Themenbereich: Stillen allgemein

"Stillen funktioniert nicht und lässt mich verzweifeln"

Anonym

Frage vom 06.03.2014

Hallo liebes Team,

heute war wieder einer dieser Tage wo ich am verzweifeln bin. Er ist nun in der 10 Woche und das stillen klappt irgendwie nicht. Von Anfang an musste ich mit Stillhütchen stillen da er die Brustzwarze nicht findet. Er ist sehr quengilig und will oft an die Brust. Damit meine ich es gibt Zeiten da vergehen keine 15 Minuten ohne zu meckern. Er brauch ewig um zu trinken und lässt nie alleine ab. Dann schläft er ein und wenn er das merkt fängt er an zu heulen. Dann geht er wieder ran und dann wieder ab. Schnuller geben in dem Moment klappt leider nicht. Hungerzeichen gibt es leider so gut wie keine. Wenn ich Glück habe sagt mir seine Zunge wann es soweit ist. Dachte auch schon er ist müde und habe ihn in den schlaf geschaukelt... dann wachte er nach kurzer Zeit auf und hat wieder geweint.. dann saugt er den Finger wie verrückt beschwert sich das nix kommt. Aber rafft dann nicht das er das Stillhütchen schon im Mund hat und schreit und geht dann wieder ran und wieder ab.
Wir füttern einmal am Tag (am Abend) mit Pre Nahrung zu und da ist er dann ganz anders wenn er satt ist. Er nimmt genug zu und gedeiht super. Aber das Stillen raubt unsere Kräfte. Habe das Gefühl ihn zu quälen das es für ihn zu anstregend ist mit Stillhütchen und er jeden Tropfen mühsam erarbeiten muss und ihn das müde macht. Gefühlt bin ich nur am stillen. Aber es gibt auch Ausnahmen.. das verwirrt mich .. gestern hat er von 8-11 ohne stillen ausgehalten.

Gruß

Antwort vom 10.03.2014

Hallo!
Auch nach zehn Wochen scheint sich das Stillen bei Ihnen beiden noch nicht so eingespielt zu haben, dass Sie es als einfach und angenehm empfinden, sondern es klingt aufreibend und anstrengend. Sie schreiben nicht, ob sich dieser Zustand so oder so ähnlich schon dauerhaft abspielt seit der Geburt, aber von Ihrer Beschreibung ausgehend habe ich zwei Vermutungen: Ihr Sohn zeigt einerseits ein Verhalten, das wir als "verwirrt" bezeichnen, wenn es darum geht an den verschiedenen Hilfsmitteln, sprich Stillhütchen, Flaschensauger und Schnuller zu saugen. An all diesen Hilfsmitteln muss er unter Einsatz unterschiedlicher Muskeln und Zungenbewegungen saugen: er muss Milch mit der Zunge aus der Brust massieren (ich vermute, er verliert ausserdem immer das Vakuum bzw. das Stillhütchen könnte auch zu groß sein), er muss aus der Flasche mit Zunge und Kiefer die Milch zurückhalten oder den Schnuller an den Gaumen so schieben, damit er im Mund bleibt. Dahingehend rate ich Ihnen dringend, wieder auf Null zurückzufahren und alles wegzulassen, um auszuprobieren Ihren Sohn direkt an der Brust saugen zu lassen. Wahrscheinlich braucht es kurzzeitig die Hilfe einer Fachperson (Hebamme/ Stillberaterin). Der Zeitpunkt für diesen Versuch ist sogar optimal, weil im Alter von ca. 12 Wochen alle Säuglinge nochmals einen Entwicklungsschub mitmachen, der mit einer besseren Koordination einhergeht und es leichter macht, das Stillen an der Brust doch direkt zu erlernen. Manchmal braucht es einige zusätzliche Tricks für den Übergang, Infos zu passenden Anlegepositionen, evtl. milchbildende Massnahmen und die gute Beobachtung der Signale. Ich vermute nämlich ausserdem, dass Ihr Sohn bei den Stillmahlzeiten doch nicht ausreichend Milch erwischt bzw. nicht so viel Milch, dass er danach wirklich zufrieden und entspannt sein kann. Die Anwendung des Stillhütchens kann zu einer verminderten Milchbildung führen, weil die Stimulation der Brust nicht optimal ist. Somit kommen Sie beide in diesen Kreislauf hinein, der Ihren Sohn angestrengt immer nur kurz trinken lässt, um dann kurz danach wieder aufzuwachen vor Hunger und Sie in die Verunsicherung, welche Signale er nun wirklich zeigt. Sie haben das Dauerstillen jetzt schon so lange tapfer durchgehalten, dass ich Ihnen empfehle, sich Hilfe zu holen vor Ort; es lohnt sich und aus der Erfahrung heraus ist es zu schaffen. Vielleicht ergeben sich im Gespräch auch noch andere Themen, die förderlich sind für Sie beide oder es tut einfach nur gut Verständnis zu erfahren. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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