Themenbereich: Abstillen

"Mein Kind isst kaum Beikost, braucht sie deshalb Milch?"

Anonym

Frage vom 19.12.2010

Hallo liebe Hebammen,

meine Tochter 11 Monate geht bald zur Eingewöhnung in die Krippe und aus diesem Grunde hab ich bereits 3 Mahlzeiten abgestillt ( morgens um 9, die Mittagszeit und eine Nachts ).
Ich habe immer voll gestillt und ab 6. Monat mit Beikost angefangen. Mehr schlecht als recht - wir haben bis jetzt keine Stillmahlzeit durch eine normale ersetzt, einzig den Abendbrei ißt sie einigermaßen.
Trotzdem habe ich vor etwa 5 Wochen angefangen die 3 Mahlzeiten abzustillen (erst die um 9, nach 2 Wochen die um die Mittagszeit und letzte Woche eine nachts) , wegen der Krippe aber auch weil ich hoffte dass sie so mehr ißt. Den Tipp hatte ich bekommen, aber der Schuß ging nach hinten los.
Sie "hungert" lieber und wartet auf die Brust, d.h. sie ißt von morgens 7 Uhr bis 14 Uhr ungefähr einfach gar nichts! Das ist doch nicht normal?

Da sie eigentlich schon Interesse an unserem Essen hat, habe ich schon länger immer mal Sachen in die Hand gegeben, seit dem 7. Monat wie Brot, Brötchen, Banane, Apfel, Nudeln, Würstchen. Das nimmt sie auch gleich in den Mund und knabbert daran, befördert aber alles mit der Zunge wieder raus. Mehr noch, wenn es hinten auf der Zunge liegt würgt sie richtig und ich muss ihr auf den Rücken klopfen damit das Stück rauskommt, sie schluckt also gar nicht. Kann das eine Schluckstörung sein oder ist sie einfach noch nicht soweit trotz 11 Monaten?? Wenn sie Wasser trinkt ( das klappt super aus dem normalen Becher ohne dass was daneben geht ) oder stillt schluckt sie doch auch??

Ich hatte vorher Glässchen erfolglos gegeben und deshalb seit dem Abstillen mittags immer für uns zwei gekocht, babygerecht - Nudeln und Soße z.B. und habe ihr ein Schälchen hingestellt und sie konnte sich bedienen. Eben weil ich dachte sie ist ja alt genug und will vielleicht das haben was wir wollen. Es hat ihr auch Spaß gemacht aber da sie ja nicht richtig essen kann schmiß sie das Essen dann irgendwann runter und wollte nicht mehr. Da es ja "unfair" ist ihr nur sowas hinzustellen was sie nicht essen kann ich aber auf keinen Fall die bereits ausgesetzten Mahlzeiten wieder stillen möchte, biete ich ihr zur Zwischenmahlzeit den Abendbrei an den sie normal ißt. Will sie nicht. Ein Löffel das war es. Dann Yoghurt. Will sie nicht. Auch nur ein Löffel. Obst im Glässchen oder zerdrückte Banane will sie auch nicht. Die Banane wird- trotz zerdrücken - wieder rausbefördert.
Mittags gebe ich ihr ein 4. Monatsgläschen ohne Stückchen, eine Gemüse-Fleisch-Brei oder nur Gemüsebrei - die hat sie aber noch nie gegessen, so auch jetzt nicht. Aber so weiß ich, anders als bei richtigem, stückigem Essen oder Fingerfood, dass sie das essen kann da es ja Brei ist, also muss ich kein schlechtes Gewissen haben - eigentlich....nur Kartoffelbrei ißt sie den ich auch selbst mache, aber steckt sich nur etwas in den Mund und ist dann fertig. Den Brei den ich dazumache will sie nicht.
Aber ich mache mir natürlich Sorgen dass sie solange einfach nichts zu sich nimmt. Ist das noch vertretbar? Soll ich ihr eine 1er Milch machen, aber der Sinn ist ja dass sie lernen soll zu essen - ob Brei oder sonstwas..
Also Milch ja oder nein? Wenn ja, dann im Anschluß wenn ich es erfolglos mit Brei probiert habe? Oder gleich ohne Brei anbieten?
Soll ich einfach den Milchbrei geben den sie abends ißt? Oder komplett abstillen um sie zum Essen zu bewegen? Gibt es solche Fälle wo man nur so verfahren kann? Kann ja sein dass sie denkt warum essen, warte ich eben die Brust gibt es eben einfach später? Sie weint auch gar nicht mehr wie am Anfang zur normalen Stillmahlzeit, wartet wirklich einfach ab. Es ist unfassbar.
Nachts habe ich die 1. Stillmahlzeit auch eingestellt ( bislang kam sie alle 2 Stunden ) - jetzt schläft sie wirklich länger am Stück und weint nur noch kurz, aber meine Hoffnung dass sie am Tag mehr ißt wurde auch dadurch nicht erfüllt.

Ich habe Angst dass sie unterernährt wird oder holen sich Babys das dann bei den übrig gebliebenen Stillmahlzeiten? Geht sowas überhaupt.

Danke für Tipps ,
besorgte Grüße



Antwort vom 22.12.2010

Hallo!
Ob Ihr Kind ausreichend an Gewicht zunimmt mit gleichzeitigem Wachstum von Kopf und Körpergrösse sollte Ihr Kinderarzt kontrollieren. Entsprechend mag es nötig sein, dass Ihre Tochter Kalorien und Nährstoffe in flüssiger Form, sprich Milch aus der Flasche erhält. Die Erfahrung zeigt, dass viele Säuglinge auch durch Weglassen der Stillmahlzeiten nicht mehr von der Beikost nehmen und die Stillmahlzeiten abwarten. Dahingehend braucht es viel Geduld und das Wegnehmen von Druck. Ob es einen Grund gibt, warum es Ihrem Kind mit 11 Monaten noch schwer fällt zu schlucken bzw. ob es wirklich das Schlucken ist, ist auch über den Kinderarzt abzuklären. Die Fachpersonen zur genaueren Abklärung bzw. Behandlung wären übrigens speziell ausgebildete Logopäden. Dazu ist es wichtig, nicht nur die momentane Situation zu betrachten, sondern auch zu schauen, ob es z.B. nach der Geburt bzw. in den ersten Wochen und Monaten auch schon Hinweise (Still-/ Saugprobleme bei Stillbeginn) bzw. Gründe (besondere Vorgehensweisen nach der Geburt mit Absaugen, Magenspülungen und vielem mehr) gibt auch eine Störung. Alles Gute mit vorweihnachtlichen Grüssen, Inken Hesse, Hebamme

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Kommentare zu "Mein Kind isst kaum Beikost, braucht sie deshalb Milch?"
mel_angela
Gelegenheitsclubber (0 Posts)
Kommentar vom 11.09.2012 19:11
ich kann dir gut nachempfinden...
mein sohn ist auch elf monate alt...er isst nichts stückiges...nur 4-6-monatsgläschen...

mein problem ist, dass er davon wenig isst und milch in jeder form total ablehnt...

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