Themenbereich: Babyernährung allgemein

"Kind 8W hat Blähungen - Ernährung der Mutter mit entscheidend?"

Anonym

Frage vom 15.06.2002

Meine Tochter (8 W., voll gestillt) hat, wie so viele Säuglinge Blähungen. Tagsüber weint sie öfter, was sich dann durch Umhertragen im Fliegergriff lindern lässt, abends reagiert sie sich beim Trinken an der Brust ab, d.h. sie strampelt, stöhnt und verrenkt sich. Was ich aber wirklich schlimm finde ist, dass sie seit ca. 2 Wochen morgens ab halb sechs sich im Bett hin und her wälzt und laut stöhnt. Meistens hat sie dann auch gar keine Lust viel zu trinken. Das kann bis zu zwei Stunden dauern. Laut Kinderarzt ist sie gesund und nimmt auch gut zu. Tun das viele Babys? Für mich hört sich das an, als quält sie sich furchtbar.

Ausserdem würde ich gern wissen, ob ich mit meiner Ernährung dazu beitrage. Ich esse viele Vollkornprodukte (wie schon immer) und nehme auch relativ viele Milchprodukte zu mir (Milch, Malzkaffee mit Milch und Yoghurt)

Liebe Grüße

Anonym

Antwort vom 17.06.2002

Es gibt leider immer wieder Kinder die einen sehr empfindlichen Verdauungstrakt haben und sich mit Blähungen quälen. Das kann unter Umständen mit der Ernährung zusammenhängen - so gibt es Kinder die auf Kuhmilch reagieren, andere sind in Bezug auf Vollkornprodukte sehr sensibel. Meiden sollten Sie während der Stillzeit alle Lebensmittel, die bei Ihnen oder dem Vater des Kindes Blähungen auslösen. Wenn sich Ihre Tochter so mit den Blähungen quält, können Sie die Kleine z.B. regelmäßig den Bauch oder die Fußsohlen mit einem (verdünnten) Kümmelöl im Uhrzeigersinn einreiben. Dies lindert oft leichte Blähungen. Unterstützende Maßnahmen bei Blähungen: Eine sanfte Bauchmasse im Uhrzeigersinn, also nach dem Verlauf des Dickdarmes, mit einem Öl aus Fenchel-Kümmel, regelmäßig mehrmals täglich z.B. bei jedem Windeln. Wärme in Form eines Kirschkernkissens- dieses gibt eine feuchte Wärme ab, die sich lange hält- bitte nicht auf die nackte Haut, sondern eben auf den Bauch eines angezogenen Kindes legen. Wärme in Form einer Wollhose, die den gesamten Rumpf des Körpers bedeckt. Wolle wärmt und ist gleichzeitig auch temperaturregulierend, so daß kein Hitzestau entstehen kann. Eine solche Wollhose gibt zudem eine enge Begrenzung bzw. einen allgemeinen Halt für den gesamten Bauch. Durch die Wärme können das Abgehen von Winden gefördert und erleichtert werden als auch wird das gesamte Befinden des Kindes durch einen warm gehaltenen Rumpf und damit der Kerntemperatur des Kindes selber positiv unterstützt. Verdauungsunterstützend ist die Gabe eines Fenchel-Kümmel, auch mit Zusatz von Anis, Tees. Ein solcher Aufguß-1 Teelöffel auf eine Tasse heißes Wasser zehn Minuten ziehen lassen- kann dem Kind schluckweise in Form eines Löffels vor den Stillmahlzeiten gegeben werden, die Säuglingsnahrung bei Flaschenkindern kann damit zubereitet werden oder der Tee kann als zwischendurch per Flasche gegeben werden. Die sog. Fliegerhaltung wirkt entkrampfend auf die Bauchmuskulatur des Kindes und erleichtert die Phase der Blähungsschmerzen. Dabei liegt das Kind bäuchlings über dem Unterarm, der Kopf ruht in der Armbeuge der Person, die das Kind hält, die Arme und Beine baumeln rechts und links des Unterarms locker, so daß der Rücken des Kindes rund ist. In dieser Position kann sich das Kind gut entspannen, es ist für die Person, die das Kind hält, auch eine nicht verkrampfte Art, das Kind zu halten und ruhig hin und her zu wiegen. Eine Variation dieser Position ist im Sitzen, das Kind bäuchlings über die Oberschenkel zu legen, oder auch z.B. selber dabei auf einem Pezziball zu sitzen und sanft auf- und ab zu wippen. Auch, wenn das Kind über die Schulter gelegt wird, sollte darauf geachtet werden, daß der Bauch dabei rund ist, der Kopf hoch auf bzw. über der Schulter liegt und die Arme baumeln können. Auf ein ausreichendes Bäucherchen zwischen als auch nach den Mahlzeiten ist unbedingt zu achten. Bei der Zubereitung der Flaschennahrung ist darauf zu achten, daß sich nach dem Schütteln die Luftblasen gelegt haben. Sollte das Wasser relativ kalkhaltig sein, so probieren Sie mal abgepacktes Wasser zur Herstellung von Säuglingsnahrung, um zu prüfen, ob die Bauchschmerzen dann besser sind. Bei gänzlicher Nicht-Verträglichkeit der jeweiligen Nahrung ist eher Durchfall angesagt, allerdings können Sie dies nochmals mit Ihrem zuständigen Kinderarzt besprechen.

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