• "Lebt wohl, all ihr Sternenkinder<3"

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Unsere Geschichten

Ich habe jetzt einfach ein neues Thema erstellt, da ich hier noch keins gefunden habe, worin wir uns vorstellen und unsere traurigen Geschichten erzählen könnten. Die Gedichte, die hier bisher sind, haben mir gefallen und mich auch zum Weinen gebracht. Der Schmerz ist so groß...

Nun zu mir: mein Freund und ich hatten im Mai 2011 entschlossen, eine kleine Familie zu gründen. Die Pille im Juni 2011 abgesetzt und gehofft, dass wir nicht all zu lange warten müssten bis sich der Nachwuchs ankündigt. Aber es hat gedauert und gedauert. Nach 1 Jahr gingen die ersten richtigen Tests durch: bei meinem Freund war alles i.O., bei mir gab es die ein oder andere Baustelle, u.a. Probleme mit der Schilddrüse. Im Januar 2013 habe ich dann mit entsprechenden Tabletten angefangen und siehe da - 1 Monat später dann der positive Test! Ich war soooo glücklich. Anfang der 6. SSW bestätigte meine Frauenärztin das Ergebnis. Eine aufregende Zeit würde beginnen. Es war so unfassbar. So schön. Wir haben uns so auf unseren kleinen Schatz gefreut, Pläne gemacht, Kindermöbel ausgesucht, nach Kinderwagen geschaut, sogar Hochzeitspläne gemacht. Wir haben es auch recht schnell allen gesagt, obwohl wir wussten, dass in den ersten 3 Monaten noch was passieren könnte. Aber die Freude war so groß und wir waren zuversichtlich. Ich hatte hin und wieder Ängste, dass was schief gehen könnte, aber hat das nicht jede (werdende) Mutter - Ängste um ihr Kind? Beim nächsten Termin Anfang der 8. SSW konnten wir sogar das Herz schlagen sehen und hören - ein unbeschreibliches Gefühl! Alles war in Ordnung, zeitgerecht entwickelt. Der nächste Termin sollte in der 12. SSW stattfinden, am 12.04.13, der erste große Ultraschall. Die Wartezeit war lang, aber mittlerweile war ich unbekümmert und habe die Schwangerschaft genossen. Gern hab ich den Bauch gestreichelt, mit dem Baby gesprochen und gesungen, auch wenn es mich noch nicht wirklich hören konnte.

3 Tage vor dem Termin hatte ich plötzlich Angst davor. Es war eine diffuse Angst und ich hab sie versucht zu ignorieren. Ich war auch vor dem letzten Termin besorgt, aber dann war alles i.O. Nur dieses Mal war es mir komisch. Es fiel mir schwer, die Ängste loszuwerden. Ich habe versucht mich zu beruhigen, dass es sicher nur daran liegt, dass der letzte Termin über 4 Wochen her war und es einfach nur normale Unsicherheit war. Als wir dann im Wartezimmer der Frauenärztin saßen, waren dort 2 hochschwangere Frauen und beim Lesen meines Buches kam dann der Gedanke "ich gehöre nicht zu denen". Ich war erschrocken und habe ihn gleich wieder verworfen. Dann ging es hinein, ein kurzes Gespräch und dann rauf auf den Stuhl. Mir war komisch. Die Ärztin machte noch ein wenig Smalltalk und ich wollte endlich mein Baby sehen, Erlösung von der Angst. Dann der Augenblick, den ich nie vergessen werde: das Ultraschallbild flickert an, die Fruchthülle ist zu sehen, und das Baby. Aber es sieht nicht viel größer aus als das letzte Mal. Es müsste doch schon klar Arme und Beine haben und wild umherzappeln. Die Ärztin misst auf einmal die Fruchthülle, schaut sich erstmal gar nicht das Baby an. Ich ahne es schon, will es aber nicht wahrhaben. Dann fragt sie mich, seit wann ich keine Beschwerden mehr habe. Oh Gott....ich hatte seit Beginn der Schwangerschaft kaum Beschwerden, ich hab keine Veränderung gemerkt. Die Ärztin schallt über das Baby. Ich starre auf den Bildschirm, hoffe eine Bewegung, einen Herzschlag zu sehen. Nichts. Dann die Bestätigung meiner Ärztin: "es gibt leider schlechte Neuigkeiten. Es ist kein Herzschlag mehr da. Es lebt nicht mehr." Ich bin sprachlos. Halte meine Hand vor den Mund. Schaue meinen Freund an, er ist auch sprachlos, sein Mund leicht offen. Ich denke mir, das ist nur ein schlechter Traum, weiß aber gleichzeitig, dass es nicht so ist. Ich bin noch gefasst, als ich mich wieder anziehe. Die Ärztin erzählt mir nebenbei, dass so etwas leider passieren kann, man nie eine Ursache finden wird, es aber sicher nichts war, woran wir schuld seien, was wir hätten ändern können usw. Ich setze mich, sie erzählt mir, dass ich einen Termin zur Ausschabung machen müsste, erklärt die Prozedur. Irgendwann kann ich nicht mehr zuhören und weine das allererste Mal. So schrecklich. Mein Freund streichelt mich, ist fassungslos. Im Mutterpass trägt sie die Diagnose ein. Die Größe des Babys entspricht ca. Woche 8+2. Das Baby ist also schon seit ca. 3 Wochen tot und ich hab es nicht bemerkt. Wir verlassen das Behandlungszimmer, ich sehe drei schwangere Frauen im Wartezimmer und muss wieder schluchzen. So schrecklich.

Auf dem Heimweg halten wir noch bei meinen Eltern an, verkünden die traurigen Nachrichten. Alle weinen. Wir nehmen uns in den Arm. Zuhause angekommen, weine ich ununterbrochen, bekomme Bauchschmerzen und Durchfall. Es tut so unendlich weh. Als hätte man mir das Herz rausgerissen um es dann komplett verwundet wieder einzusetzen.

Nach etwas Recherche über Ausschabung und missed aborts entscheide ich mich, den Termin im Krankenhaus noch nicht in der folgenden Woche zu machen, wie es mir meine Ärztin empfohlen hatte. Ich hatte sie gefragt, ob es denn nicht auch von allein abgehen würde. Sie verneinte das, aber da hat sie wahrscheinlich nur aus schulmedizinischer Sicht geantwortet. Ich würde so gern mein Baby die Chance geben, von sich aus zu gehen, damit es im Krankenhaus nicht lieblos aus mir "herausgesaugt und -gekratzt" und als "Gewebemüll" entsorgt wird. Es macht mich so traurig und wütend, wenn ich daran denke. Im Internet habe ich von einer Teemischung gelesen, die den natürlichen Abgang beschleunigen soll. Seit nun 4 Tagen trinke ich 3-4 Liter davon, leider ist noch nichts passiert. Gestern hatte ich abends wehenartige Schmerzen und ich dachte schon, dass es endlich losgeht, aber nach ca. 5 Minuten war es vorbei und nichts ist passiert. Nun habe ich am Montag (22.4.) das Vorgespräch im Krankenhaus und dann bekomme ich sicher für nächste Woche auch den Termin für die Kürettage. Das wird nochmal die allerschwerste Woche meines Lebens. Ich weiß nicht, wie ich die Kraft dafür aufbringen soll.

