Themenbereich: Vorsorgeuntersuchungen

"Ist die Nackentransparenzmessung sinnvoll?"

Anonym

Frage vom 22.05.2005

Nackentransparentmessung. Ich bin mir unsicher ob ich diese Untersuchung durchführen lassen soll, da es sich hier je eher um einen statistischen Wert handelt. Meine Frauenärztin rät mir weder zu, noch ab. Bei meinem Alter (30 Jahre) empfiehlt sie mir jedoch diese, wenn ich eine evtl. Behinderung ausschließen möchte. Einige Freundinnen von mir haben die NT durchführen lassen, auf Empfehlung des FA, bei anderen hat der FA dies gar nicht empfohlen. Ist diese Untersuchung sinnvoll? Oder doch nur ein zusätzliches Angebot des FA, wobei man zusätzlich etwas verdienen kann?

Anonym

Antwort vom 22.05.2005

Hallo, wie Sie beschreiben gibt die Messung nur einen statistischen Wert an. Man kann nie zu solchen Untersuchungen raten oder abraten, man kann nur über die Möglichkeiten und Vorgehensweisen informieren. In Ihrem Lebensalter laufen Sie zwar noch nicht unter einem "erhöhten statistischen Risiko" ein Kind mit einer genetischen Abweichung zu gebären, es gibt aber natürlich für kein Lebensalter eine Garantie auf Gesundheit oder gesunde Kinder...., leider. Sie müssen sich fragen, was für eine Konsequenz ein positives Testergebnis hat für Sie und Ihren Partner hat. Würden Sie weitere Diagnoseuntersuchungen machen? Würden Sie einen Schwangerschaftsabbruch erwägen? Müssen Sie sich auf eine evtl. Behinderung oder das Leben mit einem Kind mit genetischer Abweichung psychisch vorbereiten können? Schwere Fragen über die sämtliche medizinische Berufsgruppen, Ethiker, Eltern betroffener Kinder und Behinderte selbst heiß und emotional diskutieren. Man kann nur selbst seinen Weg suchen und probieren die damit verbundenen Konsequenzen tagen zu können. Im Internet und unter http://www.cara-beratungsstelle.de/html/unter2_5.htm finden Sie weitere Information zur Meinungsbildung. Einen guten Schwangerschaftsverlauf, herzliche Grüße, Ina

28
Kommentare zu "Ist die Nackentransparenzmessung sinnvoll?"
BayrischesNordlicht
Gelegenheitsclubber (0 Posts)
Kommentar vom 18.04.2011 10:14
Nackentransparenz sinnvoll?
Ich bin das erste mal schwanger und völlig unbedarft, was Untersuchungen bedarf. Jetzt habe ich oben genannte Untersuchung machen lassen. Obwohl auf dem U-Schall alles in Ordnung war, teilte mir meine Ärztin mit, dass ich eine Wahrscheinlichkeit von 1:75 habe ein Kind mit Trippel-Chromosom zu bekommen. Ich solle den nächsten U-Schall in einem Institut machen, dass auf diese Untersuchung spezialisiert ist... Seit dieser Hyopsbotschaft geht es mir ehrlich gesagt nicht gut. (Bin sehr nah am Wasser gebaut). Für mich steht jedoch eine Abtreibung außer Frage.
Ich bin der Meinung, diese Untersuchung ist nur dann sinnvoll, wenn man den Schritt der Abtreibung (falls das Ergebnis positiv ist) machen möchte, oder eine genetische Abweichung bereits innerhalb der Familie aufgetreten ist. Ich würde jeder abraten diese Untersuchung zu machen, wenn keine Auffälligkeiten aufgetreten ist. Es macht nur unnötigen Stress und Kummer, was weder dem Baby noch einem selbst gut tut!!!
Frullania
Gelegenheitsclubber (0 Posts)
Kommentar vom 03.05.2011 15:29
Nackendichte / Fruchtwasseruntersuchung
Hallo,

ich bin mehr und mehr betroffen über die Art und Weise, wie pränatal mit (möglicherweise) behinderten Kindern umgegagen wird. Von Ärzten und Gesellschaft wird uns eingeredet, ein behindertes Kind ist etwas ganz Schlimmes, krempelt das Leben um und entspricht nicht unserer ewig jungen Powergesellschaft. Und deshalb kann man ruckzuck die Kinder töten und fertig. Über 90% der Eltern tun das. Auch wenn angeblich den Eltern die Entscheidung überlassen wird, haben die meisten angesichts des gesellschaftlichen Druckes wohl kaum eine Echte Wahl. Schon die Frage "kannst Du Dir vorstellen, mit einem behinderten Kind zu leben" suggeriert, das das was Entsetzliches ist.
Und doch - jeder weiß, dass von jetzt auf gleich aus einem gesunden fröhlichen Kind ein schwerstbehindertes Kind werden kann!

Ich habe kleinen einen Sohn mit Trisomie21. Als ich das bei der Feindiagnostik erfuhr, was das für mich keine Überrraschung. Ich habe von Anfang an gewusst, dass der Kleine ein anderes Kind ist. Natürlich war die Diagnose trotzdem ein Schock, aber ich wusste ja, dieser kleine Kerl hat so einen Lebenswillen und soll ich mich gegen den Lebenswillen meines Kindes stellen? Absurd.
Eine große Hilfe war mir, dass alle echten Freunde in meiner Situation genauso entschieden hätten - ich kenne keine, die eine Nackenfaltenuntersuchung hat machen lassen. Und ich war froh, mich auf dieses besondere Kind die letzten Schwangerschaftsmonate einstellen zu können.

Inzwischen ist er ein munterer kleiner Kerl, von allen geliebt, voran von seinen Geschwistern, einfach unser Sonnenschein und wir sind stolz, dass wir uns für unser Sondermodell entschieden haben. Diese Erfahrung machen alle Eltern und Großeltern von Kindern mit überflüssigem Chromosom - und diese Erfahrung sollte immer mehr in unserer Gesellschaft umgreifen, nicht das Streben nach perfekten Babys. Das Leben hat viele Facetten und es braucht manchmal Mut und Stärke, das so anzunehmen. Oder einfach nur eine fröhliche Portion Gottvertrauen? Es gibt so vieles, was nicht in unserer Hand liegt, schon gar nicht die Gesundheit und noch weniger die Zukunft unserer Kinder.

Also, nehmt Eure Kinder einfach so an, wie sie zu Euch wollen - sie bereichern uns jedes in seiner Art.

Herzliche Grüße

Kommentar verfassen Alle Kommentare anzeigen


Das könnte dich auch interessieren:


Frag das babyclub.de Hebammenteam!
Jetzt kostenlos persönliche Frage stellen: