Themenbereich: Blähungen & Verdauungsprobleme

"Probleme mit dem Stuhlgang"

Anonym

Frage vom 10.03.2010

Meine Tochter 15 Wochen, hat Probleme mit dem Stuhlgang. Sie schafft es alleine immer nicht. Bisher habe ich immer mit Kümmelzäpfchen und Fieber messen geholfen. Meine Hebamme meinet nun ich soll nicht mehr helfen, weil es den Darm träge macht, sie müsse es alleine schaffen. Nun habe ich aber Angst, dass sie Verstopfung bekommt. Ihr Stuhlgang ist sowieso immer recht fest. Fast wie beim Erwachsenen. Sie drückt auch ständig aber ich habe das Gefühl sie kneift dabei den Po zu. Der Ki Arzt meinte schon das Babys oft solche Probleme haben. Müssen sie wohl erst lernen. Aber was mache ich nun. Wirklich abwarten bis sie es allein schafft? Sie schläft deswegen auch total schlecht. Nahrung habe ich schon drei m al umgestellt, Hat nichts geholfen. Tee nimmt sie nicht, auch nicht wenn ich die Flasche damit koche. Sie bekommt Lefax, weil sie die Luft alleine auch nicht los wird.

Antwort vom 11.03.2010

Hallo!
Ich persönlich halte (auch) gar nichts davon, den Darmausgang eines Säuglings ständig mit dem Thermometer zu stimulieren, um den Stuhlgang herbeizuführen. Manchmal führt das auch noch zum Gegenteil, weil kleine Einrisse am Darmausgang entstehen können, die sehr schmerzhaft sind und die Kinder schon deshalb nicht drücken wollen. Leider gibt es ansonsten nicht „den“ Tipp. Prinzipiell wird es bei den meisten Säuglingen besser mit der Verdauung, wenn sie sich mehr bewegen, das Robben, Krabbeln, Laufen beginnen. Vermutlich haben Sie die üblichen Massnahmen wie Radfahren mit den Beinchen auf dem Wickeltisch, Bauchmassage, viel imTuch tragen etc. schon alles aufprobiert. Wenn es um die Nahrung geht, führt eine Folgemilch, die weniger Lactose (Milchzucker) hat, zu mehr Verstopfung. Also alle Säuglingsnahrungen, die keine Pre-Nahrungen sind. Sie enthalten ausserdem Stärke, die die Kinder nur schwerer verdauen können. Vielleicht liegt da schon ein Problem. Der fehlende Milchzucker kann aber auch in die anderen Nahrungen gegeben werden; Ölbeigaben (Rapsöl) können ebenso helfen, um den Stuhlgang „geschmeidiger“ zu machen. Ansonsten verweisen wir Hebammen bei andauernden Magen-Darm-Problemen gerne an eine/n OsteopathIn. Diese/r kann herausfinden, ob es von der muskulären und knöchernden etc. Seite her einen Grund für die Verstopfung gibt und diese lösen und das Gleichgewicht wieder fördern helfen. Auch Homöopathen (mit Erfahrung in der Behandlung von Säuglingen) können oft hilfreich sein. Für beide Fachpersonen sind auch die Schwangerschafts- und Geburtsgeschichte wichtig, um zu schauen, ob es dort einen Auslöser geben könnte (Medikamente, Kaiserschnitt u.v.m.). Vielleicht verändert sich der Stuhlgang auch nochmals mit der Einführung der Breikost in einigen Wochen. Stuhlauflockernde Gemüse- oder Obstsorten sollten Sie dann als erstes ausprobieren und die Stopfenden meiden. Wenn Sie jetzt bei Ihrem Kind merken, dass es ohne Stimulation gar nicht zurecht kommt und immer wieder unter echter, wiederholter Verstopfung leidet und Sie ausserdem das Gefühl haben, da stimmt wirklich etwas nicht, sollte Ihr Kinderarzt das nochmals anschauen. Es gibt nämlich noch ganz andere Gründe für eine Verstopfung. Ich wünsche Ihnen alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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