Die letzte Woche habe ich versucht, Abschied zu nehmen, ich habe meinem kleinen Schatz einen Brief geschrieben und ein wunderschönes Bild gemalt (Malen-nach-Zahlen). Darauf sind 2 Meisen zu sehen. Das hat mir sehr geholfen. Ich rede noch mit dem Baby und sage ihm, dass ich bereit bin, ihn gehen zu lassen, auch wenn es mir unheimlich schwer fällt. Aber vielleicht schafft es es ja doch noch, von allein zu gehen...

Mein Leben scheint auf einmal so trostlos. Ich fühle mich leer. Traurig. All die gute Hoffnung und die Freude ist auf einmal weg. Ich kann mir momentan gar nicht vorstellen, dass ich jemals wieder glücklich sein könnte. Wir mussten so lange auf unser Glück warten, nur damit es so abrupt wieder von uns genommen wird...

Melanie

von crezymel / 19.04.2013 11:35

Antwort


Liebe melanie,

es tut mir sehr leid, das euch das so passiert ist. Ich finde es wundervoll, wie du dich verabschiedet hast. Nach drei Fehlgeburten und einer Todgeburt kann ich dir versichern, das es irgendwann nicht mehr so weh tut.
Das Problem wenn du keine Auschabung machen läßt, ist das du dadurch eine Sepsis kriegen kannst.
Viele Krankenhäuser haben heute einen anderen, wie ich finde besseren Umgang mit unseren Sternenkindern. Hier im Krankenhaus findet jedes halbe Jahr die Beisetzung aller verstorbenen Kinder statt, die zu klein und zu leicht für ein eigenes Grab waren.
Als ich meine Stenchen verloren habe gab es das noch nicht. Und mir hat sehr lange ein Platz gefeht, wo ich hingehen konnte. Ich hätte mir mehr Unterstützung bei der Trauerarbeit gewünscht. Ich hatte wahnsinnige Angst wieder schwanger zu werden. Bevor ich das letzte mal schwanger wurde, sagte ich zu meinem Mann, das ich das Gefühl habe, das ich erst ein Kind tot gebären müsste eh alles gut werden würde. Ich vergass schnell, das ich das jemals gesagt hatte. Und dann wurde ich schwanger. Er entwickelte sich hervorragend, war sehr in Bewegung. Und dann war ich plötzlich unruhig. Aber er bewegte sich noch. Ich fuhr ins Krankenhaus. Sein Herz schlug viel zu langsam und setzte immer wieder aus. Ich wußte das er sterben würde. Und so war es auch. Auch der Notkaiserschnitt konnte meinen Justus nicht retten. Er wurde am 24.02.2013 tot geboren. Er war 27 cm groß und wog 690g. Wäre er nur zwei Wochen später geboren worden, hätte eine Überlebenschance von 70% gehabt. So lagen seine Chancen bei 4%.
Ich weiß genau wie du dich fühlst. Lass deiner Trauer freien Lauf, sonst wird dich der Schmerz nicht loslassen.
Alles Gute. Du schaffst die OP. Ganz sicher.

Issy

von issy31 / 20.04.2013 14:58

Antwort


Ich finde die Idee schön, einen Platz zu schaffen an dem wir uns einander vorstellen können. Danke für deinen Beitrag

von issy31 / 20.04.2013 14:59

Antwort


Hallo Issy,

ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich fühl mich so unendlich traurig und es tut so weh, und dabei habe ich im Vergleich zu dir "nur" 1 FG erlebt. Wie schaffst du das nach so vielen traurigen Ereignissen durchs Leben zu kommen? Was treibt dich an? Was macht dir Mut? Was macht dich vielleicht sogar glücklich?

Mir ist aufgefallen, dass ich deine Geschichte hier ja in einem anderen Thread schon gelesen hatte und ich war so traurig. Warum passieren solche Dinge? Warum kann das Leben manchmal so grausam sein?

Ich hatte gestern nun mein Vorgespräch im KH. Die Ärztin war wirklich einfühlsam und verständnisvoll. Bei ihr fühle ich mich gut aufgehoben. Beim US sah man, dass sich der Mutterkuchen angefangen hat abzulösen, was für einen natürlichen Abgang sprechen würde. Allerdings ist der Muttermund noch geschlossen. Ich habe nun für Freitag 11:45 Uhr Termin zur AS. Bis dahin besteht immer noch eine Chance, dass mein Baby von allein geht. Die möglichen Risiken einer AS und des Abwartens sind in etwa gleich. Das Abwarten ist nicht gefährlicher als die AS. Und zu einer lebensbedrohlichen Infektion kann es nur kommen, wenn die Fruchthülle nicht mehr intakt ist. Bei mir ist sie das aber. Ich habe mich mittlerweile mit dem Gedanken angefreundet, dass ich wohl zur OP muss, aber tief im Inneren hoffe und bete ich immer noch, dass es vorher von allein abgeht.

Die letzten 3 Tage ging es mir sogar recht gut, nur heute ist wieder gefühlsmäßiges Chaos. Ich weine und lauf durch die Wohnung und weiß nicht, was ich tun soll. Es gibt so viel zu tun, für die Uni, aber ich kann mich darauf einfach nicht konzentrieren.

Danke auch für deine lieben Worte, Issy. Das ist so das einzig Gute an der ganzen Sache: wir haben doch von so vielen Menschen, besonders aus Familie und dem Freundeskreis, so viel Verständnis und Liebe erfahren. Das tröstet ein wenig.


von crezymel / 23.04.2013 10:51

Antwort


Bei der ersten Fehlgeburt dachte ich, das mir nichts schlimmeres passieren könnte. Ich war genau so traurig, wie ich es jetzt bin. Und so wie du es bist. Wir beide trauern um unsere Kinder. Und es ist wichtig zutrauern. Nach der dritten FG war ich frustiert und wollte kein Kind mehr. Ich konnte mich aber nicht mit Freunden freuen, die ein Kind kriegten. Ich schämte mich zutiefst vor mir selbst. Das ließ alles irgendwann von alleine nach.
Du hast gefragt, woher ich die Kraft nehme. Wie ich das überstehe und wie ich es schaffe trotz allem glücklich zu werden.
So genau weiß ich es nicht. Ich habe einen lieben Mann und einen wundervollen Sohn. Außerdem habe ich eine Familie und Freunde die hinter mir stehen und mich stützen. Außerdem bin ich gläubige Christin. Nicht jeder kann damit etwas anfangen. Aber mir gibt der Glaube halt. Ich gehe NIE in die Kirche und ich lese auch nicht in der Bibel. Es ist schwer zu erklären.
Was die kreative Energie angeht: nach den 3 FG suchte ich Hilfe und blieb allein. Ich versuchte Tagebuch zu schreiben, doch ich fand keine Worte. Irgendwann saß ich am PC und schrieb immer weiter. Dabei ist ein ganzes Buch heraus gekommen. Darin konnte ich alle meine Stimmungen loswerden. Das hat mir damals sehr geholfen.
Es ist gut, wenn du der Ärztin vertaust und dich dort sicher fühlst. Das wird es dir leichter machen. Ich habe am Tag der As im KH gelegen und nur geheult. Die Schwestern müssen gedacht haben, das ich verrückt bin. Auch diesmal habe ich unendlich viel geweint.
Bei mir gibt es auch Tage die gut sind. An denen weine ich gar nicht und lache viel, habe Spaß. An anderen Tagen bin ich so traurig, das ich nix auf die Reihe kriege. Ich bin noch nicht wieder arbeiten gewesen. Ich fange schon an zu zittern und kriege herzrasen, wenn ich auf dem Weg dorthin bin. Warum weiß ich nicht.
Ich denke, wir müssen uns einfac die Zeit nehmen die wir brauchen.
Ich wünsche dir, das dein Kind seinen Weg ohne Op findet.

von issy31 / 23.04.2013 13:56

Antwort


Liebe Issy, ich denke heute ganz besonders an dich. Hab deinen Status gesehen und wünsche dir einfach alle Kraft, die du noch finden kannst!!!

Es ist gut, dass du Kraft aus deiner Familie schöpfen kannst. Ich bin auch so unendlich dankbar, dass ich meinen Freund und eine verständnisvolle Familie habe. Ohne sie würde ich das glaub ich nicht schaffen. Was den Glauben angeht...ich bin immer mal wieder davon abgekommen, aber nach all dem Leid und den Schmerzen finde ich es um so schwieriger wieder dahin zu finden.
Ich finde es auch hilfreich, mich mit anderen wie hier in dem Club, auszutauschen, meine Gedanken und Gefühle aufzuschreiben, tue das aber auch im Tagebuch.

Arbeit...das ist so eine Sache. Da geht es mir auch wie dir ein bisschen. Ich bin zwar hauptsächlichst Stundentin und kann mir meine Zeit frei einteilen, ich habe aber auch eine Werkstudententätigkeit, 2 Tage die Woche eigentlich. Ich war da nun seit der traurigen Nachricht auch nicht mehr hingegangen. Das Schlimme ist für mich auch, dass ich den Job und die Schwangerschaft nur schwer voneinander trennen kann, da ich den Job in etwa zur gleichen Zeit angefangen hatte als ich schwanger wurde. Alles, was ich dort machen müsste oder wo ich meine Pause verbringe, würde mich sofort an glücklichere Tage erinnern und ich habe einfach Angst, dass ich dann in Tränen ausbreche und mich überhaupt nicht auf die Arbeit konzentrieren kann. Ich hab noch keine Ahnung, wie ich das machen soll, da wieder hingehen zu können. Nächste Woche werde ich nochmal eine Krankschreibung vom KH bekommen, aber was mache ich danach?

Ich kann mir gut vorstellen, dass es dir bei dem Gedanken an die Arbeit graust. Aber wie du schon sagtest, wir sollten uns so viel Zeit nehmen wie wir brauchen. Ich hab da vlt das Glück, dass es bei mir ja "nur" eine Werkstudententätigkeit ist, aber ich weiß ja nicht, wie das bei dir ist, wie viel Verständnis deine Vorgesetzten und Kollegen zeigen? Wie lange es für sie "akzeptabel" wäre, dass du zuhause bleibst? Bekommst du Krankschreibungen? Oder musst du so frei nehmen?

von crezymel / 24.04.2013 11:47

Antwort


Wollte noch von meiner OP am Freitag erzählen. Ich versuch die Kurzfassung:

Also 4h vor OP sollte ich zuhause wehenauslösende Tabletten (Cytotec) nehmen. Haben auch nach nur 10 mins richtig heftig gewirkt. Hielt dann 30 Mins an und dann war nicht mehr viel, nur leichtes Ziehen. Kurz vor dem Weg ins KH hatte ich dann leichte Blutungen. Bin dann 12:15 Uhr in den OP gekommen. Die Leute dort waren alle wahre Engel! Besser kann man sie nicht beschreiben. Total lieb und einfühlsam. Hab vor der Narkose geweint, sie haben mich gestreichelt und mir gut zugeredet. War dann schnell eingeschlafen. Beim Aufwachen hab ich wieder viel geweint, aber je wacher ich wurde, desto weniger musste ich weinen. Halb 2 hab ich bewusst auf die Uhr gesehen. Durfte dann eine Kleinigkeit essen und was trinken und 1h später erste Gehversuche machen. Die hatten gut geklappt und hatte dann das Entlassungsgespräch:

OP lief soweit gut. Allerdings haben sie nur wenig Material entnommen, dafür dass die SS schon so weit war (10. SSW nach deren Einschätzung, aber ich denke es war wohl erst 9. SSW - bei 11,9mm SSL?). Aber deswegen wollen die mich am Dienstag nochmal sehen und schauen, ob doch noch was "zu viel" drin ist. Außerdem ist wohl beim Öffnen des MuMu ein Haltedings abgerutscht, sodass ein Riss im MuMu genäht werden musste. Soll aber nicht schlimm sein, werde das aber am Di noch ansprechen.

Auch beruhigend: haben mir noch gesagt, dass die Babys nicht einfach "entsorgt" werden, sondern in eine Art Sammelgrab auf einem bestimmten Friedhof anonym beerdigt werden. 2 Mal im Jahr finden die Bestattungen mit anschließender Trauerfeier statt. Die letzte war im März, die nächste ist dann wohl erst wieder im September. Aber das finde ich gut. Das erspart mir den Horrorgedanken, dass das Kleine irgendwo als Müll landet. So hat es einen schönen Platz.

