Themenbereich: Nachsorge

"Was kann ich gegen Schuldgefühle nach der Geburt tun?"

Anonym

Frage vom 08.06.2007

Hallo, ich habe noch 2 fragen und möchte diese nun auch zusammenstellen:
1. Beim Geburtsplanungsultraschall 13.2.07 wurde festgestellt dass mein kind unterversorgt war und ich mußte somit im Krankenhaus bleiben, da die Geburt eingeleitet werden mußte (kind kam am 15.2.07) nun habe ich heute einen brief von der Krankenkasse bekommen das ich 20 € zuzahlung zur krankenhausbehandlung leisten müßte, ich habe angerufen und wurde zum Krankenhaus verwiesen, ich nehme nun an das es sich um die 2 Tage vor geburt handelt wo die einleitungsversuche waren, ich dachte aber immer das man während der schwangerschaft von dieser zuzahlung befreit wäre?

2. Ich habe immer mal wieder seit der Geburt Alpträume und Heulkrämpfe da ich das Gefühl habe daran schuld zu sein, das unser kleiner unterversorgt war und 14 Tage auf der intensiv lag nach der Geburt, am anfang hatte ich auch probleme ihn als mein kind anzunehmen, den nach der geburt durfte ich ihn gefühlte 5 minuten im arm halten und wurde dabei noch genäht, wo ich mir noch anhören durfte, so ein kleiner und trotzdem muß genäht werden (46cm & 1990gramm) und dann durfte ich erst nach 4 stunden auf die intensiv station... rational weiß ich wohl das ich nichts dafür kann, da ich nicht geraucht getrunken, etc. habe und immer aufgepasst habe, aber ich hatte die ganze ss über ein ungutes gefühl und wollte auch ein dopplerultraschall haben, wo alle meinten das es quatsch wäre, ich habe aber das gefühl total überreagieren, denn andere babys liegen länger auf intensiv und diese mütter schienen nicht das problem zu haben, außerdem ist er auch nicht von der flasche zu entwöhnen, wo ich nun auch das gefühl habe , beim stillen zu versagen, obwohl mich meine hebamme unterstützt und sagt mehr könne ich nicht tun, aber wissen sie vielleicht ob es selbsthilfe gruppen mit müttern gibt denen es ähnlich geht oder haben sie sonst eine idee was ich machen könnte, denn ich habe nun auch angst vor einer erneuten schwangerschaft, da es da wohl höchstwahrscheinlich genauso sein wird und ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll...
Mein mann kann das alles überhaupt nicht verstehen...

Antwort vom 10.06.2007

Hallo, weinen und Träume sind zwar belastet, Sie zeigen jedoch an, dass Sie dabei sind die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Das ist besser, als wenn Sie sie leugnen oder verdrängen würden. Auch dass Sie sich Hilfe suchen ist positiv. An der Mangelversorgung Ihrers Kindes sind Sie ganz sicher nicht schuld. Neben den häufig angeführten Gründen, wie rauchen, gibt es eine ganze Reihe von Ursachen, die für eine Mangelentwicklung des Kindes in Frage kommen, manchmal bleibt die Ursache auch unbekannt. Eine Wiederholung bei der nächsten Schwangerschaft muss nicht zwangsläufig vorkommen. Wenn z.B. die Nachgeburt sich ungünstig angesiedelt hatte oder sich falsch entwickelt hat, kann es beim nächsten Kind ganz anders sein. Es wundert mich etwas, dass bei der Vorsorgeuntersuchung erst so spät der Entwicklungsrückstand festgestellt wurde. Durch Abtasten des Bauches ist auch ohne Ultraschall die Größe des Kindes ganz gut feststellbar. Schön ist, dass Sie Ihr Kind ganz normal bekommen konnten und kein Kaiserschnitt gemacht werden musste. Das wirkt sich positiv auf die Chancen bei einer erneuten Schwangerschaft aus, zeigt aber auch, dass Ihr Kind zwar klein war bei der Geburt aber ansonsten fit.
Was häufig übersehen wird: Eisengabe in der Schwangerschaft macht das Blut dicker, die Fließgeschwindigkeit wird verlangsamt und das Kind wird schlechter versorgt. Studien haben ergeben, dass das Geburtsgewicht positiv beeinflusst wird, wenn der HB-Wert eher niedrig ist. Förderlich ist auch eine eiweißreiche Ernährung.
Am wichtigsten scheint mir, dass Sie nun das Erlebte verarbeiten. Wie Sie das tun können ist leider in einer Antwort im Internet nicht ausreichend zu beantworten. Ich kann Ihnen das Buch "Es war eine schwere Geburt..." von Viresha J. Bloemeke empfehlen. Es könnte auch für Ihren Mann gut sein, damit er ein wenig besser verstehen kann, in welcher Situation Sie sich befinden und wie er Sie unterstützen kann.
Selbsthilfe-Gruppen kann Ihnen besser Ihre nachsorgende Hebamme empfehlen, die sich regional besser auskennt. Eventuell kommt für Sie auch eine psychologische Betreuung in Frage. Oft reichen wenige Stunden aus um eine deutliche Besserung des Befindens und eine Orientierung zu erreichen.
Die Zuzahlung im Krankenhaus entfällt für die Geburt und sechs Tage danach. Festgelegt ist das in der Reichsversicherungsordnung die sagt, dass für diese Zeit "kein Anspruch auf Krankenhausbehandlung" besteht. Ich seh es so, dass Sie auch die zwei Tage vorher schon bei der Geburt waren. Schreiben Sie diesbezüglich noch mal eine Beschwerde an Ihre Kasse.
Ich wünsch Ihnen alles Gute, Monika

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