Themenbereich: Abstillen

"wie Vorgehen beim schnellen Abstillen"

Anonym

Frage vom 03.11.2015

Guten Tag.
Ich habe eine 10 Monate alte Tochter, die leider Brei und Flasche verweigert.
Ich wollte"sanft abstillen" - wir haben versucht, Flasche und breit einzuführen. Das hat nicht geklappt. Mittlerweile isst sie vom Tisch mit und auch recht gut - allerdings würde ich sagen nicht ganz ausreichend vom der Menge und auch von den Nährstoffen unzureichend (isst zB. wenig Fett und kein Fleisch). Vor allem trinkt sie kaum Flüssigkeit außer Muttermilch - und die auch nicht aus der Flasche. Wenige ml Wasser aus normalem Becher oder Flasche.
Nun muss ich leider aus gesundheitlichen Gründen abstillen.

Meine Frage ist - wie mache ich das am besten?
Aktuell trinkt sie nur noch morgens mittags abends und manchmal 1x nachts. Momentan schaffe ich es nicht, dem weinen und gebrüll standzuhalten und nicht zu stillen.
Unser Plan ist, dass wir im Urlaub (wo wir zu zweit betreuen) aufhören...
Und eben immer Essen und Wasser anbieten.
Formua Nahrung hat sie nie getrunken.

Muss / sollte man einem 10 Monate alten Säugling Milch anbieten?
Blöde Frage:
Traumatisieren wir unser Kind, wenn wir das jetzt so "durchziehen"?
Und wie mache ich das? Salbeitee trinken? Abpumpen / ausstreichen, wenn es spannt? Aber nicht komplett, damit der milchfluss nicht auch noch angeregt wid - richtig?

Ich wäre dankbar für eine Antwort.
Danke.

Antwort vom 05.11.2015

Hallo!
In einer akuten bzw. dringlichen Situation von heute auf morgen abzustillen ist eine anspruchsvolle Aufgabe und braucht meistens mehr als nur pauschale Tipps. Ich empfehle Ihnen die Kontaktaufnahme zu einer erfahrenen Hebammenkollegin bzw. Stillberaterin. Besprechen Sie mit ihr auch, was und wie Ihre Tochter am Familientisch vollwertig angeboten werden kann, um sie ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Abstillen ist meistens ein Prozess und keine Momentaufnahme und es tut gut, dahingehend öfter als nur punktuell begleitet zu werden. Sie schreiben, wie schwer es Ihnen fällt nicht nachzugeben bei dem "gebrüllten" Bedürfnis und auch der "Forderung" Ihrer Tochter nach gestillt werden. Sie werden sich genau damit auseinandersetzen müssen. Auch bei einem 10-monate alten Kind geht es nicht nur darum, Nahrung zu ersetzen, sondern Beziehung auf anderer Ebene als dem Stillen fortzuführen. Es ist gut und wichtig, Hilfe und Unterstützung vom Partner zu erhalten, allerdings braucht auch Ihre Tochter dahingehend eine Kontinuität, die über einen bloßen Urlaub hinausgeht. Wenn Sie vorhaben, etwas "nur durchzuziehen", wird es weder Ihnen noch Ihrem Kind gutgehen damit. Darum empfehle ich Ihnen: versuchen Sie mit Worten Ihrem Kind zu erklären, was Sie vorhaben und die ehrlichen Gründe zu nennen. Versuchen Sie eine Alltagsstrategie zu finden, die verträglich Stück für Stück das Stillen ersetzt. Welche Stillmahlzeit könnte z.B. als erstes wegfallen? Stehen Sie hinter Ihrem Entschluß, aber entziehen Sie ihrem Kind nicht die Körpernähe noch die Kommunikation, insbesondere, wenn Sie merken, dass Sie mit ihrer Entscheidung alleine dastehen; es ist eher zu erwarten, dass Ihre Tochter wie eine Löwin kämpfen wird um das Stillen. Um die Milchmenge zu reduzieren, sind Ihre angesprochenen Massnahmen, einschliesslich des Kühlens genau richtig. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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