Körperlich geht es mir soweit gut. Gestern hatte ich starke Hitzewallungen, wahrscheinlich weil der Körper so abrupt die Hormone wieder umstellen muss. Es zwickt und zwackt im Unterleib, mal mehr mal weniger, aber wenn's schlimm ist, nehm ich eine Paracetamol.

Seelisch hatte ich gestern Abend einen Knick wieder, als mir zum ersten Mal so richtig bewusst geworden ist, dass mein Baby nun GANZ weg und mein Bauch wieder leer ist.


Wie geht es dir, Issy?

von crezymel / 28.04.2013 14:37

Antwort


Guten Morgen,

es beruhigt mich zu hören, das das Personal im Krankenhaus gut zu dir war. Das du verletzt wurdest tut mir leid. Gute Besserung für dich.
Das es zwackt ist normal, das hatte ich auch. Ich hatte auch wehen, damals, mein Baby viel aus mir heraus, als ich auf die Toilette ging. Di e Schwesternschülerin die ich per Klingel rief wollte Abspülen und verstand nicht, das ich sie davon abhielt. Sie meinte, ich solle mich nicht so anstellen, das Blut und alles wäre bei einer Abtreibung völig normal. Ich brach darauf völlig zusammen. Nie hätte ich mein Kind freiwillig getötet... Aber das ist zum Glück sehr lange her.
Mir geht es so lala. Am Freitag haben wir das Grab von unserem Kleinen soweit fertig gemacht. Das war ein seltsames Gefühl, die Erde abzutragen und neue aufzufüllen. Es war ein bißchen so, als würden wir ihn wieder ausgraben.
Danach haben wir das Grab schön bepflanzt, mit Vergissmeinnicht, Schneeblumen, rotem Eisenkraut und Weihrauch. Außerdem haben wir eine Rose für unseren kleinen Prinzen gepflanzt. Kennst du das Buch "Der kleine Prinz"?
Irgendwie ist Justus für uns zum kleinen Prinzen geworden. Jetzt warten wir nur noch darauf, das sich der Steinmetz meldet. Dann wird das Grab endlich ganz fertig.
Manche Tage sind besser, andere schlechter.
Ich versuche auf meinen Therapeuten zu hören. Ich sage mir immer wieder, das ich Opfer bin und kein Täter. Ich bin nicht schuld. Nur selber daran glauben tu ich nicht.
In sieben Wochen wäre der ET gewesen. Ich fühle mich leer und hässlich. Ich sollte kugelrund sein. Es fühlt sich schrecklich falsch an.
Naja, ich hoffe das sich das Gefühl auch bald ändert. Aufgeben kommt jedenfalls nicht in Frage.
Ich kriege Krankengeld. Ich weiß nicht wie viel verständnis meine Kolleginnen haben. Aber das spielt auch keine große Rolle.
Bis bald

von issy31 / 29.04.2013 09:09

Antwort


War heute zur Nachkontrolle im Krankenhaus. Offensichtlich ist doch noch zu viel Schleimhaut da, sodass ich ab morgen 3x täglich je ein Zäpfchen zum Weichmachen des Muttermundes und 30 Mins danach jeweils ein paar Tropfen Methergin zum Krampfen und Abbluten der Gebärmutter nehmen soll. Ich finde das so zum Ko**en. Echt ätzend. War ganz froh, dass heute die Blutungen und Krämpfe ein wenig nachgelassen hatten und jetzt wird das wohl wieder losgehen, vlt sogar noch heftiger.

Am Sonntag soll ich nochmal im KH vorbeikommen, da wollen sie schauen, ob das dann was gebracht hat. Ich hoffe es. Ich möchte das einfach nur noch hinter mir lassen... kann sonst nicht damit abschließen, wenn ständig noch was kommt...

von crezymel / 30.04.2013 16:19

Antwort


das Problem kenne ich gut. Meine Kaiserschnittnarbe bricht immer wieder auf. Aber nur wenig. Das macht mir das Abschließen und zur Ruhe kommen auch schwer.
Tut mir leid, das du das jetzt so durcchmachen musst. Gute Besserung.

von issy31 / 30.04.2013 20:35

Antwort


Ich war gestern noch zur Nachkontrolle im Krankenhaus. Es ist jetzt körperlich endlich alles so, wie es sein sollte: die Schleimhaut hat sich sehr gut abgebaut (nur noch 3,5mm) und der hcg-Wert ist von 64 am Dienstag auf gestern 14 gesunken. Er müsste demnach in den nächsten 2-3 Tagen bei 0 angekommen sein und dann dürfte auch ein normaler Zyklus wieder starten können, also mit Eizellreifung usw. Somit ist erstmal wieder ein Schritt in Richtung Normalität getan. Körperlich geht es mir jetzt gut (der Riss am Muttermund tut bei innerer Berührung noch weh, soll aber auch in 2-3 Wochen komplett verheilt sein), aber seelisch wird es noch ein Weilchen dauern. Am Wochenende und auch jetzt noch hab ich wieder viel weinen müssen. Ich schlafe schlecht und wenn ich am Morgen aufwache, hab ich dieses beklemmende, bedrückende Gefühl und könnte schon wieder am liebsten losheulen und den ganzen Tag im Bett liegen bleiben. Ich versuch mich mit der Uni abzulenken; ich muss jetzt meine Bachelorarbeit schreiben, aber das hilft leider auch nicht immer.

Ich hoffe, deine Kaiserschnittnarbe verheilt auch bald komplett, Issy. Es ist so schon schmerzlich genug, warum muss dann auch noch körperlicher Schmerz dazukommen?

von crezymel / 06.05.2013 06:01

Antwort


Heute ist kein guter Tag. Eigentlich wär heute mein erster Tag wieder bei meiner Studententätigkeit. Die letzten Tage ging es mir erstaunlich gut. Hab eigentlich gar nicht mehr geweint und auch sonst war es fast wie vergessen. Aber wahrscheinlich hab ich es eher verdrängt. Jedenfalls hatte ich mich heute Morgen zurecht gemacht und bin pünktlich aus dem Haus. Nur 5 Minuten später musste ich plötzlich, mitten auf der Straße, anfangen zu weinen. Konnte schlecht atmen, war fast wie eine Panikattacke. Konnte mich auch nicht beruhigen und bin dann wieder umgekehrt. Ganz schlimm. Hab zuhause auch noch schrecklich weinen müssen und hab dabei so wenig Luft bekommen, dass ich mich schon fast übergeben musste. So schlimm hab ich mir das nicht vorgestellt. Ganz schrecklich. Dabei dachte ich, ich hätte es schon ganz gut verkraftet.

