Themenbereich: Geburt allgemein

"War es richtig, eine normale Geburt zu machen?"

Anonym

Frage vom 30.11.2008

Hallo an alle,

im Januar 2007 kam mein Sohn nach einer langen und schweren Geburt glücklicherweise gesund auf die Welt.
Obwohl alles letztendlich gut ausgegangen ist lassen mich gewisse Zweifel nicht los, ob das Klinikpersonal damals richtig gehandelt hat.
Zur Geburt:
Am 02.01. kam ich abends wegen eines Blasensprungs ins Krankenhaus wo ich bleiben musste, es wurde ein CTG gemacht, anfangs war es ok doch dann fielen die Herztöne meines Sohnes rasant ab, die Hebamme kontaktierte einen Arzt, welcher mir ein Mittel zum Entkrampfen der Gebärmutter spritzte (welches mich total zittern ließ) und dann waren die Herztöne wieder ok.
Man ließ mich in dieser Nacht auf mein Zimmer zum Ausruhen und um Abzuwarten, ob sich wehentechnisch von allein etwas tut. Nichts.
Am folgenden Morgen bekam ich eine Tablette zur Einleitung eingeführt, daraufhin hatte ich den ganzen Tag über Wehen, der Muttermund wollte sich aber nicht so richtig öffnen, gegen Abend bekam ich dann einen Wehenhemmer (oder Beruhigungsmittel?) damit die Wehen schwächer werden und ich sollte nochmal schlafen, die Wehen waren aber nicht zu ertragen und so kam ich (am 03.01.) nachts in den Kreißsaal und kam doch noch an den Wehentropf. Und da war das CTG wieder schlecht, es kam bestimmt noch 3 mal vor, dass der Arzt gerufen werden musste weil die Herztöne so schlecht waren...
Lange Rede kurzer Sinn: letztendlich war ich 13h im Kreißsaal, der Muttermund musste die letzten Zentimeter gespreizt werden, ich hatte einen Geburtsstillstand, um mich waren 3 Ärzte, einer auf mir, der mir auf den Bauch drückte, einer, der den Schnitt setzte und einer, der den Kleinen mit der Saugglocke holte.
Zwischendurch hörte ich das Wort "Kaiserschnitt fallen" aber da ich ein "so schönes Becken" habe wollte die Ärztin unbedingt eine natürliche Geburt.

Jetzt meine Frage, war das nicht fahrlässig, obwohl das CTG mehrmals so schlecht war noch eine normale Geburt zu versuchen?
Ich will nicht darüber nachdenken, was hätte passieren können.

Gruß

Anonym

Antwort vom 03.12.2008

Hallo, ich kann gut verstehen, dass Sie nach so einer langen Geburt mit so vielen offenen Fragen sich unsicher fühlen und vielleicht auch verletzt, ausgeliefert... Die Sorgen um Ihr Kind, dass es vielleicht unter der Geburt genauso oder noch mehr gelitten hat als Sie, kommen noch hinzu.
trotz Ihres etwas ausführlicheren Berichts kann ich nicht beurteilen, ob die Ärzte zu irgendeinem Zeitpunkt nicht günstig gehandelt haben. Grundsätzlich ist das Bestreben zum Wohl für Mutter und Kind, dass ein Kind auf normalem Weg zur Welt kommt. Ein Kaiserschnitt ist ein großer Eingriff für die Mutter, aber auch für das Kind! Das Kind profitiert vom engen Geburtsweg, durch den es sich schrauben muss mit hilfe der Wehen, um für die großen Anforderungen danach gewappnet zu sein. Sogenannte "schlechte Herztöne" im CTG sind nicht eindeutig beurteilbar, die meisten Kinder mit "schlechten Herztönen" werden umsonst zu früh geholt, obwohl sie putzmunter sind. Deswegen gibt es eine graue Zone, in der sich alle Geburtshelfer bewegen, die oft undurchsichtig für die Gebärenden scheint und das Gefühl vermitteln kann, dass etwas nicht stimmt, dass die Geburtshelfer unsicher sind, usw...
Ich empfehle Ihnen, die Geburtsklinik nochmals aufzusuchen und um ein Gespräch zu bitten, um sich erklären zu lassen, was alles passiert ist. Vielleicht können Sie auch einen ausführlichen Brief schreiben, in dem Sie beschreiben, wie Sie sich gefühlt haben. Außerdem gibt es die - sehr empfehlenswerte- Möglichkeit, durch Tiefenentspannung das traumatische Geburtserlebnis zu verarbeiten. Ich wünsche Ihnen Mut und Kraft, das anzugehen, dass es Ihnen danach besser geht! Alles Gute,Barbara

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