Themenbereich: Abstillen

"unruhig und schlecht schlafend nach Einführung von Brei"

Anonym

Frage vom 25.11.2010

Ich gebe meinem Sohn (4,5 Monate) jetzt schon seit 4 Wochen die erste Beikostmahlzeit. Das Mittagessen verträgt er auch sehr gut und alles lief ohne Probleme. Nun habe ich auch angefangen, ihm am Abend etwas Brei zu geben. Am Anfang lief auch alles super. Nun aber mit Erhöhung der Breimenge und dementsprechender Reduzierung der Brust, schläft er plötzlich ganz schlecht. Er will schon nicht recht einschlafen und wacht vermehrt nachts unter Weinen auf. Kann es sein, dass er den Brei nicht verträgt? Kann ich ihm auch nach einer vollen Mahlzeit Brei noch die Brust geben?

Antwort vom 26.11.2010

Hallo!
Ihr Sohn reagiert so, wie viele Kinder mit Einführung der Beikost reagieren, wenn diese sehr früh (bzw. zu früh) begonnen wurde und zu schnell die Milchmahlzeiten durch Breimahlzeiten ersetzt werden. Viele Kinder sind unruhig und insbesondere körperlich belastet. Das Verdauungssystem reagiert empfindlich und ist völlig überfordert. Sie haben nachts Hunger und nach wie vor ein grosses Saugbedürfnis. Ich empfehle Ihnen, die Breimahlzeit am Abend wieder fallen zu lassen. Wenn Sie das nicht möchten, empfehle ich Ihnen natürlich, ihn danach zu Stillen. Sein Saugbedürfnis wird gestillt, er erhält noch ausreichend Kalorien und Verdauungsenzyme für die Verarbeitung des Breis. Ansonsten geniesst Ihr Kind sicher die zurückgewonnene Still- oder Milchmahlzeit und wird Zeichen zeigen, dass es bereit für die nächste Mahlzeit ist. Ich persönlich halte den Beginn der Beikost mit 3 1/2 Monat für viel zu früh und er ist auch keinesfalls so empfohlen, sondern der früheste Zeitpunkt von pädiatrischer Seite lautet: nicht vor der 16. Lebenswoche! Auch diesen Zeitpunkt halte ich persönlich für noch zu früh. Ich vermute, Sie sind durch die verschiedenen Angaben auf den Fläschchen bzw. Gläschen verunsichert. Leider ist die Kennzeichnung wirklich (bewusst) sehr unverständlich ausgedrückt, aber ein Kind soll mindestens vier volle Monate alt sein, ehe es Beikost erhält. Auch ist in vielen Zeitschriften zum Thema geworden, ob ein Säugling nicht an Eisenmangel leidet, wenn er nicht sehr früh mit Fleisch zugefüttert wird. Leider ist diese Aussage sehr! umstritten, u.a., weil nicht angemessen nachgewiesen. Leider verunsichert es Sie als Eltern. Selbstverständlich kann es sein, dass Ihr Sohn einen anderen Grund hat für seine Unruhe. Ein Kind mit 4/5 Lebensmonaten macht einen weiteren grossen Entwicklungsschritt durch und braucht deshalb mehr Nähe und Mama, bis dieser Schritt integriert ist. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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