Habe nun auf Arbeit wieder abgesagt für heute. Kann nur hoffen, dass meine Vorgesetzte, die von allem weiß, Verständnis dafür hat. Ich werde es nächsten Donnerstag nochmal versuchen. Ich hoffe, ich schaffe es dann doch.

von crezymel / 23.05.2013 08:16

Antwort


Es tut mir sehr leid, das es dir wieder schlechter geht. meine Hebamme sagte, das Trauern wie Wehen seien. Jede Wehe die man hinter sich gebracht habe, sei vorbei und komme nicht wieder. Und irgendwann wäre es dann überstanden. Zu Beginn dieses Weges fand ich den Vergleich ganz schrecklich. Heute verstehe ich ihn schon etwas besser. Ich hoffe, das deine Chefin verständnis hat.
Ich denke, das der erste Tag immer der Schwerste ist. Ich habe das auch noch vor mir- und mir graut es jetzt schon.
Mein Therapeut sagt mir immer, das ich ein Opfer bin, kein Täter. Ich habe mir und tue das wahrscheinlich immer noch, die Schuld gegeben. Er sagte, das Schuld etwas mit Absicht zu tun habe. Vielleicht hilft es dir auch, dich nicht schuldig zu fühlen. Nicht wir haben entschieden, das unsere Kinder gehen mussten.
Mach dir einen leckeren Tee, male oder schreibe etwas. Mir hilft es die Trauer kreativ zu verarbeiten.
Ich wünsche dir gute Besserung. Nicht aufgeben.

von issy31 / 23.05.2013 09:55

Antwort


Mir tut das unendlich Leid mit euren Sternchen.. ich habe bevor er mir selbst auch so erging immer wieder mal , über kleine Sternchen gelesen und NIIIE damit gerechnet , das es uns denn auch so ergehen könnte.

Ich habe im Juni meine Pille abgesetzt und durfte am 9.9.2013 Positiv testen.
Ich hatte den Test eigentlich nur gemacht, um mir selbst zu beweisen, dass ich eben nicht Schwanger bin. habe die ganze Zeit gesagt ne ne hat nicht geklappt.. von wegen;).. ich bin fast in Ohnmacht gefallen, als da auf einmal en Zweiter Strich war.
Die Freude wahr sehr sehr groß. wir wollten schon länger ein Kind, nur hat da eben Privat und Beruflich alles noch nicht so ganz gepasst.
Mein Schatz und ich haben uns mega gefreut, wir waren Überglücklich so Glücklich, dass Schatz sich gar nicht halten konnte und es am liebsten in die ganze Welt geschrien hätte.. somit wussten es dann auch schon ziemlich viele aus unserer Familie.

Im geschäft habe ich es natürlich auch gleich gesagt, da ich Küchenchefin bin und daher sehr viel stress habe. Wollte einfach, das da gleich jeder bescheid wusste auch warum ich nicht mehr Rauche.

Es machte sehr schnell die Runde und es haben sich alle gefreut:).

Ich bin dann zum Frauenarzt um mir die Schwangerschaft bestätigen zu lassen und schließlich wollte ich auch mein Würmchen sehen.. da war ich Anfang 7ssw mein Arzt hatte dann schon gesagt das ich soweit wahrscheinlich noch nicht bin...ich wusste aber da schon, dass das Stimmen muss, da wir an den fruchtbaren Tagen nur einmal Sex hatten.

Da ich im allgemeinen dann unzufrieden war mit dem Arzt auch weil es meine erste Schwangerschaft war und er mich null wahrgenommen hat, mir null Fragen beantwortet hatte, bin ich zu einer anderen Ärztin gegangen.
Die war super Lieb. Sie stellte dann viele Fragen und machte dann einen Ulraschall. da sollte ich 8+6 sein..
Sie suchte dann und meinte das irgendwie nichts sehen würde.. aber schob es auch etwas auf das neue gerät mit dem sie nicht zu recht gekommen ist.
Irgenwie hatte ich trotz alle dem immer ein dummes Gefühl im Bauch, das wirklich unbeschreiblich war.
Dann meinte Sie entweder, nochmal 2 wochen warten und nochmal Ultraschall machen, oder mal Blut abnahme um das hcg zu bestimmen. hab natürlich nicht warten wollen,

Gut Freitags Blutabnahme und Montag nochmal, Dienstags mittags hat Sie mich dann angerufen und mir (im Gschäft) erzählt, das es leider keine intakte Schwangerschaft ist, on ich den Mittags noch vorbeikommen könnte. gesagt getan. Sie hat dann nochmal nach geschaut und naja was soll ich sagen die Fruchtblase war vielleicht 1 mm gewasen.. leider.
Sie hatte Tränen in den Augen, ihr ging das ziemlich nah...
Dann gab sie mir noch ne Überweisung für KH mit.

Ich war fix und fertig. Habe mir auch bis Freitags zeit gelassen mit ins KH gehen, da hatte ich dann nochmal vorgespräche und eine Untersuchung. und die Ärzte dort waren so lieb und Verständnisvoll.
Montags hatte ich dann den Termin zur Ausschabung. Die ärztin im KH meinte übrigens , das mein Krümel in der 6 ssw aufgehört hat zu wachsen.
Ich bin also bevor mein Baby "geholt" wurde über 4 wochen mit einem toten wesen in mir rum gerannt... der Gedanke daran ist irgendwie echt schrecklich.

Montags nach der Ausschabung, ging es mir soweit ganz okay.
Bin Donnerstags zum Arzt gegangen, weil ich nachts arges Fieber hatte, die hatte mir dann ne Wehen auslösende Spritze gegeben weil ich lauter Blut koakel noch in mir hatte.
Freitags wieder hin wieder eine Spritze ,weil die irgendwie wohl nicht wirkten bei mir... hab null wehen bzw Blutungen bekommen...
Sie sagte dann, wenn am We was ist muss ich sofort ins Kh und wenn keine Blutungen einsezen übers We muss ich Montags nochmal zur Ausschabung.

Das war ein Wochenende ich sags euch...
ABER GOTT SEI DANK kam am Sonntag alles raus..
So das meine Ärztin am Montag meinte sehr schön genaus so sollte es aussehen.. sie freut sich sehr ,dass nun mein Körper endlich reagiert hat:)..

Nun warte ich auf meine Tage So das wir in den ersten ÜZ starten können.

