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Themenbereich: Entwicklung des Ungeborenen

Embryo zu klein und ohne Herzschlag

Anonym

Frage vom 28.02.2020

Liebe Team,

Bin trotz Pille unerwartet schwanger geworden (im Vorab krank gewesen und viele Medikamente genommen, daher wahrscheinlich).
War nun im innerhalb von drei Wochen dreimal beim FA.
Beim ersehen mal war nur eine Fruchthülle zu sehen, so dass der Verdacht Windei im Raum stand. Bhcg Werte, welche danach gemessen wurden, waren aber wohl gut.
Dann eine Woche später wieder Ultraschall, ist ein 3mm großer Embryo zu erkennen gewesen. Die Fa aber verhalten geblieben.
Nun heute wieder bei der FA gewesen. Im US das erste Mal den Dottersack sehen können. Der Embryo 4mm groß. Jetzt heißt es aber, dass er zu klein sei, keine Herzaktivität zu sehen ist. Hab eine Überweisung in einem Klinik bekommen, bei der ich mich nächste Woche melden soll, zwecks ausschabung.
Eine Einordnung der SSW habe ich allerdings nicht bekommen.
Auf Grund des Wechselbads der Gefühle bin ich nun sehr durcheinander und möchte gerne wissen, ob ich nicht einfach noch zu früh sein könnte?
Oder ist er einfach zu wenig gewachsen innerhalb der einen Woche?
LG

Antwort vom 01.03.2020

Hallo, bei einer Schwangerschaft unter Pilleneinnahme ist es schwierig das rechnerische Schwangerschaftsalter zu bestimmen. Ungefähr in der 9.-11. Woche wird dann per Ultraschall noch mal gemessen und ein ungefähres Alter bestimmt. Erst so spät (nach den Mutterschaftsrichtlinien), weil der Embryo dann groß genug ist, um ihn sicher vermessen zu können und der Herzschlag ist dann auch zu sehen. Dass ein Herzschlag nicht zu sehen ist, ist normal, wenn der Embryo noch unter 0,8 Millimeter groß ist. Es besteht kein Grund so früh und oft zu untersuchen. Bis jetzt hat sich die Schwangerschaft kontinuierlich weiter entwickelt. Es gibt keine zwingende Notwendigkeit eine Ausschabung vornehmen zu lassen. Das gilt umso mehr, wenn nicht zu 100% sicher ist, dass sich die Schwangerschaft nicht weiter entwickelt.
Sollten Sie in die Klinik gehen, so empfehle ich Ihnen unbedingt noch mal einen aktuellen Ultraschall durchführen zu lassen. Sie können aber auch zwei Wochen warten und dann noch mal ambulant nachschauen lassen. Eine rasche "Zweitmeinung" ist dagegen nicht zu empfehlen, da zwischen den Untersuchungen genügend Zeit liegen sollte, damit überhaupt eine Entwicklung stattfinden kann.
Bei nicht intakter Schwangerschaft gibt es mehrere Möglichkeiten der Vorgehensweise:
1. Abwarten, bis die Schwangerschaft von alleine abgeht
2. Medikamentöse Einleitung einer Fehlgeburt
3. Ausschabung
Da alles ungefähr gleich sicher ist, sollte die Frau über die Möglichkeiten aufgeklärt werden und selbst entscheiden welche Vorgehensweise am Besten zu Ihr passt.
Solange Zweifel bestehen, ist Abwarten immer richtig.
Alles Gute für Sie, Monika Selow

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Anonym
Kommentar vom 01.03.2020 12:42
Weiter zu "Embryo zu klein und ohne Herzschlag"
Vielen Dank Frau Selow, für die schnelle Antwort,
Besonders auch noch über das Wochenende!

Meinen Sie zwei Wochen reichen zum Abwarten oder würden Sie einen längeren Zeitraum empfehlen?

Meine FA hat mir etwas Angst gemacht bzgl. "normaler" FG, also abwarten, bis der Körper von alleine abstößt, da ich 0neg bin und mein Partner Apos.
Sollte eine Blutung einsetzen, bräuchte ich da wohl eine Spritze. Wie genau das gemeint war, ist mir leider nicht richtig erklärt worden. Diesbezüglich werde ich bei der FA nochmal anfragen.
Denn besonders an einem Wochenende wüsste ich dann nicht ob ich damit warten kann bis Montag um zum Arzt zu gehen oder ob ich in dem Fall (oder gar allgemein) dann ins KH müsste.
Bin im Allgm. nicht zufrieden mit der Beratung und werde die Praxis wechseln.

