Themenbereich: Beginn der Beikost

"Fütterungsstörung?"

Anonym

Frage vom 05.12.2012

Hallo, meine Tochter ist 10 Monate alt. Mit 6 Monaten habe ich mit Beikost angefangen. Der Mittagsbrei klappte einigermasen gut. Nachdem ich den GOB eingeführt habe, hat sie den Mittagsbrei nicht mehr so gut gegessen. Ich komme insgesamt auf 200-240 Gramm Brei am Tag. Bei einer geringen Breimenge habe ich ihr danach noch die Flasche gegeben und morgens und abends bekommt sie auch eine Flasche. Ist das so in Ordnung? Ich weiss dass sie mehr Brei essen sollte, aber wenn sie noch lieber die Milch will. Ich habe bei meiner Kinderärztin angerufen und die Vertretungsärztin meinte nur dass das nicht altergemäß ist und erwähnte auch das Wort Fütterstörung. Wie ist Ihre Meinung dazu und wie würden Sie weitermachen? Wenn ich ihr keine Flasche mehr danach gebe fehlt ihr doch die Menge und sie bekommt zuwenig Nahrung. Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.

Antwort vom 06.12.2012

Hallo!
Da zur Definition einer Fütterungsstörung sehr viel mehr Details gehören, als die Dinge, die Sie beschreiben, kann ich dazu keine Aussage machen. Dahingend sollten Sie in Ruhe mit Ihrer Kinderaerztin sprechen, damit konkrete Nachfragen und die genaue Situation auch deutlich wird. Meine Gedanken zu Ihrem Bericht sehen folgendermassen aus: einige Säuglinge essen generell ungern Brei. Ihnen liegt die Konsistenz einfach nicht. Insbesondere, wenn Ihre Tochter reichlich Kaubewegungen macht bzw. machen kann, evtl. auch schon Zähne hat und den Brei auch sonst unkompliziert schlucken kann, könnten Sie sie zunehmend an Ihrem Familientisch (Ihr Vorbild) teilhaben lassen. Manche kauen gern auf Brot mit Butter oder Frischkäse, nehmen kleine Stückchen von Banane oder Apfel oder weich gedünstete, abgekühlte Möhren o.a. als sog. fingerfood. Viele Säuglinge essen übrigens sehr ungern alleine, aber sind deutlich neugieriger und hungriger, wenn alle gemeinsam essen. Wenn Säuglinge den Getreide-Obst-Brei bevorzugen, liegt das häufig daran, dass dieser deutlich süsser schmeckt als der Gemüse-Fleisch o.a. Brei. Insbesondere, wenn statt der PreNahrung eine der Folgenahrungen gegeben wird, sind viele Säuglinge schon früh auf extreme Süsse „programmiert“. Alle Zuckerzusätze in den Fertigprodukten oder die Zugabe von Zucker o.ä. ist weder sinnvoll in der Ernährung noch hilfreich auf die Dauer. Entsprechend empfehle ich Ihnen, nochmals Ihren Ernährungsplan durchzuforsten. Evtl. bevorzugt Ihr Kind auch geschmacksintensivere Kost, denn die Gläschen schmecken meist einheitlich. Selbstgekochte Möhre oder Kürbis hat z.B. eine grosse Eigensüsse, die im Gläschen gar nicht so durchkommt bzw. nicht so angenehm ist. Sie als Mutter bestimmen, wann und was es gibt, Ihr Kind entscheidet was und wieviel es isst. Essen sollte in keiner Weise zum Zwang oder Stress für einen von Ihnen beiden werden. Wenn Sie damit Mühe haben, brauchen Sie vielleicht die Beratung in der Praxis. Ansonsten haben alle Kinder ihr eigenes Tempo. Alles Gute und einen schönen Weihnachtsmonat, Inken Hesse, Hebamme

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