Themenbereich: Entwicklung des Ungeborenen

Kann ich eine Eileiterschwangerschaft ausschließen?

ERWIN1316
Gelegenheitsclubber (0 Posts)

Frage vom 19.01.2018

Hallo,
ich bin nach zwei Wochen Ärzte- und Ultraschallmarathon ziemlich durcheinander. Vor genau zwei Wochen war ich bei 6+5 (ich glaube aber mein Eisprung fand nicht regulär in der Mitte des Zyklus sondern ca. 10 Tage später statt) beim Ultraschall. Frauenärztin sah 9 mm große leere Fruchthöhle und meinte die Schwangerschaft sei vielleicht jünger oder es ist eine Eileiterschwangerschaft (geringfügig Flüssigkeit in einem Eileiter und könnte ja Pseudofruchthöhle sein). HCG lag bei 5000. Weil ich Panik wegen der ELSS hatte und leicht hellbräunlichen Ausfluss bin ich 2 Tage später ins KH. HCG lag bei 9000. Wurde stationär aufgenommen wegen Verdacht einer Fehlgeburt. Der Arzt schloß ELSS aus (worüber ich erstmal sehr froh war), weil es eindeutig ein ECHTER Fruchtsack in der Gebärmutter wäre (Doppelringstruktur, aber keine fetalen Anlagen) und ging von Windel aus. Wurde dann zwei Tage später (HCG 12100, Fruchthöhle 1,2 cm) entlassen mit Termin zur Ausschabung eine Woche später. Meine Frauenärztin zweifelte zwei Tage später die Sache an (von Doppelringstruktur wollte sie nix wissen) und geht weiterhin aufgrund des HCG zu 50% von ELSS aus. Hab mir dann am nächsten Tag also noch eine dritte Meinung bei regulär 7+5 eingeholt. Da wurde eindeutig ein Dottersack ("Siegelringstruktur") gesehen, allerdings eher 5. Ssw. Diesen Dottersack hat man aber weder im KH zum Ausschabungstermin (hab sie nicht machen lassen) noch bei meiner Ärztin wiedergefunden. HCG mittlerweile bei 28000 (eine Woche vergangen). Heute bei regulär 8+5 wieder nur leere Fruchthülle, HCG steht noch aus. Ich sollte wieder zur Ausschabung. Hab mich geweigert, ich will warten.
Blutungen im eigentlichen Sinne hatte ich keine (nur am Abend vorm Ausschabunstermin ganz kurz und leicht hellrot wässrig) und Schmerzen auch nicht.
Meine Frage: kann ich nun einigermaßen sicher sein, dass es vermutlich keine ELSS ist (Doppelringstruktur und einmal Dottersack gesichtet) und der HCG trotz Windei noch weiter steigt oder gibt es vll doch noch Hoffnung, dass es ein Eckenhocker ist? Ich würde gern auf einen natürlichen Abbruch warten, hab aber mit der ELSS im Hinterkopf zu viel Angst.

Vielen Dank schon mal.

