Themenbereich: Vorsorgeuntersuchungen

"Pränataldiagnostik"

Anonym

Frage vom 15.12.2003

Hallo,

ich bin 34 Jahre u. in der 9 SSW.
Im Januar wird bei mir ein "first trimester screening" vorgenommen. Handelt es sich hierbei um eine Kassenleistung ?
Zudem möchte ich in d. 20/22 SSW ein Missbildungsultraschall vornehmen lassen. Mein Arzt hat die entsprechende Geräte aber wohl nicht. Habe ich einen Anspruch darauf, dass er mich dann an einen anderen Arzt überweist ?
Was ist, wenn in der 20/22 SSW eine Behinderung festgestellt würde ? Kann man sich dann immer noch zu einer evtl. Abtreibung entschliessen, oder ist es dafür dann schon zu spät ?
Welche Vorsorgeuntersuchungen kann ich noch vornehmen lassen, um Missbildungen auszuschliessen ? Ich mache mir 1000 Gedanken, da ich auf gar keinen Fall ein behindertes Kind zur Welt bringen möchte.
Viell. können Sie mir weiterhelfen.

Antwort vom 15.12.2003

Hallo,
bestimmte Leistungen der Pränataldiagnostik werden von der Kasse nur übernommen, wenn ein er-höhtes Risiko vorliegt. Unter die Altersindikation fallen Sie noch nicht, es könnte aber sein, dass ande-re Gründe vorliegen, die eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse rechtfertigen. Sie haben natürlich immer die Möglichkeit Leistungen privat zu zahlen. Die Kosten, die in dem Fall auf Sie zu-kommen, kann Ihnen Ihr Frauenarzt benennen. Wenn in der 20/22. SSW eine Behinderung festge-stellt wird, kann keine Abtreibung im klassischen Sinne mehr durchgeführt werden, sondern die Ge-burt kann frühzeitig eingeleitet werden. Eine Möglichkeit dieser Einleitung besteht, wenn der werden-den Mutter aus psychischen Gründen eine Fortsetzung der Schwangerschaft nicht zugemutet werden kann. Die Behinderung an sich ist kein Grund für eine Abtreibung. Aus Mütterlichen Gründen gibt es keine Obergrenze. Handelt es sich jedoch um ein Kind, das außerhalb der Gebärmutter schon lebens-fähig wäre, so wird es vor der Geburt getötet. Jeder Arzt hat jedoch das Recht dies abzulehnen, ins-besondere wenn die Schwere der Behinderung einen massiven Einsatz ethisch nicht gerechtfertigt erscheinen lässt. Sie schreiben so vehement, dass Sie „auf gar keinen Fall“ ein behindertes Kind auf die Welt bringen möchten. Egal wie viele Untersuchungen Sie machen lassen, gibt es keine Garantie auf ein gesundes Kind. Manche Störungen lassen sich nicht feststellen oder sind erst später erkenn-bar. Behinderung und Krankheit können in jedem Lebensalter auftreten. Auch wenn alle Untersuchun-gen in Ordnung sind, könnte es für Ihren weiteren Umgang mit dem Kind hilfreich sein sich damit aus-einanderzusetzen, dass ein Kind nicht immer allen Erwartungen gerecht wird und die Grenzen zwi-schen Gesundheit und Behinderung fließend sind.
Alles Gute, Monika Selow

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