Themenbereich: Stillprobleme

"Milchanregung "

Anonym

Frage vom 17.06.2011

Liebe Hebamme,
ich möchte gerne meinen Sohn stillen, der vor 3 Wochen geboren wurde (12 Stunden Wehen, dann Kaiserschnitt wegen geradem Hochstand). Am Anfang sah alles gut aus. Er hat kräftig gezogen und schon nach 2 Tagen kam der Milcheinschuss. Allerdings ist die Milchmenge wohl nicht mit seinen Bedürfnissen mit gestiegen. Das haben wir erst gemerkt nachdem die Hebamme festgestellt hat, dass er über das erste Wochenende zuhause wieder mehr als 10% seines Geburstgewichtes verloren hatte. Da riet sie uns zuzufüttern (Pre-Nahrung). Das haben wir dann auch 2 Tage lange gemacht, zusätzlich habe ich ihn tagsüber alle 3-4 Stunden angelegt und nachts alle 4-5 Stunden ( er kommt nur 1-2x pro Nacht).
Dann habe ich eine elektrische Pumpe bekommen. Mit dieser pumpe ich nun zusätzlich in den Stillpausen ab, sodass ich etwa 6-7x pro 24 h meinen Sohn anlege (je Brust 20 bzw. 10 min) und dann nochmal 5x mit der Pumpe abpumpe (je Brust ca. 15 min). Insgesamt wird die Brust also etwa alle 1,5 bis 2 h stimuliert.
Das mache ich jetzt seit einer Woche und konnte dadurch die Milchmenge zumindest verdoppeln (von anfangs insgesamt ca. 150 ml/Tag auf nun ca. 300ml/Tag). Natürlich ist das immer noch zu wenig, daher füttere ich noch etwa 300 - 400 ml Pre dazu. Daher hat mein Sohn Gott sei Dank auch wieder gut zugenommen, sodass die Hebamme sehr zufrieden ist.
Zusätzlich trinke ich etwa 3 Tassen Stilltee, massiere (und ggf. erwärme mit einem Kirschkernkissen) vor dem Abpumpen und Stillen meine Brust mit Stillöl, nehme Bockshornkleesamen und trinke etwa 3 l am Tag (ich habe auch viel Durst).
Jetzt stelle ich seit 2 Tagen fest, dass die Milchmenge stagniert bis rückläufig ist. Insbesondere aus der linken Brust kommt beim Abpumpen noch gerade mal 5-10 ml (es waren schon mal 30!). Jetzt habe ich Angst, dass die Milchmenge wieder zurückgeht. Beim Abpumpen kommt häufig in den ersten 5-10 min gar nichts und dann spüre ich ein starkes Ziehen und es kommt etwas Milch. Manchmal ertaste ich kleine Verhärtungen, die sich allerdings in Grenzen halten. Daher habe ich nun folgende Frage:
Ist es denn bei den beschriebenen "Fortschritten" realistisch, dass ich irgendwann einmal voll stillen kann? Mein Sohn steigert seine Ansprüche ja auch. Ich kann diesen "Stillmarathon" ehrlich gesagt auch nicht mehr lange durchhalten. Ist es bei dieser Entwicklung realistisch, dass ich in den nächsten eineinhalb Wochen zumindest vom zufüttern (oder vom abpumpen) loskomme? Diese Dreifach-Belastung ist wirkllich immens. Kann ich noch irgendetwas machen? Fallen Ihnen noch weitere "MAßnahmen" ein, um die Milchbildung zu steigern? Und zu guter Letzt: was kann es bedeuten, dass beim Abpumpen die Milchmenge gerade so stark abnimmt? Besteht die Gefahr eines Milchstaus? Wenn ja, was kann ich dagegen tun? Vielen Dank schon einmal für die Beantwortung meiner Fragen!
Viele Grüße!

Antwort vom 20.06.2011

Hallo,
die Abnahme der Pumpmenge bedeutet im Idealfall, dass Ihr Kind mehr Milch wegtrinkt und nicht mehr soviel für die Pumpe überigbleibt. Es kann aber auch sein, dass die Brust einfach nicht mehr geben kann, bzw. dass sich der Sress den Sie haben auf die Milchmenge auswirkt. Meine ganz persönliche Einschätzung ist, dass Sie unglaubliches geleistet haben und auch ganz viel erreicht haben. DIe Dauerbelastung der Sie sich mit diesem hohem Engagement aber aussetzen macht auch STress und Stress ist oft Milchmindernd. Ich glaube, dass Sie mit weiterpumpen nicht mehr erreichen werden. Es kann sogar sein, dass Sie mit weniger Arbeitsbelastung( also ohne Pumpen) wieder mehr Milch bilden werden. Es kann auch sein, dass mehr einfach nicht geht und Sie ihr Kind weiter stillen können, aber nach dem Stillen zufüttern müssen. Ich würde ganz nach Gefühl entscheiden, wie Sie weiterverfahren wollen. Alles was gut tut, alles was Sie stresst kann Milchmindernd wirken. Die Tees und den Bockshornkleesamen finde ich sehr sinnvoll und würde ich auch weiternehmen, ebenso würde ich auf eine reichhaltige Ernährung achten. Die Gefahr des Milchstaus sehe ich eher nicht gegeben. Sollte es dennoch dazu kommen, wäre es am Besten wenn Ihre Hebamme sich den anschaut und Ihnen Tips gibt. Sie haben bis zur achten Lebenswoche Ihres Kindes Anspruch auf Hebammenhilfe, das würde ich an Ihrer Stelle auch ausschöpfen, bis Sie eine für Sie gute Lösung mit der Ernährung Ihres Kindes gefunden haben. LG Judith

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