Es tut zwar immer noch weh,klar. Aber dennoch können wir es kaum Abwartet endlich wieder zu hibbeln:)

von soulcatcherI3 / 12.11.2013 11:48

Antwort


hallo soulcatcherl3,
mein Beidleid für euren Verlust.
Ich denke, das niemand von uns je damit gerechnet hätte, das wir tote Kinder haben würden. Es ist gut, dass wir das alles vorher nicht wußten... wer weiß, ob wir uns dann an das Wagnis begeben hätten.
Das bei der OP was schief gegangen ist, ist schrecklich. Ich selbst hatte nach dem Kaiserschnitt auch komplikationen. Daher weiß ich, das es schwierig ist die Trauer zu bewältigen, wenn Gesundheitlich "kleine Katastrophen" dazukommen.
Danke, das du dich entschieden hast, hier mit uns zu sprechen.
Ich wünsche dir und deinem Schatz alles Liebe und viel Kraft für die Zukunft. Und wenn dir nach reden ist, wir sind hier. ;-)
Lieben Gruß
Issy

von issy31 / 20.11.2013 10:05

Antwort


Hallo soulcatcher,

ich war einige Zeit nicht mehr hier, so dass ich erst jetzt deinen Beitrag gelesen habe. Erst einmal tut es mir sehr leid, dass du auch eine solche Erfahrung machen musstest. Es gibt leider nicht viele Worte, die wirklich Trost spenden könnten. Aber wir sind hier und du bist nicht allein mit deinen Gefühlen! Wie geht es dir mittlerweile?

Das erneute Hibbeln hatte mir anfangs auch geholfen, aber so richtig gut ging es mir nie so wirlich, auch da es mit dem Wieder-Schwangerwerden dann doch nicht so schnell ging wie erhofft. Ich hatte zwar immer das Gefühl, dass es mir mit jedem Tag besser ginge, aber dann gab es doch immer wieder Momente, an denen ich "rückfällig" geworden bin und eine Zeit lang war ich bestimmt auch depressiv und hab sogar Ausschau nach einer Therapeutin gehalten.

Und dann plötzlich irgendwann Anfang Oktober saß ich in der Straßenbahn auf dem Weg zur Arbeit und da wurde mir plötzlich bewusst, dass ich tatsächlich an dem Punkt angekommen war, an dem ich sagen konnte "geschafft - mir geht es wieder richtig gut". Es war total komisch, aber auf einmal war der Knoten geplatzt. Ohne dass irgendwas besonderes dafür geschehen war. Zumindest nichts, was ich bewusst mitbekommen hätte. Es lässt sich schwer beschreiben, aber momentan fühle ich mich einfach wieder richtig gut, so wie vorher. Aber es hat ziemlich lange gedauert, länger als ich es auch gedacht hätte (habe meinen Schatz im April gehen lassen müssen).

Ich habe viel daraus gelernt und gebe meine Erfahrungen gern an andere weiter. Vielleicht hilft es dir ja auch, falls du auch glaubst, dass du schon drüber weg bist, aber es doch noch nicht wirklich so ist, wenn du vielleicht verstehst, was ich meine. Es ist wichtig, dass du mit deiner Trauer so umgehst, wie es sich für dich am besten anfühlt. Willst du allein sein und ein Gedicht schreiben, Tagebuch, dann tu das. Brauchst du Gesellschaft oder Ablenkung, dann such sie. Alle Gefühle, die du fühlst, egal ob Trauer, Freude, Wut, Enttäuschung, sind völlig normal. Wenn du dich schwach fühlst und das Gefühl hast, du schaffst was nicht, sei nicht zu streng mit dir selbst. Akzeptier es und hab Geduld. Das war glaub ich für mich die Hauptlektion, die ich daraus gelernt hab: man braucht einfach viel Geduld, ganz besonders mit sich selbst.

Ich wünsche dir jedenfalls, dass du einen Weg der Trauerbewältigung findest, der dir am besten hilft. Dass du bald wieder "du selbst" sein kannst und glücklich bist, zuversichtlich in die Zukunft schauen kannst.

Ganz liebe Grüße,
Melanie

von crezymel / 01.12.2013 14:21

Antwort


Ich möchte euch allen übrigens auch noch eine besinnliche Adventszeit wünschen!

von crezymel / 01.12.2013 14:34

Antwort


ich sehe das genau so wie du, Melanie
auch mir geht es gerade meistens richtig gut. Aber für uns kommt in den nächsten Jahren keine Schwangerschaft in frage. Statt dessen werden wir ein Pflegekind aufnehmen. Ich bin nicht mehr krank geschrieben und suche jetzt eine neue Arbeitsstelle.
Meine Hebamme sagte immer, das die Trauer wie Wehen sei. Damals habe ich das nicht geglaubt. Aber jetzt verstehe ich es. Zu beginn der Trauer kamen die Schübe heftig und schmerzhaft wie Presswehen, dann wurden die Abstände immer größer und der Schmerz ließ nach. Jetzt bin ich nur noch ab und zu traurig. Und das ist gut so.
Allerdings wappne ich mich jetzt schon vor Weihnachten. Da ist er genau 10 Monate fort. Wird bestimmt ein Tag an dem ein Auge lacht und ein Auge weint. Ich werde sehen, wie es wird.
Genießt trotz unseres Schicksals die Adventszeit und tankt Kraft für die Zukunft.
Bis bald
Issy

von issy31 / 03.12.2013 08:24

Antwort


Seit langem mal wieder sag ich hallo!

Ich hoffe, ihr habt die Feiertage mit euren Lieben in Ruhe verbracht und seid gut ins neue Jahr gerutscht. Ich hoffe, es war nicht all zu schmerzhaft.

Issy, es freut mich, dass ihr euch entschieden habt, ein Pflegekind aufzunehmen und gleichzeitig finde ich eure Entscheidung auch sehr mutig. Wie seid ihr darauf gekommen? War das schon länger eure Absicht? Ist das ein ähnlich komplexer Vorgang wie eine Adoption?

Ich kann deiner Hebamme auch nur recht geben, dass die Trauer wie Wehen in Schüben kommt. Mittlerweile bin ich nur noch sehr selten und kurz traurig. Es geht mir gut.

Wie geht es euch allen so? Es ist ja eher ruhig hier und ich hoffe einfach, dass es eher als ein positives Zeichen zu werten ist?

von crezymel / 13.01.2014 14:20

Antwort


Hallo Mädels.
@Jen mir tut es furchtbar leid für euch. Auch wenn das Baby nicht geplant war, trotzdem tut so ein Verlust unheimlich weh.
ich hoffe sehr für euch, dass es ganz bald wieder klappt und ihr bzw du eine Beschwerden freie Schwangerschaften hast.

Wollte zu mir mal ein kurzes update geben.

Also hatte ja geschrieben, dass ich auf meine mens warte.
Vergeblich, denn ich wurde gleich nach der Ausschabung, wieder Schwanger.
Leider wollte auch dieser Krümel nicht bei mir bleiben.
Habe das Würmchen dann am 29.11.13 verloren.

