Themenbereich: Stillen allgemein

"2 Wochen, Rythmus beim Stillen"

Anonym

Frage vom 02.02.2004

Meine Tochter ist jetzt etwas über 2 Wochen alt und sie hat noch keinen Rhythmus, wann sie Hunger hat und wann nicht. (ich stille sie!). Anfangs trank sie immer pro Brust zwischen 20-30 Minuten in Abstand von ca. 4-6 Stunden. Seit 2 Tagen trinkt sie in kürzeren Abständen (2-3 Stunden) jeweils nur 10 Minuten. Ist das ok, da ich ja jedesmal nicht weiss wieviel sie tatsächlich trinkt? Wann pendelt sich denn der Rhythmus ein? Sie schläft auch oft ein beim stillen, obwohl ich viel versuche sie wachzuhalten... Könnt ihr mir sagen, ob das ok. bzw. normal ist. Generell schreit sie kaum, schläft viel, teilweise bis zu 5 Stunden und mehr hintereinander.
Dankeschön!!!

Anonym

Antwort vom 02.02.2004

-Es ist völlig normal und richtig, wenn ein Stillkind alle zwei bis drei Stunden an der Brust trinkt. Das häufige Stillen regt die Milchbildung an, sodass sich die Milchmenge dem Bedarf des Kindes anpassen kann. Grundsätzlich können Sie Ihr Baby nach Bedarf stillen. Es darf so häufig trinken wie es Hunger hat und so lange, bis es satt ist. Babys haben noch keinen festen Rhythmus, sondern verändern diesen immer wieder. Der feste 4-Stunden-Rhythmus, der in der Vergangenheit vielen Kindern aufgezwungen worden ist, war eine Erfindung der Säuglingsnahrungsindustrie. Die Kinder sollten damit vor Überfütterung geschützt werden. Stillkinder haben ihre eigenen, wechselhaften Rhythmen. Folgen Sie einfach dem Rhythmus Ihres Kindes, dann werden Sie sich schnell aufeinander einspielen. Stillen Sie Ihr Baby, so oft es Hunger anmeldet, auch wenn sich Ihre Brüste schon weich anfühlen. Stillen Sie bei jeder Mahlzeit möglichst beide Seiten und achten Sie darauf, dass Ihr Kind gut angelegt ist (das Baby ist komplett Ihrem Körper zugewandt; Ohr Schulter und Hüften bilden eine Linie; es muss zum Trinken nicht den Kopf drehen) und effektiv saugt. Gönnen Sie sich Ruhepausen, in denen Sie die Beine hochlegen und trinken Sie zu jeder Stillmahlzeit ein Getränk. Wenn möglich, lassen Sie sich verwöhnen, z.B. mit einer Rückenmassage, einer leckeren warmen Mahlzeit und kleinen Snacks zwischendurch. Vielleicht finden Sie auch Unterstützung im Haushalt und nutzen die Stillpausen zum Ausruhen. Ob Ihr Baby genug Milch bekommt, erkennen Sie an seinem gesunden Gedeihen: Es hat vier bis sechs nasse Windeln am Tag, und der Urin ist hell und geruchlos. Die Stühle stinken nicht (Stillkinder müssen nicht täglich Stuhlgang haben. Der Stuhlgang kann auch mal zehn Tage auf sich warten lassen). Ihr Kind saugt effektiv an der Brust und schluckt hörbar. Ihre Brust ist nach dem Stillen etwas weicher als vorher (evtl. momentan nicht so deutlich spürbar). Die große Fontanelle ist nicht eingesunken. Ihr Baby ist rosig und sein Körper warm. Neben unterschiedlich langen Schlafphasen ist es wach und reaktionsfreudig, macht insgesamt einen zufriedenen Eindruck und lässt sich durch verschiedene Maßnahmen beruhigen. Es ist ausreichend, wenn Ihr Kind etwa 110-250 Gramm in der Woche zunimmt. Nehmen Sie die Hilfe einer Hebamme in Anspruch, die Sie beraten und unterstützen kann. In dem Buch „100 Fragen – Richtig Stillen“, Sabine Koopmann, rororo Nr. 61713 finden viele nützliche Tipps für eine glückliche Stillzeit und vor allem viele Antworten auf die meist gestellten Fragen.

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