und sichtbarer)wird. Oft kommen dann Beschützerinstinkte, Vaterstolz usw.
Auf der anderen Seite halten Beziehungen in der regel nicht, wenn eine Frau einen Abbruch gegen ihre eigenen Empfindungen gemacht hat, um den Freund zu halten. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du mit einem Abbruch niemals fertig wirst, wie Du schreibst, dann soltest Du Dir gut überlegen, ob Du für Dein weiteres Leben diese Bürde auf Dich nimmst. Es gibt so viele Hilfen und die Liebe zu einem Kind hilft ausgesprochen gut darüber hinweg, dass das Leben einen anderen Weg genommen hat, als Du es Dir vorgestellt hast.
Wichtig ist jetzt, dass Du so bald wie möglich Kontakt aufnimmst zu einer neutralen Beratungsstelle. Wenn Du weitere Fragen hast, kannst Du Dich aber auch gerne nochmal an uns wenden.
Ich wünsch Dir alles Gute, Monika

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