Themenbereich: Stillen allgemein

"Stillhütchen"

Anonym

Frage vom 29.11.2003

Hallo liebes Hebammenteam,

meine Tochter ist jetzt 5 wochen alt und ich stille voll mit Stillhütchen. Nun meine Fragen:
1. Bekommt sie durch das Stillhütchen weniger Milch wenn Sie saugt als ohne?
2. Sie trinkt immer nur an einer Brust ca. 15 Minuten ist dann scheinbar satt und schläft ein. Möchte nach ca. 2 std. aber eine erneute Mahlzeit. Sollte ich versuchen diese raus zu zögern, z.b. durch den Schnuller, damit Sie dann mehr trinkt und länger satt ist. Tagsüber ist das mit den 2 std. ja kein Problem, aber nachts.

Vielen Dank im Voraus.

Anonym

Antwort vom 01.12.2003

-Wenn Ihre Tochter effektiv saugt, bekommt sie wahrscheinlich durch das Stillhütchen genau so viel Milch als würde sie direkt an der Brust saugen. Allerdings kann sich bei längerem Gebrauch von Stillhütchen die Milchmenge reduzieren. Sie sollten die Abstände zwischen den Mahlzeiten nicht mit dem Schnuller verlängern, sondern Ihr Kind stillen, wenn es Hunger anmeldet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Ihre Tochter im Alter von fünf Wochen alle 2 Std. trinken möchte. Sie können ausprobieren, pro Mahlzeit beide Seiten zu stillen. Lassen Sie die Kleine etwa zehn Minuten an der ersten Seite trinken. Anschließend machen Sie eine kleine Pause und nehmen sie hoch, damit sie evtl. ein Bäuerchen machen kann, oder Sie wickeln Ihr Baby, damit sie wieder wacher wird. Legen Sie dann auch noch die zweite Seite an, bis sie diese ebenfalls von selbst loslässt oder bis sie nicht mehr trinkt. Auf diese Art erhält Ihr Kind eine Mahlzeit in „3Gängen“. An der ersten Seite trinkt sie zunächst die durstlöschende Vordermilch, die sich während der Stillpause in den Milchseen im Bereich des Warzenvorhofs angesammelt hat. Nach wenigen Minuten setzt der Milchspendereflex ein, den Sie vielleicht sogar an einem Kribbeln in Ihren Brüsten spüren. In diesem Moment wird die Milch aus den hinteren Bereichen des Drüsengewebes nach vorne gedrückt. Diese Milch wird Hintermilch genannt. Sie ist sehr fetthaltig und sättigend. In der zweiten Brust vermischen sich derweil Vorder- und Hintermilch weil der Milchspendereflex gleichzeitig in beiden Brüsten ausgelöst wird. Wenn Ihre Tochter jetzt auch noch an der zweiten Seite trinkt, erhält sie eine sättigende „Nachspeise“. Versuchen Sie, nach und nach von dem Stillhütchen wegzukommen. Sie können sich auch an eine Hebamme vor Ort wenden, die Sie individuell beraten und unterstützen kann. Sie kann sich das Trinkverhalten Ihrer Tochter anschauen und gegebenenfalls Vorschläge zur Verbesserung und Vereinfachung der Situation machen. Ihnen steht bis zum Ende der Stillzeit Hebammenhilfe zu. Adressen von Hebammen erhalten Sie bei Ihrer Entbindungsklinik oder Ihrem Gesundheitsamt. Vielleicht mögen Sie sich auch an eine Stillgruppe oder Stillberaterin vor Ort wenden. Adressen finden Sie unter www.afs-stillen.de, www.lalecheliga.de, www.bdl-stillen.de

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