Themenbereich: Stillen allgemein

"trinkt nur immer kurz und unruhig an der Brust"

Anonym

Frage vom 27.05.2014

Hallo,
ich habe Angst, dass meine Tochter ( 13. Woche) zu wenig trinkt.
Sie trinkt selten an beiden Seiten, und oft auch nur 5 Minuten und schreit dann, falls ich sie überhaupt dazu bewegen kann etwas zu trinken, Meistens schreit sie nämlich erst recht, wenn ich versuche sie anzulegen, obwohl sie vorher eindeutig gezeigt hat, dass sie eigentlich Hunger hat...
Ich habe lange mit Stillhütchen gestillt, weil mir das im Krankenhaus sofort aufgedrängt wurde und ich es dann nicht mehr so schnell losgeworden bin (wunde Brustwarzen wenn sie ohne getrunken hat, viel Spuckerei). Aber eigentlich hat sie trotzdem gut an der Brust getrunken mit und ohne Hütchen.
Ich hatte auch vor weiterhin mit Stillhütchen zu stillen, weil es problemlos funktioniert hat, nur irgendwann wollte sie nicht mehr mit Stillhütchen gestillt werden, hat immer total geschrieben und wollte so lange nicht trinken bis ich ihr die Brust ohne Hütchen gegeben habe.
Das hat dann ca. 1 1/2 Wochen ohne Probleme geklappt und jetzt schreit sie wie gesagt immer wenn ich sie stillen möchte...
Mein Mann hat mich dann so verrückt gemacht ob da auch genug raus kommt usw also habe ich einmal abgepumpt, jede Seite 10 Min und ihr das dann anschließend gegeben ( waren 90ml , sie hat ca. 70 ml getrunken, und zwar OHNE MURREN). Eigentlich war ich mir schon sicher, dass da schon genug raus kommt, aber ich bin jetzt so verunsichert...
Ich schreibe seit einigen Wochen auf wann und wieviel ich stille: zurzeit trinkt sie ab 8 oder 9 Uhr morgens ca. 9 mal etwas, meistens nur eine Seite und oft nur 5 Minuten, bis ca. 22 Uhr, und dann schläft sie durch bis zum nächsten Morgen oder möchte um ca. 5 noch etwas ( in der Nacht ist sie ganz ruhig beim trinken). Sie hat immer ca. 6 nasse Windeln und der Stuhl ist unverändert wie immer.
Was soll ich denn nun machen? Mich belastet das sehr, dass sie nicht trinken möchte...
Reicht ihr das überhaupt ?
Ich habe nicht den Eindruck , dass sie sonst unzufrieden oder unglücklich ist, das ist wirklich nur wenn es ums stillen geht...
Das macht mich echt fertig, ich weiß nicht wie lange ich das so noch aushalte, bitte helfen Sie mir!

Liebe Grüße

Antwort vom 29.05.2014

Hallo!
Klare Gewissheit darüber, ob die Milchmenge ausreichend ist, gibt es nur, wenn der Gewichtsverlauf Ihrer Tochter, ausgehend vom niedrigsten Gewicht nach der Geburt bis heute, gleichmässig verläuft ohne grosse Abweichungen nach unten. Die Häufigkeit der Stillmahlzeiten von Ihrem Kind (es muss nicht zwangsläufig an beiden Seiten pro Mahlzeit stillen) sowie die Ausscheidungen und die Zufriedenheit (auch die lange Nachtphase) sprechen erst mal für eine gutgehende Milchbildung. Das Verhalten Ihrer Tochter lässt sich vielleicht darauf zurückführen, dass der Milchspendereflex an der der Brust entweder nicht schnell genug einsetzt oder zu schnell und überfordernd für Ihr Kind ist. Möglicherweise gibt es auch Stillpositionen, die ihr mehr behagen (z.B., wenn Sie in der Nacht im Liegen stillen und es dahingehend besser geht) und sie vielleicht eine Lieblingsseite hat, weil sich der Kopf nicht problemlos in jeder Position drehen lässt (Beobachtung: hat sie eine Lieblingsseite, wohin sie schaut bzw. sich evtl. aber auch nicht hindrehen kann?). Manche Kinder sind vom ständigen Wechsel zwischen Flasche, Hütchen und purer Brust einfach überfordert und deshalb ist es hilfreich, Anlegen ohne Stillhütchen nochmals mit einer Fachfrau zusammen auszuprobieren. Möglicherweise hat sich etwas in den Stillpositionen und dem Saugverhalten der Tochter eingeschlichen, was sich hinderlich auf das Stillen auswirkt. Ansonsten sind fast alle Kinder im 3./4. Lebensmonat sehr leicht ablenkbar und an vielem mehr interessiert als am Stillen. Eine ruhige, entspannte, vielleicht leicht abgedunkelte Umgebung ohne TV, Radio, Handy ect. verbessert die Situation häufig sehr. Bitte zwingen Sie Ihr Kind nie mit festem Druck der Hände auf den Kopf o.ä., denn leider verschlimmert es die Situation, auswirkend auch auf die folgenden Stillmahlzeiten. Ich glaube, es ist am hilfreichsten, wenn Sie zusammen mit jemand anderem eine oder mehrere Stillmahlzeiten beobachten. Da es Sie, verständlicherweise, am meisten verunsichert, wenn Ihr Kind nicht an der Brust trinken möchte, kann es sein, dass Sie beide Ihre gegenseitigen Signale nicht immer richtig deuten können. Manchmal sieht man einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht und braucht jemanden, der von außen draufschaut. Nutzen Sie die Unterstützung, damit Sie beide noch eine gute und entspannte Stillzeit genießen können. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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