Themenbereich: Ernährung bei Allergien

"Infolge Beikost Milchschorf - trotzdem abstillen?"

Anonym

Frage vom 20.02.2002

Liebes Hebammenteam,
unser Sohn (geb.10.7.2001) ist jetzt 7 Monate alt, bekommt seit dem 6. Monat mittags einen Gemüse-Karoffel-(Fleisch)Brei und abend einen Milch-Getreide-Brei. Vorher habe ich ihn voll gestillt, jetzt stille ich noch morgens, vormittags und nachmittags. Nachts schläft er durch. Da der Kleine erheblich Probleme mit seinem Stuhlgang hatte, habe ich mittags fast immer auf Karotte verzichtet und abends die Reisflocken durch Hirseflocken von Holle ersetzt und jeder Mahlzeit ca. 1-2TL Milchzucker untergemischt (ist das zuviel auf Dauer? Unser Sohn ist z. Zt. 70cm lang und wiegt 9080 g). Außerdem hat er seit der Beikost Milchschorf (der vorher schon wieder ganz weg war) auf dem Kopf bekommen. Woher kann das genau kommen? Kann das noch mehr werden?
In unserer Familie gibt er viele Allergien (ich habe sehr trockene, flechtige Haut (in meiner Familie gibt es auch Neurodermitis) mein Mann hat Heuschnupfen, wie auch seine Mutter sehr stark). Daher habe ich den Milchbrei auch mit HA 1 von Beba angerührt und auf Kuhmilch verzichtet. Da unser Sohn seit dem Milchbrei abens mit dem Nuckeln angefangen hat, habe ich ihm seit 4 Tagen den Brei durch ein "Breifläschchen " ersetzt. Ist das OK? Wann sollte ich abends dann wieder mit dem Löffeln beginnen? Muss ich dem Brei Öl zufügen? Außerdem überlege ich, voll abzustillen, damit ich unabhängiger bin, habe aber Bedenken wegen der Allergien. Ich würde ja die Stillmahlzeiten in Flaschenmahlzeiten "umwandeln"... Ist davon vielleicht doch abzuraten? Falls ich damit doch anfangen sollte, wie schnell kann/sollte man das machen? Wie viele Mahlzeiten bekommt er dann?
Vielen Dank schonmal für die Antworten.

Lieben Gruß

Anonym

Antwort vom 22.02.2002

-Da Ihr Sohn durchaus einer erhöhten Allergiegefährdung ausgesetzt ist, da Sie bzw. Ihr Mann und Ihre gesamte Familie unter Allergien und Hautproblemen bzw. Neurodermitis neigen. Daher möchte ich Ihnen eher dazu raten auf die Kuhmilch zunächst zu verzichten und diese durch eine HA-Milch oder eine andere tierische Milch (Ziege oder Stute) zu ersetzen. Dies wird bei allergiegefährdeten Kindern im ersten Lebensjahr empfohlen. Beobachten Sie dann bitte genau die Haut um eine Besserung zu erkennen, welche dann ein Hinweis auf eine Kuhmilchunverträglichkeit sein kann. Bei einer echten Kuhmilchallergie kann es auch möglich sein, dass Ihr Sohn auf die Ha Nahrung reagiert, da hier das Kuhmilcheiweiß zwar aufgespalten ist, aber noch immer als Fremdeiweiß erkannt werden kann. Natürlich kann der Ausschlag auch andere Ursachen haben. Besprechen Sie dies daher bitte auch noch mit Ihrem Kinderarzt und / oder einer Ernährungsberaterin. Vielleicht interessiert Sie zu dem Thema Ernährung auch die Broschüre des Forschungsinstitutes für Kinderernährung in Dortmund (www.fke-do.de) "Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern aus Allergikerfamilien".
Meines Erachtens nach ist die Gabe von Milchzucker in diesem Rahmen durchaus in Ordnung, dies wird meines Wissens nach auch durch die Firma Holle so empfohlen. Es wird angeraten den Breien Öl zuzumischen, wenn diese statt mit Vollmilch nur mit einer Halbmilch zubereitet werden. Durch den Zusatz von Öl wird eine längere Sättigung erreicht und die Kinder können dann auch die fettlöslichen Vitamine besser aufnehmen. Wann Sie am Abend wieder mit dem Brei beginnen, statt ihn wie bisher durch die Flasche zu geben, bleibt ganz Ihnen überlassen. Wenn Ihr Sohn am Abend zu müde ist, um gut vom Löffel zu essen, können Sie ihm natürlich auch die Flasche geben, allerdings sollten Sie diese Mahlzeit in einigen Wochen dann wieder versuchen mit dem Löffel zu geben.
Gerade wegen der vielen Allergien in Ihrer Familie möchte ich Ihnen eher davon abraten, Ihren Sohn schon abzustillen. Besser wäre es, wenn Sie den Kleinen noch das erste Lebensjahr zumindest noch eine Mahlzeit stillen würden. Um mehr Unabhängigkeit zu haben, könnten Sie aber einmal mit einer Stillberaterin reden, die Ihnen vielleicht auch Tipps zum abpumpen geben kann. Falls Sie sich aber gegen das stillen entscheiden, sollten Sie sich und Ihrem Sohn schon noch etwas Zeit lassen und als Minimum ein bis zwei Wochen zwischen dem ersetzen der einzelnen Muttermilchmahlzeiten durch Säuglingsmilch einhalten um evt. Unverträglichkeiten früh genug zu erkennen. Am besten besprechen Sie dies aber auch noch einmal mit Ihrem Kinderarzt und einer Ernährungsberaterin oder einer Stillberaterin.

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