Themenbereich: Abstillen

"4, Monate, Kind trinkt keine Pre-Nahrung"

Anonym

Frage vom 27.01.2004

Hallo!
Mein Sohn ist jetzt 4 Monate alt und wurde bisher gestillt. Doch nun muss ich bald wieder arbeiten gehen und wollte ihn nun langsam an die pre-Nahrung gewöhnen. Doch er spuckt alles immer wieder aus. Habe nun schon sämtliche Hersteller ausprobiert und auch den Sauger gewechselt. Aber auch das hilft alles nicht.
wenn ich aber abgepumpte Muttermilch in die Flasche tue, trinkt er ohne Probleme!
Bin ziemlich ratlos, und freue mich sehr über jeden Tip!
Viele Grüsse
Franca

Anonym

Antwort vom 29.01.2004

Wenn Sie jetzt wieder Ihre Berufstätigkeit aufnehmen müssen, heißt das auf keinen Fall, dass Sie abstillen müssen. Offensichtlich verträgt Ihr Kind am besten die Muttermilch und am besten wäre es, wenn Sie ihm bis zur Einführung der Beikost mit Beginn des siebten Lebensmonats ausschließlich Muttermilch geben. Ihr Arbeitgeber muss Ihnen Stillpausen gewähren. Vielleicht ist es möglich, dass Ihnen Ihr Sohn zum Stillen an den Arbeitsplatz gebracht wird. Falls das nicht der Fall ist, können Sie die Muttermilch abpumpen, sodass die Betreuungsperson Ihrem Sohn die Milch füttern kann. Um einen Milchstau zu vermeiden und die Milchbildung aufrecht zu erhalten ist es ratsam, je nach Zeit der Abwesenheit, ein bis zwei mal am Arbeitsplatz abzupumpen. Das können Sie in Absprache mit Ihrem Arbeitgeber in den Stillpausen tun. Lagern Sie die Muttermilch im Kühlschrank oder in einer Camping-Kühlbox und verwenden Sie für den Transport nach Hause eine Kühltasche. Wenn Sie zu Hause sind, legen Sie Ihren Sohn wieder an die Brust und stillen ihn. Viele Mütter und Kinder genießen diese Nähe ganz besonders, wenn sie arbeitsbedingt zeitweilig voneinander getrennt sind. Am einfachsten lässt sich das Pumpen umsetzen, wenn Sie eine gute Handpumpe oder elektrische Milchpumpe anschaffen. Wenn Sie nur eine Mahlzeit überbrücken müssen, reicht wahrscheinlich eine Handpumpe (z.B. Einhandpumpe „Harmony“, Fa. Medela). Sie können jetzt schon beginnen, einen kleinen Vorrat an Muttermilch anzulegen und das Pumpen zu üben. Hierzu pumpen Sie entweder während des Stillens auf der anderen Seite mit einer Einhandpumpe (nur mit einer Hand zu bedienen) oder zwischen den Stillmahlzeiten (etwa ein bis zwei Stunden nach dem Stillen). Wenn Sie während des Stillens abpumpen, fließt die Milch sehr gut, denn durch das Saugen Ihres Sohnes wird der Milchspendereflex in beiden Brüsten ausgelöst. Wenn Ihnen die Prozedur allerdings zu kompliziert erscheint, sollten Sie lieber zwischen den Stillmahlzeiten abpumpen, um die Handhabung des Pumpens zu üben. Sobald Sie mit dem Abpumpen vertraut sind, können Sie es mit dem gleichzeitigen Stillen und Pumpen wieder versuchen. Es fördert den Milchfluss, wenn Sie vor dem Pumpen Ihre Brust erwärmen (warmer Waschlappen oder warmes Kirschkernsäckchen auflegen) und sanft massieren. Sie können die Muttermilch bei – 18° C tiefkühlen (6 Monate haltbar) oder im hinteren Teil des Kühlschranks für drei bis fünf Tage aufbewahren. Falls Sie regelmäßig mehrere Stillmahlzeiten überbrücken müssen und Ihnen die Milchgewinnung mit der Handpumpe nicht gelingt, empfiehlt sich das Abpumpen mit der elektrischen Milchpumpe. In diesem Fall ist das gleichzeitige Pumpen beider Brüste mit einem Doppelpumpset ratsam. Diese Methode spart Zeit und regt die Milchbildung an. Die Pumpdauer beträgt dann 10 – 15 Minuten. Vielleicht erscheint es Ihnen sehr aufwändig, diese Ratschläge umzusetzen. Nach einer Eingewöhnungszeit werden Sie die Vorteile des Weiterstillens sicherlich genießen. Wenden Sie sich vor Ort an eine Hebamme oder Stillberaterin, eine Stillgruppe oder Stillkaffee. Dort finden Sie Unterstützung bei der Auswahl und Handhabung der geeigneten Pumpe und Tipps, wie Sie das Stillen mit der Berufstätigkeit vereinbaren können. Alles Gute und viel Erfolg!

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