Aber es gibt auch Positive Nachrichten. Ich durfte am 28.1 wieder Positiv Testen:)

Momentan überwiegt meine Angst leider noch.
Ich hoffe sehr, dass mein Arzt mir morgen endlich mal was positives sagt.


Ich hoffe euch gehts soweit auch gut?!

liebe grüße sarah

von soulcatcherI3 / 03.02.2014 20:17

Antwort


Hallo Jen,
mein beileid für deinen Verlust.
Das manche Frauen das nicht mitkrigen, kann schon sein. Das sagte mein Arzt auch zu mir.
Sei froh, das du nicht operiert werden musstest ,sondern dein kleines den natürlichen Weg gefunden hat. Bei mir war das immer anders.
Deine Sorgen kann ich gut verstehen. Eine Garantie gibt es nicht.
Meine Erfahrung zeigt mir, das ich die frühen Fehlgeburten nicht vergessen habe, aber es tut mir nicht mehr weh, wenn ich an sie denke. und auch dies Zeit hat ihren Schrecken verloren.
Es wird besser werden. das kann ich dir versprechen. Im Moment rückt der erste Jahrestag für uns näher, was mich sehr dünnhäutig macht. Aber auch dabei sage ich mir, das es bald immer weniger wehtun wird.
es ist schön, das du dir einen Teil deines Kummers von der Seele schreiben konntest. gerne sind wir auch weiterhin für dich da.
Alles Liebe
Issy

von issy31 / 04.02.2014 17:28

Antwort


Sarah,
ich drücke euch ganz feste die Daumen das es diesmal klappt. Nur den Mut nicht verlieren und positiv denken.
;-*

von issy31 / 04.02.2014 17:29

Antwort


Hallo Steffi,

es ist quatsch das Gott dir das zweite genommen hat, weil du das erste nicht wolltest.
Das Glaube ich nicht.
Du solltest aufhören, dir vorwürfe zu machen. damit quälst du dich nur selber.
ich finde es mutig, das du uns offen anvertraust, was deine Geschichte ist.

Ich selbst könnte nie die Entscheidung treffen ein Kind zu töten. daran würde ich zerbrechen, denke ich. Aber ich respektiere die Entscheidung die eine Frau trifft. Aus welchen Gründen auch immer.

natürlich bist du willkommen. denn auch du bist eine Sternenmama.
Es tut mir leid, das du das durhmachen musst.

die Psyche spielt bei einer Schwangerschaft eine große Rolle. Vielleicht solltest du erst das alles verarbeiten, zu mindest so weit bis es dir länger als ein paar Tage am Stück gut geht, ehe du einen neuen Versuch unternimmst.
Mein Therapeut hat gesagt, das es immer mal auf und ab gehen wird. und das es leichter ist sich als Täter, denn als Opfer zu sehen. Ich dachte auch, das ich schuld wäre, an all dem was passiert ist. Es hat eine Weile gedauert bs ich erkannte, das ich ein Opfer bin und das ich das akzeptieren muss.
Trauer um deine Kinder, nimm Abschied und irgendwann wird alles gut werden.
Und zu der Abtreibung: wer weiß, ob nicht auch hier noch etwas pasiert wäre- mit dem Baby oder mit dir. Manchmal ist es schwer den Weg zu gehen, den Gott für uns vorgesehen hat.
Kopf hoch. Du bist kein schlechter Mensch. Mein Beileid für dich und deinen Mann

LG
Issy

von issy31 / 04.02.2014 21:18

Antwort


Nach langer Pause melde ich mich auch mal wieder. Zunächst einmal möchte ich noch mein Beileid aussprechen an die neuen Sternenmamas hier, auch wenn es schon ein Weilchen her ist. Hoffentlich konntet ihr euch mittlerweile was Gutes tun und ihr seid wieder in einer schöneren Gemüts- und Gefühlslage. Und wie es ausschaut, gibt es ja auch positive Neuigkeiten - Sarah ist laut ihrem Profil in der 35. SSW. Solche Neuigkeiten sind unglaublich schön :-D

Warum ich eigentlich wieder hier bin...nun ja. Mittlerweile bin ich schon über 1 Jahr in dieser Runde, d.h. mein Sternenkind musste ich im April 2013 gehen lassen. Seitdem ist einiges passiert:

wir hatten im Juni/Juli 2013 wieder mit "Üben" angefangen und waren voller Hoffnung. Gefühlsmäßig ging es mir aber erst im Herbst wieder richtig gut und ab da an war ich auch optimistischer gestimmt, bald wieder schwanger zu werden. Meine Schilddrüse, die ursprünglich der Grund war, warum es anderthalb Jahre gedauert hatte, überhaupt das erste Mal schwanger zu werden, war unter Kontrolle. Es sollte also nichts dagegen sprechen, wieder schwanger zu werden. Aber nix passierte.

Im Dezember 2013 haben mein Freund und ich geheiratet. Und auch da war ich positiv gestimmt: für ein Baby waren doch nun alle Voraussetzungen erfüllt (biologisch ja sowieso, aber man möchte doch auch irgendwie alle anderen "Rahmenbedingungen" erfüllen). Schilddrüse in Ordnung, genug Platz in der Wohnung, ein fast fertig tapeziertes Kinderzimmer, Mama und Papa verehelicht und guter Hoffnung. Aber nix passierte.

Der Jahrestag des Sternchenverlustes kam und so langsam wurde ich dann doch ungeduldig. Warum dauert das schon wieder so lange? Wir waren mittlerweile ganz entspannt und positiv gestimmt, aber irgendwann kommt dann doch der Punkt, wo man sich fragt "warum?". Irgendwann bei einer der regelmäßigen Schilddrüsenkontrollen dann plötzlich die Diagnose Morbus Basedow (im Prinzip Autoimmunkrankheit mit Überfunktion). Die ganze Zeit hatte ich mit Hashimoto (auch Autoimmunkrankheit, aber mit Unterfunktion) zu kämpfen, war aber gut eingestellt, Werte im grünen Bereich und nun plötzlich schlägt es in die andere Richtung aus. Meine Endo-Ärztin meinte dann noch, es wäre erstmal besser, nicht schwanger zu werden und die SD in den Griff zu kriegen, hat mir aber dennoch ein Medikament verschrieben, was in der Schwangerschaft dem Baby nicht schaden würde, falls ich doch schon schwanger sein und werden könnte. Die Chancen dafür wären aber ohnehin gering mit dieser Krankheit.