Antwort vom 20.01.2018

Hallo,

aus dem was Sie schreiben kann ich keinen Hinweis auf eine Eileiterschwangerschaft erkennen. In den US nach dem ersten wurde jeweils ein uteriner Sitz erkannt, so dass davon auszugehen ist, dass die Schwangerschaft auch in der Gebärmutter sitzt. Zu 100% ausschließen lässt sich eine Eileiterschwangerschaft trotzdem nicht, weil es ganz selten auch Zwillingsschwangerschaften gibt, bei denen sich eine Anlage in der Gebärmutter und eine außerhalb findet. An dieser Unsicherheit lässt sich leider gar nichts ändern. Weder durch erneute Diagnostik, noch durch eine Ausschabung, da dabei die Eileiterschwangerschaft fortbestehen könnte.
Die allermeisten ELS werden durch Beschwerden der Frau entdeckt. Je nach Sitz an einer engen oder weiten Stelle des Eileiters sind diese mehr oder weniger ausgepräg. Wenn Sie keine einseitig starken Schmerzen bekommen Kreislaufprobleme oder andrere sehr ungewöhnliche Beschwerden, können Sie vor allem nach der bisherigen Diagnostik davon ausgehen, dass Sie KEINE ELS haben.
Der Embryo sollte nicht bei einem festgelegten Schwangerschaftsalter sichtbar sein, sondern ab einer gewissen Größe der Fruchtblase. Erst wenn die Fruchtblase über 25 Millimeter groß ist und es ist keinerlei embryonale Struktur erkennbar, kann die Diagnose "Windei" als gesichert gelten. Ist die Fruchtblase noch kleiner, dann sollte nach zwei Wochen ein erneuter US erfolgen. Am HCG-Wert lässt sich eine bevorstehende Fehlgeburt nur erkennen, wenn der Wert um mehr als 50 Prozent innerhalb von zwei Tagen sinkt. Das ist bei Ihnen nicht der Fall. Der HCG-Wert ist kontinuierlich gestiegen. Von der absoluten Höhe des HCG-Wertes lässt sich nicht auf das Schwangerschaftsalter schließen, weil der Wert individuell unterschiedlich hoch ist.
Bis jetzt kann daher bei Ihnen nicht sicher gesagt werden, ob die Schwangerschaft intakt ist, umgekehrt sehe ich aber aus dem was Sie schreiben noch nichts, was die sichere Diagnose einer Fehlgeburt erlaubt.
Insofern ist es gut, dass Sie weiter abwarten und sich gegen eine Ausschabung entschieden haben.
Möglich wäre, dass Sie in ein bis zwei Wochen noch mal nachsehen lassen, ob sich ein Embryo entwickelt hat. Wenn nicht, ist die Schwangerschaft unabhängig von der dann vorhandenen Größe der Fruchtblase nicht intakt, weil vier Wochen nach dem ersten US etwas zu sehen sein müsste.
Wenn ein Embryo sichtbar ist, ist davon auszugehen, dass die Schwangerschaft deutlich jünger ist, als es der letzten Menstruation nach zu vermuten wäre. Das Schwangerschaftsalter müsste dann entsprechend der weiteren Entwicklung neu berechnet werden.
Bei einer nicht intakten Schwangerschaft besteht neben einer Ausschabung die Möglichkeit eine natürliche Fehlgeburt abzuwarten oder medikamentös nachzuhelfen. Studien haben ergeben, dass die Methoden von der Sicherheit und den Beschwerden her gleich sind. Vor allem wenn sich noch gar nicht viel entwickelt hat und in den ersten Wochen, gibt es die vielbeschworenen "Reste", die verbleiben könnten noch nicht.
Der HCG-Wert kann als zusätzliche Information heran gezogen werden. Sollte er mehr als 50% abfallen, dann hätten Sie Gewissheit, dass mit einer intakten Schwangerschaft nicht mehr zu rechnen ist und Sie könnten davon ausgehen, dass eine natürliche Fehlgeburt eher bald einsetzt. Solange Sie selbst noch Zweifel an einer Diagnose haben, ist es gut wenn Sie abwarten und gegebebenfalls eine weitere Meinung einholen. Da die Entwicklung eines Embryos aber Zeit benötigt, ist es sinnvoll, wenn eine Zeit des Abwartens zwischen den Untersuchungen liegt, auch wenn die Ungewissheit quälend sein sollte. Ansonsten bekommen Sie vielleicht andere, jedoch keine zuverlässigeren Ergebnisse.
Sie können sich bei fraglich intakter Schwangerschaft oder vor- bei und nach einer Fehlgeburt auch von einer Hebamme persönlich betreuen und beraten lassen. Für Verständnisfragen oder Nachfragen, können Sie sich gerne über die Kommentarfunktion erneut an uns wenden.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, Moniia Selow

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