Themenbereich: Stillen allgemein

"was tun bei Ablehnung der Beikost?"

Anonym

Frage vom 07.07.2004

Hallo liebes Hebammen-Team,

ich bin 33 Jahre alt und habe vor 8,5 Monaten meine 2. Tochter entbunden (meine Große ist 8 Jahre alt). Ich habe Emily von Geburt an gestillt (was mir bei Julia leider verwehrt blieb) und versuche nun, sie vernünftig beizufüttern, was mir leider nicht wirklich gelingt. Sie verlangt sehr unregelmäßig, also nach Bedarf die Brust und ich muß zugeben, dass ich keinen Rhythmus finden kann, wann ich ihr welche Beikost füttern soll/muss. Mittags ist sie unser "normales" Essen mit ( ein paar Hapse), nachmittags schaffe ich es wenigstens, ihr ein wenig Obst aus dem Gläschen zu geben. Abends nimmt sie ein paar Löffel Schokobrei- aber nur Schoko und nur von einer bestimmten Sorte! Ansonsten lehnt sie Gläschennahrung komplett ab, ebenso Fläschchen und Schnuller. Sie schläft tagsüber 2x eine halbe Stunde und schläft auch nur an meiner Brust ein. Das Gleiche abends. Gott und die Welt redet auf mich ein, mit dem Abstillen anzufangen und sie in ihrem Bett schlafen zu lassen. Das versuche ich auch nach Buch, aber irgendwie habe ich kein wirklich gutes Gefühl dabei. Klar gehe ich inzwischen auf dem Zahnfleisch - ich schlafe ja nie durch, habe auch tagsüber kaum Gelegenheit mich hinzulegen, da ich bzw. wir neben Emily ja noch 3 große Kinder haben (meine Tochter Julia und die Kinder meines Mannes, die ebenfalls bei uns leben, Lissy, 8 Jahre und Nicklas, 10 Jahre). Was raten Sie mir?? Danke und herzliche Grüße, Sabine

Anonym

Antwort vom 08.07.2004

-Sie können ganz gelassen und ruhig bleiben. Es ist doch ganz wunderbar, dass Sie mit Emily eine Stillbeziehung aufbauen konnten, die sich über Monate nach ihrem Bedarf orientiert hat. Das Stillen folgt seinen eigenen Rhythmen und ist bei jedem Mutter-Kind-Paar ganz eigen. Es muss Sie nicht verunsichern, dass Sie jetzt noch keinen festen Beikostrhythmus gefunden haben. Das ist ganz normal. Lassen Sie sich selbst und Ihrer Tochter viel Zeit mit der Umstellung vom Stillen auf feste Nahrung. Sie beide müssen sich nicht nur auf eine andere Form der Ernährung einstellen, sondern auch von der intimen Nähe des ausschließlichen Stillens Abschied nehmen – und das braucht Zeit. Egal, was die „ganze Welt“ sagt und meint, rate ich Ihnen, das zu tun und dem zu folgen, was Ihr Gefühl Ihnen sagt, besonders was das Einschlafen Ihrer Tochter angeht. Probieren Sie nicht zu viel auf einmal. Sie können z.B. erst einmal langsam und schrittweise die Beikost einführen und dann das Einschlafen im eigenen Bettchen einüben. Lassen Sie sich dabei viel Zeit, und setzen Sie sich nicht unter Druck. Viele Babys genießen die Nähe und Wärme der Eltern im gemeinsamen Bett und schlafen dort viel besser. Mit zunehmendem Alter wird Ihre Tochter das Schlafen im eigenen Bettchen leichter akzeptieren. Sie können Ihrer Tochter mittags einen Gemüsebrei, nachmittags einen milchfreien Getreide-Obstbrei und abends Milch-Getreide-Obstbrei füttern. Die restlichen Mahlzeiten können noch Stillmahlzeiten sein. Für den Getreidebrei eignet sich Hirse- oder Reisbrei. Sie können den Brei im Bioladen oder Reformhaus kaufen. Es handelt sich um zarte Flocken (wie Schmelzflocken), die Sie in heiße Flüssigkeit einstreuen. Hinzu kommt noch gedünstetes Obst von Apfel, Birne oder Beeren. Auf den Schokobrei sollten Sie ganz verzichten. Der enthält zu viel Zucker, schädigt die Zähne und gewöhnt die Kleine an den süßen Geschmack. In der Broschüre „Gesunde Ernährung von Anfang an “ (Verbraucherzentrale Hamburg, Tel. 040/24832-20, E-Mail: info@vzhh.de ) finden Sie wertvolle Informationen und Hintergründe zur schonenden und gesunden Einführung der Beikost.

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