Mal wieder ein Rückschlag. Aber man bleibt ja positiv, nimmt brav die Medikamente und geht zu den nun kurzfristigeren Kontrollen. Die Werte schwanken extrem. Ich reagiere zwar auf die Medis, aber viel zu schnell/stark. Nach unserem Urlaub im Juni war ich plötzlich extrem in die Unterfunktion gerutscht, TSH bei fast 10, so hoch wie noch nie! Medikamente wieder angepasst, allerdings musste ich weiterhin den Hemmer nehmen, denn den setzt man wohl bei MB nicht einfach ab, sonst kommt immer der Rückfall. Aber schwanger kann ich mit diesem Wert nicht werden.

Bei der nächsten Kontrolle Mitte Juli liegt er immerhin schon bei ca. 5. Tolle Verbesserung in kurzer Zeit. Und ich hoffe still und leise, dass die Dosis nun so eingestellt ist, dass ich bald den richtigen Wert erreicht habe und ihn konstant halten kann.

Nächste Blutabnahme ist am 20.8. 2 Tage später sind wir auf einer Hochzeit und als das Buffet eröffnet wird und die Gerüche aller Speisen in kondensierter Form zu mir kommen, wird mir richtig übel. Ich wundere mich ein bisschen und weiß, dass ich schon 2 Tage überfällig bin, aber kann es denn überhaupt sein? Mit diesen Schilddrüsenwerten?

Nochmal 2 Tage später dann die Gewissheit: ein positiver Schwangerschaftstest! Tatsächlich! Ich bin schwanger! Die Freude ist zunächst gedämpft, zurückhaltend. Die Angst ist schon da, dass es wieder schief gehen könnte. Aber mit jedem Tag freut man sich ein bisschen mehr, man macht schon wieder Pläne und versucht positiv zu denken. Ändern könnte man ja doch nichts.

3 Tage später ist dann Besprechung der letzten Blutabnahme in der Endoklinik. Die Werte sind schon wieder in die Überfunktion gerutscht, der TSH unter 0,1 (was heißt, dass er zur Zeit des Eisprungs wahrscheinlich gerade im für den KiWu idealen Bereich lag und es daher geklappt hatte!). Somit besteht ein etwas höheres Risiko für eine Fehlgeburt, aber die Ärztin passt sofort die Dosis an, möchte kurzfristige Kontrollen und alles tun, damit es gut geht. Im Internet gibt es auch viele Erfahrungsberichte von Frauen, bei denen es keine Probleme gab in dieser Situation.

Weitere 3 Tage später allerdings bemerke ich eine leichte Schmierblutung. Ich kann es nicht glauben, mir kommen schon die Tränen. Aber erstmal beruhigt mich, was ich bei Google finde: leichte Schmierblutungen ohne Schmerzen sind meistens nicht bedrohlich. Also beruhige ich mich erstmal, schone mich. Es ist Samstag. Ins Krankenhaus möchte ich nicht, das wäre zu viel Stress.

Doch im Laufe des Tages werden die Blutungen stärker und ändern auch die Farbe. Es verläuft alles eigentlich so wie zu meinen Perioden. Ich ahne Schlimmes. Auch am nächsten Tag wird es stärker und es gehen Geweberest ab. Ich weiß schon jetzt: dieses Baby habe ich auch verloren. Ich weine und weine. Kann nicht aufhören. Warum schon wieder? Was habe ich getan um das zu verdienen?

Am Montag gehe ich zu meiner Frauenärztin und bekomme bestätigt, was ich schon gewusst habe: keine intakte Schwangerschaft mehr. Ursachen kommen viele infrage, natürlich kann es die Schilddrüse gewesen sein, aber genauso gut kann es 1000 andere Gründe haben. Man wird es leider nie wissen. Mein hcg wird nun beobachtet, dass es von allein fällt und somit auch keine AS gemacht werden muss.

Ich bin 2 Wochen krankgeschrieben und kann mit der Trauerbewältigung beginnen. Ich habe viel geweint am Sonntag und Montag. Das Baby habe ich zwar relativ früh verloren (Mitte 6. SSW), aber das macht absolut keinen Unterschied. Es tut einfach nur weh. Und dazu kommen die Erinnerungen an die erste Fehlgeburt. Der Körper hat sich den seelischen Schmerz gut eingeprägt und den ruft er dann auch wieder auf. Und irgendwie fühlt man sich verarscht, und ich bin verärgert über mich selber, dass ich so blöd sein konnte, schon wieder an Gutes zu glauben und Pläne zu machen.

Heute, also wieder nur 3 Tage später, geht es mir komisch. Ich muss nicht weinen, fühle keinen Schmerz, kann sachlich meine Geschichte erzählen, ohne Tränen. Aber gleichzeitig fühle ich rein gar nichts. Keine Freude, keine Trauer, kein Unbehagen, einfach keine Emotionen. Dies ist eine ganz neue Erfahrung für mich. Aber vielleicht auch einfach eine andere, normale Art zu trauern? Gibt es sowas auch? Ich habe von der ersten Fehlgeburt gelernt, einfach meinen Gefühlen und Eingebungen zu folgen, nichts zu unterdrücken oder heraufzubeschwören. Also wenn ich jetzt nichts fühle, akzeptiere ich das und lass den Rest auf mich zukommen. Ich hoffe, dass es so klappt.

Das ist die Gefühlsseite. Körperlich geht es mir gut. Und der Plan für die Schilddrüse wird wohl letztendlich auf eine operative Entfernung hinauslaufen. Das ist wohl das Mittel der Wahl bei Frauen mit Kinderwunsch, bei denen die Medikation sich als schwierig erweist. Und so schaut es bei mir ja aus. Ich scheine keine Dosis finden zu können, die die Werte stabilisieren würde. Bei meinem nächsten Kontrolltermin werde ich diese Option nochmal genauer mit der Ärztin besprechen.

...So, nun ist es wieder ein langer Beitrag geworden. Ich hoffe, ihr verzeiht mir. Es hilft aber einfach auch, wenn ich es alles niederschreibe. Danke fürs Zuhören.

von crezymel / 04.09.2014 10:19

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Hallo du,

es tut mir sehr leid. Ich selbst versuche mit dem Kinderwunsch abzuschließen. Im Juli wurde ich wieder am Unterleib operiert. ich hatte Dauerblutungen und eine große Zyste. Also wurde ich ausgeschabt und eine Bauchspiegelung wurde ebenfalls gemacht. Seit dem ist die Depression wieder etwas aufgeflammt.
Es tur mir leid, dass ich dir jetzt erst anworte. Ich habe den Kopf gerade einfach voll. Gib nicht auf. Sammle Kraft und werde wieder glücklich.
Alles Liebe.

von issy31 / 12.09.2014 17:22

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