Themenbereich: Nachsorge

"Nagelbettentzündungen in der Stillzeit"

Anonym

Frage vom 28.03.2012

Sehr geehrte Frau Selow,

seid der Geburt meiner Tochter leide ich an Nagelbettentzündungen verschiedenen Zehen. Eine Großzehe ist bereits auch schon operiert worden. Leider mit mäßigem Erfolg. Daher sehe ich von einer weiteren OP ab. Nun habe ich gelesen, dass Myristica sebifera ein gutes Mittel dagegen sein soll. Da ich noch voll stille habe ich nun die Frage, ob ich dieses homöopathische Mittel in D4 nehmen kann? Dies konnte mir die Apothekerin leider nicht beantworten und hat mich an eine Hebamme verwiesen.
Ich würde mich freuen, wenn sie mir darauf eine Antwort geben könnten, bzw einen anderen Tip geben können was hierbei hilfreich sein könnte. Ich denke, dass die Nagelbettentzündungen nicht abheilen steht auch mit dem Stillen in Verbindung. In der Pekip Gruppe die wir besuchen bin ich auch nicht die einzige mit diesem Problem.
Vielen Dank im voraus
Beste Grüße
Simone

Antwort vom 29.03.2012

Hallo,
bei fast allen Medikamenten wird von der Anwendung in der Stillzeit abgeraten oder zur Vorsicht gemahnt. Das liegt jedoch nicht daran, dass deren Gefährlichkeit bewiesen wäre, sondern daran, dass Arzneimittel nur ganz selten in der Stillzeit getestet werden. Für die Hersteller ist es günstiger die Anwendung in der Stillzeit auszuschließen, als teure Studien zu machen. Gute und zuverlässige Auskünfte zu allen Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit erhalten Sie unter www.embryotox.de
Es scheint tatsächlich so zu sein, dass Nagelbettentzündungen nach der Geburt öfters mal auftreten. Trotzdem gehört deren Behandlung nicht gerade ins Fachgebiet der Hebammen und es wäre sicher besser für eine Behandlungsempfehlung sich die Zehen anzusehen. Bei langwierigen gesundheitlichen Problemen gibt es oft nicht DAS Allheilmittel, sondern man muss ausprobieren, was wirkt. Für die Behandlung der Nagelbettentzündung kommen noch in Frage: Fußbäder mit Eichenrinde oder Käsepappeltee (gibts z.B.von Sidroga oder Alnatura oder "wilde Malve" lose aus den Apotheke). Schmierseifebäder sollen auch gut sein.
Anschließend Betaisodona Salbe oder Baneocin- Salbe (Antibiotikum) dünn für ca. 2 Stunden drauf tun. Salbe eher nicht dick und auf Dauer verwenden, weil das die Haut aufweichen würde. Bei hartnäckigen Entzündungen halte ich auch die Anwendung von Cortisonsalbe ausprobierenswert. Die müssen Sie sich aber verschreiben lassen.
Ansonsten noch ein wenig Nelkenöl drauftupfen, wenn Sie gerade keine Salbe anwenden. Bei allem ist wichtig, dass Sie die Behandlung lange genug durchführen, weil es einige Wochen dauern kann, bis das Nagelbett wieder ganz in Ordnung ist. Ob eine Behandlungsart anschlägt (es besser wird) merken Sie allerdings schon nach wenigen Anwendungen.
Allgemein: möglichst viel Luft dran lassen, nach einem Fußbad gut abtrocknen, evtl. trocken fönen, weite Schuhe tragen.
Ich wünsch Ihnen gute Besserung, Monika Selow


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