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Themenbereich: Entwicklung des Ungeborenen

Muss ich mich auf eine Fehlgeburt einstellen?

Schattenbild Community-Mitglied ohne Profilfoto Anonym
Ich bin in der 7. SSW (6+5) und schwanger nach einer künstlichen Befruchtung. Leider habe ich heute beim zweiten Ultraschall erfahren, dass zwar eine Herzaktivität feststellbar war, der Embryo mit knapp 3 mm aber zu klein ist und der Dottersack zu groß ist. Meine Ärztin wollte mir wenig Hoffnungen machen und bereitete mich schon auf einen Abgang bzw. eine Ausschabung vor. Ich bin sehr traurig, da ich das erste mal in meinem Leben schwanger bin und schon 40 Jahre alt bin. Wie ist ihre Einschätzung, soll ich mich innerlich schon auf das Ende der Schwangerschaft vorbereiten? Weshalb ist ein zu großer Dottersack so ein schlechtes Zeichen?

Frage vom 03.04.2013

Hallo,
oftmals wird bei einer künstlichen Befruchtung davon ausgegangen, dass alle Messwerte sich genau im Durchschnitt befinden. Das ist aber nicht der Fall. Auch nach künstlicher Befruchtung verläuft das Wachstum des Embryos in Schüben und individuell unterschiedlich. Ein Wert von 3mm für die Scheitel-Steiß-Länge des Kindes entspricht im Durchschnitt der 6+1 SSW, (das sind bei Ihnen gerade mal 4 Tage Differenz zum DURCHSCHNITT). 5% der Kinder sind mit 3mm aber schon 6+5 und 5% erst 5+4. Das bedeutet, dass 90% aller Kinder, die 3mm lang sind, sich ca. zwischen der 5+4 und 6+5 SSW befinden, weitere 10% sind noch weiter oder früher, bei völlig intakter Schwangerschaft (Die Werte sind den Leitlinien zu Ultraschalluntersuchungen in der Frühschwangerschaft entnommen).
Die Beurteilung des Dottersacks und daraus abgeleitete Prognosen empfinde ich als unverständlich bis absurd. Um Ihnen zu erklären, wieso die Ärztin aufgrund der Größe des Dottersacks zu der gemachten Aussage kommt, müsste ich mich weit ins Feld der Spekulationen begeben, weil es dazu noch nicht mal anerkannte Normwerte gibt.

Der Ultraschall in der Frühschwangerschaft hat zum Ziel das Vorliegen einer Schwangerschaft zu bestätigen und frühzeitig zu erkennen, falls diese sich evtl. außerhalb der Gebärmutter angesiedelt hat. Mehr nicht!
Bei Ihnen war alles, was beurteilbar ist Bestens, sogar schon ein Herzschlag nachweisbar.
Es handelt sich daher um eine intakte Schwangerschaft, die sich auch ordnungsgemäß in der Gebärmutter befindet. Ich würde Ihnen raten bis zur 9.SSW (da ist der erste Ultraschall nach Mutterschaftsrichtlinien vorgesehen) keinen Ultraschall mehr machen zu lassen. Gerade wenn die Empfängnis nicht so einfach war, besteht zwar das Bedürfnis alles ganz genau wissen und sehen zu wollen, das wichtigste ist jedoch guter Hoffnung zu bleiben und sich mit der Schwangerschaft anzufreunden, was auch bei starkem Kinderwunsch eine große Anpassungsleistung von Körper und Seele bedeutet.
Genauso wenig wie es eine Garantie für die Schwangerschaft gibt, gibt es Möglichkeiten durch häufige Kontrollen irgendetwas zu beeinflussen oder exakt vorher zu sagen. So lange Sie selbst keine Anzeichen von einer Fehlgeburt merken (z.B. Blutungen) würde ich mir die Freude über die Schwangerschaft nicht unnütz trüben lassen.
Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute für die Schwangerschaft, Monika Selow, Hebamme

Antwort vom 03.04.2013


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