Ihnen Danke ich, bin jetzt zumindest wieder deutlich zuversichtlicher <3

Liebe Grüße, Sanny
Kommentar vom 01.03.2020 15:57
Dringlichkeit der RH-Prophylaxe
Hallo, nach zwei Wochen müsste eine deutliche Entwicklung zu sehen sein, so dass mit einer Größe des Embryos über 1 cm auch ein Herzschlag nachweisbar wäre.
Die RH-Prophylaxe ist bei sehr frühem Zeitpunkt der Schwangerschaft noch nicht erforderlich, weil sich die Blutgruppeneingenschaften erst später ausbilden.
Die Prophylaxe wird gegeben, weil sich bei der Mutter Antikörper bilden können, wenn kindliches Blut in den Kreislauf der Mutter kommt. Bei den frühen Fehlgeburten passiert das jedoch normalerweise nicht, weil Fruchtblase und Embryo auf einmal ausgeschieden werden bei einem natürlichen Abgang.
Aus Studien ergibt sich die Empfehlung die Rhesus-Prophylaxe vorzunehmen, wenn die Schwangerschaft operativ beendet wurde. Bei medikamentöser Einleitung oder spontanem Abgang ist sie demnach nicht erforderlich. Auch nicht bei Blutungen, die nicht in einer Fehlgeburt enden. Somit bräuchten Sie die Prophylaxe nicht "Sobald Blutungen einsetzen".
In Deutschland wird die Prophlaxe grundsätzlich empfohlen, wohl auch, weil wenig Erfahrungen bestehen mit abwartendem Verhalten und dem natürlichen Verlauf. Wenn die Prophylaxe erfolgen soll, dann innerhalb von 72 Stunden, besser weniger. Das bedeutet, dass Sie dafür in die Klinik müssten, wenn es ambulant nicht möglich ist. Schwierig wäre den Zeitpunkt zu bestimmen, da Fehlgeburten mit einer Blutung beginnen, die sich verstärkt bis die Fruchtblase ausgeschieden ist. Danach lässt sie wieder nach. Dies wäre der Zeitpunkt zu entscheiden, ob eine Prophylaxe erforderlich ist oder nicht.
In der Klinik würde per US noch mal überprüft, ob eine Fehlgeburt stattgefunden hat. Kann sein, dass dort dann auch empfohlen würde auf die Prophylaxe zu verzichten, kann auch sein, dass dort empfohlen würde "sicherheitshalber" doch noch eine Ausschabung vorzunehmen. Das ist nicht erforderlich, wenn sich in der Gebärmutter nur noch aufgebaute Schleimhaut befindet. Die kann auch von alleine abbluten, wie bei der Menstruation auch.
Es ist leider schwierig alle Eventualitäten zu den unterschiedlichen Zeitpunkten hier zu beschreiben, vor allem, weil es keine allgemein gültigen Leitlinien dafür in Deutschland gibt und sich die Vorgehensweisen regional stark unterscheiden. Es gibt vieles was so gemacht wird, weil es schon immer so gemacht wird. Daneben gibt es aber auch Ärzte und Kliniken, die sich an internationalen neueren Studien orientieren, was ich für den besseren Weg halte, zumal das auch den Wunsch der Frauen nach individuellen Wegen viel besser berücksichtigt.
Meine Empfehlung für jetzt: Gehen Sie mit Ihren Gedanken schrittweise vor. Für jetzt warten Sie erst mal die weitere Entwicklung ab.
Sollten Sie innerhalb dieser Wartezeit Blutungen bekommen, dann ist die Rhesus-Prophylaxe kein zwingender Grund sofort in die Klinik zu eilen. Sie können sich dann noch mal neu informieren und über das weitere Vorgehen entscheiden.
Sie können auch hier noch mal nachfragen. Allerdings ist eine schnelle Antwort nicht immer möglich. Zuverlässiger wäre es, wenn Sie sich eine Hebamme vor Ort suchen würden, die Sie individuell berät und dabei auch die bessere Möglichkeit zu Nachfragen und Berücksichtigung von persönlich erhobenen Befunden hat.
Alles Gute für Sie, Monika Selow

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