Themenbereich: Recht & Rat

"Mutterschutzgesetz gilt auch für Mini-Jobberin!"

ottmar46
Gelegenheitsclubber (2 Posts)

Frage vom 13.11.2015

Hallo,
Ich habe da ein "kleines" Problem.
Vorab möchte ich sagen,dass ich bereits 3 Kinder im Alter von 8,7 und fast 4 Jahren habe. Nun bin ich ungeplant mit dem 4 Kind schwanger. Aktuell 24 Ssw. Ein Schwangerschaftsabbruch kam für mich jedoch nicht in Frage.
Nun zu meinem Problemchen.
Ich bin als Minijoberin in einer Metzgerei als Reingungskraft angestellt. Ich arbeite von Montags bis Samstags jeweils abends 1,5 Stunden. Nun ist es so, dass ich seit 2 Wochen große Probleme mit meiner Arbeit habe. Während der Arbeit habe ich Unterleibsschmerzen und nach Feierabend Rückenschmerzen. Ich habe keine Probleme mit dem arbeiten,im Gegenteil, ich arbeite gern,dass gibt mir eine Art Ausgleich zu meinem teilweise stressigen Alltag zu Hause. Jedoch fällt es mir zunehmend schwerer, die Wassereimer zu tragen, den Boden mit einem Schrubber zu schrubben, die schweren Bretter (mind. 20 kg) zu heben und teilweise volle Kisten im Kühlhaus umzusetzen (mein Arbeitsbereich ist nicht die Serviceabteilung der Metzgerei,sondern die Küche,wo hergestellt bzw. Verarbeitet wird,der Grillraum und eben das Kühlhaus). Auch wird mir von bestimmten Reinigern, welche als stark ätzend eingestuft sind und bei denen man Schutzkleidung tragen sollte (ich bekomme nur Handschuhe gestellt und eine Plastikschürze) schlecht. Auch das Desinfektionsmittel löst Übelkeit aus.
Aus diesen Gründen habe ich meinen chef angesprochen und ihm gesagt, dass es für mich immer schwerer wird. Er sagte nur "tja, sie sind nun mal als putzkraft eingestellt und kannten Ihre Aufgaben, da gehören Putzmittel und Eimer tragen nunmal dazu" thema beendet.
Nun meine Frage. Gilt das Mutterschutzgesetz nicht für Reinigungskräfte,auch wenn diese nur 1,5 Stunden täglich arbeiten? Welche Möglichkeit hab ich?
Kürzlich war ich auf Arbeit ausgerutscht (eine Kollegin hat es gesehen) und hatte mich in letzter Sekunde noch festhalten können,damit ich nicht falle (ich bin mir bewusst,dass der Boden rutschig ist, wenn er nass ist) ich sprach es bei meinem FA an und dieser wollte mich 3 Wochen krank schreiben, weil es vom Rücken her nach vorn gezogn hat. Ich habe mich dann mur eine Woche krank schreiben lassen,weil mein Chef sonst richtig sauer ist. Als ich wieder auf Arbeit kam sagte er "Frau ...als sie krank gefeiert haben, haben sie da ihrem Arzt etwa gesagt, dass das hier auf Arbeit passiert ist? Nicht das wir da noch Probleme kriegen" ich verneinte und er war wieder entspannt.
Momentan bin ich ratlos. Es wird mir einfach zu viel, auf der anderen Seite arbeite ich sehr gerne und möchte meinen Job auch micht verlieren. Was kann ich tun?

Antwort vom 14.11.2015

Egal in welchem zeitlichen Umfang Sie arbeiten, wenn Sie in einem Angestelltenverhältnis stehen, und das tun Sie als Mini-Jobberin, dann gilt das MuSchG für Sie genau so wie für alle anderen Schwangeren und Stillenden. Ihr Chef muss Sie bei der vorgesetzten Behörde als schwangere Mitarbeiterin melden, und vor allem muss er die bestehenden Schutzvorschriften für Sie gewährleisten: kein Heben und Tragen von Lasten über 5 kg (der volle Wassereimer fällt schon mal weg), kein Umgang mit Gefahrstoffen (evtl das Desinfektionsmittel, das muss entsprechend geprüft werden), keine Arbeit in großer Kälte oder Hitze (Kühlhaus/ Grillraum), ... Sollte es einen Betriebsrat bei Ihnen geben, wenden Sie sich an diesen, wenn der Chef nicht mit sich reden lässt, ansonsten können Sie die vorgesetzte Behörde einschalten, bzw sich in Ihrem Fall an die Fleischerei-Berufsgenossenschaft wenden - die Adresse finden Sie über Internet-Suchmaschinen. Lassen Sie nicht zu, dass die Arbeit Ihrem Kind schadet, bestimmt kann der Chef mit Kleinigkeiten Abhilfe schaffen - zB ein Wassereimer mit Rädchen - so was gibt's ja schließlich auch! Ich wünsche Ihnen alles Gute!

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