Themenbereich: Beginn der Beikost

"Schlafen und Essensverhalten "

Anonym

Frage vom 23.01.2016

Hallo liebes Hebammen-Team,

unser Sohn ist nun 8 Monate und wiegt 10,5 kg. Beikost klappt sehr gut. Er bekommt Mittagsbrei, nachmittags einen Obst-Getreide Brei und abends Milchbrei. Vor einer Woche haben wir die 11 Uhr Stillmahlzeit erfolgreich durch Wasser und Brot ersetzt.
Hier ein ungefährer Tagesablauf zur Ergänzung meiner Frage:

7.00 Stillen (1 Seite)
meistens nochmal etwas weiterschlafen
9.00 Stillen (1-2 Seiten)
11.00 Wasser und Brot
20-30 min Nickerchen (meist beim Spaziergang, im Bett schläft er nicht so lange)
13.30 Wasser und ca. 120 g Gemüse-Kartoffel-Fleisch Brei
20-30 min Nickerchen (meist beim Spaziergang, im Bett schläft er nicht so lange)
16.00 Wasser und Obst-Getreide Brei (mit 70 g Obst)
17.30 Wasser und Abendbrei (mit 50 ml Wasser, 100 ml Milch) und einem Löffelchen Obst
17.45 Schlafengehen (seit 6 Wochen ohne Einschlafstillen)
1-3 Mal aufwachen und mit Hilfe (Händchen halten, bei ihm liegen bleiben) wieder einschlafen
21.30 Stillen (2 Seiten)
1.40 Stillen (1)
3.20 Stillen (1)
5.20 Stillen (1)
5.30 Er hält es nicht mehr im Bett aus und wir müssen mit ihm aufstehen... Nach der nächsten Stillmahlzeit schläft er nochmal etwas weiter.

Nun meine Fragen:
Ich möchte ihn in aller Ruhe abstillen, aber bis spätestens Mai hätte ich es gerne gemacht, da ich dann wieder arbeiten gehe. Er wird Ende Mai 1 Jahr. Kann ich die 9.00 Uhr Stillmahlzeit auch schon ersetzen oder fehlt ihm dann zu viel Milch? Durch was könnte ich sie ersetzen? Ich möchte nicht auf Milchpulver umsteigen, lieber stille ich noch weiter.

Ist es "normal", dass er fast alle 2 Stunden etwas essen möchte? Auch nachts?

Kann/darf ich die nächtlichen Stillmahlzeiten im 2-Stunden Takt reduzieren? Würde es nicht reichen, wenn er nur noch einmal nachts trinkt? Was kann ich alternativ nachts tun, wenn ich ihn nicht mehr oder nur noch einmal in den Schlaf zurückstille? Wäre Wasser anbieten der "falsche" Weg?

Er schafft noch keine größeren Breimengen als oben angegeben, allerdings habe ich das Gefühl, dass ihn der Obst-Getreide Brei nicht "länger" sättigt, da er nach gut 1 Stunde, spätestens nach 1 1/2 Stunden nach seinem Abendbrei verlangt.

Zum Abendbrei reibt er sich auch kräftig die Augen und ist offensichtlich bettreif. Können wir seinen Rhythmus irgendwie verändern, sodass er wenigstens 1 Stunde später morgens aufsteht? Wenn ja, wie?

Können wir etwas gegen das mehrmalige Aufwachen nach dem Schlafenlegen tun? Ist das Nachtschreck oder Albträume? Sowas trägt ja nicht unbedingt zu einem erholsamen Schlaf bei.

Viele Fragen...

Ich bedanke mich bereits jetzt für Ihre Rückmeldungen!
Liebe Grüße, Sarah

Antwort vom 27.01.2016

Hallo!
Ihr Sohn hat seinen ganz eigenen Rhythmus, was das Schlafen und auch seine Essenszeiten angeht. Entweder war er von Anfang an (auch in der Vollstillzeit) ein Freund von kleinen Mahlzeiten, oder er hat sich angewöhnt in diesen Abständen so viel zu Essen zu sich nehmen, wie es ihm gerade reicht, um erst einmal gesättigt zu sein. Insgesamt ist das natürlich eine sinnvolle Vorgehensweise, um nicht über den Hunger hinaus zu essen. Gleichzeitig brauchen viele Kinder mehr Zeit zum Essen, wollen das feste Essen auch "begreifen", sprich in die Hand nehmen und selbst zum Mund führen. Dahingehend muss man als Eltern Zeit und Geduld mitbringen. Vielfach klappt es besser, wenn Sie die Essenszeiten Ihres Kindes in Ihre eigenen Essenszeiten am Familientisch integrieren. Zusammen schmeckt es einfach besser, es ist mehr Zeit und Muße vorhanden und niemand sollte sich hetzen müssen. Übrigens werden viele Kinder sehr viel schneller "essensmüde", wenn sie allein im Hochstuhl o.ä. sitzen müssen und nicht auf dem Schoss eines Elternteils halbaufrecht angelehnt sind. Manches Mal sind die Säuglinge auch zu müde zum Essen und brauchen vorher ein Schläfchen, um neugierig und hungrig genug zu sein. Ausserdem schlage ich Ihnen vor, die festen Mahlzeiten auf ihren Fettgehalt neu zu betrachten. Auch der Obst-Getreide-Brei braucht eine Fettzugabe (als Öl oder z.B. Mandelmus). Fett ist Energie, liefert Kalorien, ist nötig, um fettlösliche Vitamine aufnehmen können, baut Zellen auf etc.; die Menge in Form von Fett beträgt in dem Alter 30-40% an der Gesamtenergiemenge. Zum Beispiel sollten Sie für den Milchbrei auch eine Milch mit einem Fettgehalt von 3,5% anbieten. Entsprechend vermute ich, dass der Ersatz der einen morgendlichen Stillmahlzeit durch Wasser und Brot Ihren Sohn einfach hungrig zurücklässt, er mit Schlafmangel aber auch über den Tag verteilt mit der Kalorienaufnahme nicht hinterherkommt. Ob das nächtliche Aufwachen Hunger ist oder Gewöhnung sollten Sie für sich beobachten und beurteilen. In dem Alter ist es ganz normal häufiger aufzuwachen und hat in den allermeisten Fällen nichts mit Nachschreck oder Albträumen zu tun, aber bei Ihnen unklar, ob es aus einem Hunger, der Gewöhnung oder dem Zustand heraus resultiert, dass Ihr Sohn immer wieder in den Schlaf gestillt wird und dann mit dem üblichen, fast stündlichen kurzen Wachphasen das Stillen wieder braucht zum Einschlafen. Das kann also bedeuten, dass das Einschlafstillen in der Nacht hinderlich ist. Prinzipiell würde ich aber probieren, die Mahlzeiten am Tag auszuweiten, die Stillmahlzeiten noch zu belassen, weil Ihr Sohn die Milch noch braucht und Sie, wie erwähnt, verständlicherweise keine Flasche einführen möchten. Das morgendliche frühe Aufstehen Ihres Sohnes ist ziemlich hart, aber spricht dafür, dass einfach seine "Bettzeit" beendet ist. Dauerhaft verschieben werden Sie es voraussichtlich nur können, wenn Sie mindestens 14 Tage dabei bleiben, ihn länger wach zu halten und den Abend zu verlängern. In den meisten Fällen ist das leider eine Qual für alle Beteiligten, häufig verändert sich der Rhythmus im zweiten Lebensjahr von alleine. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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