Themenbereich: Stillen allgemein

"Stillen + Abpumpen + Arbeiten:"

Anonym

Frage vom 08.03.2004

Im Krankenhaus konnte meine Tochter bereits an einer Brust nur wenig, an der anderen gar nicht trinken. Bei Stillproben kamen ca. 5 Gramm in fünfzehn Minuten heraus, das Abpumpen hingegen klappte von vornherein sehr gut. Ich habe meine Tochter trotzdem immer wieder angelegt. Die Hebammen waren der Meinung, dass die Milch aus meiner Brust schwer abzusaugen ist, zumindest für meine Tochter. An Schwäche ihrerseits kann das nicht liegen, sie wurde zum voraussichtlichen Termin geholt und hatte mit 3910 ein sehr gutes Gewicht. Seit sie 8 Wochen alt ist, arbeite ich wieder. Ich pumpe morgens ab, komme mittags für zwei Stunden nach Hause, pumpe wieder ab, pumpe dann abends noch zwei oder dreimal ab (versuche, alle zwei bis drei Stunden abzupumpen). Meine Tochter verlangt etwa alle 4-5 Stunden eine Mahlzeit, in Wachstumsphasen alle zwei Stunden, nachts schläft sie zwischen 6 und 8 Stunden (das war schon im Krankenhaus so).
Wenn sie nachts weint, holt mein Mann sie zu mir ins Bett und ich stille sie im Halbschlaf, meist schläft sie dabei auch ein. Wenn ich abpumpen muß und sie möchte gerade essen, lege ich sie an eine Brust und pumpe an der anderen ab, danach bekomme ich an dieser Brust nur noch wenig heraus, offenbar hat sie´s inzwischen kapiert, aber sie kann die Brust immer noch nicht komplett leersaugen und braucht immer ein Fläschchen hinterher. Sehr häufig schläft sie an der Brust ein, wacht zwanzig Minuten später wieder auf und will nun doch ihr Fläschchen, scheint´s ist es sehr anstrengend für sie. Im Gegensatz zur Anfangsphase wird sie allerdings nicht mehr hysterisch, wenn nicht gleich was kommt, ich vermute, sie hat versanden, dass sie auf keinen Fall hungern muß. Im Krankenhaus fing sie auch erst ohne Hysterie, leider auch ohne Erfolg an zu saugen, nachdem sie einmal abgepumpte Milch bekommen hatte.
Ich habe einige Fragen und Antworten im Forum gelesen, habe einige Fragen beantwortet bekommen, aber nicht alle:
Meine Tochter trinkt immer mehr, die Milchmenge aus der Brust schwankt jedoch stark, nimmt aber im Durchschnitt nicht zu. Kann beruflicher Streß ein Faktor sein? Vor zwei Wochen starb meine Mutter, ich vermute, auch das beeinflußt den Milchfluß. Meine Schwiegermutter rät mir zu Salat, meine Schwester zu Äpfeln, um den Milchfluß zu steigern, ist da was dran? Da mein Mann Heuschnupfen, seine Schwestern Neurodermitis und sowohl ich als auch meine Schwester Hausstaub-Allergie haben, möchte ich mindestens sechs Monate vorrangig Muttermilch geben, das klappt immer seltener.
Bisher bekam sie HA-Milch von Nestle, erst pre, dann 1, weil pre nicht mehr sättigt. Jetzt habe ich probiotisches von Hipp, ist das auch für allergiegefährdete Kinder geeignet? Muß HA überhaupt sein, bei Kuhmilch-llergie darf man´s doch sowieso nicht verwenden, wo liegt denn da noch der Unterschied zur anderen Milch? Außerdem höre ich immer wieder, ich darf in der Stillzeit keine Möhrrüben essen, weil meine Tochter sonst dagegen allergisch wird, andere hingegen sagen, gerade jetzt essen, damit sie Antikörper aufbaut. Mit den Katzen bekommen ich Ähnliches zu hören,die Meinungen reichen von sofort abschaffen bis auf jeden Fall behalten, besser sofort Kontakt als später.
Wenn Highlife im Job ist, kann ich erst nach 6 Stunden Pause machen statt nach 4, wie gefährlich kann das werden (Brustentzündung)?
Meine Schwester, Mutter von zwei Zwillingspärchen, erzählt mir, ich müßte einen plötzlichen Milcheinschuß spüren, ich merke jedoch nur eine zunehmende Spannung, die bei zu langer Wartezeit zu schmerzhaftem Druck steigt.
Gesetzliche Regelung: Die Stillpausen muß mein Chef mir geben, ich ziehe sie aber zu zwei Stunden Mittagspause zusammen und versuche trotzdem, meine acht Stunden volle Arbeitszeit zu erreichen, muß/darf ich das vom Gesetz her? Die Stillpausen sind schließlich 2 x 30, nicht 1 x 60 Minuten. Ich arbeite für eine kleine Firma, die sich eine Arbeitsverringungn um 1 Stunde täglich ohnehin nicht leisten kann. Wenn ich meinen Chef ruiniere, habe ich zwar recht gehabt, aber trotzdem keinen Job mehr.
Übrigens Thema Saugverwirrung: Meine Tochter mußte im Alter von vier Tagen lernen, Brust und Flasche zu akzeptieren und das ging problemlos, sobald sie begriffen hatte, dass sie auf jeden Fall etwas in den Magen bekommt. Sie trinkt Muttermilch aus Brust und Flasche, HA pre, HA-1, Fencheltee, Elektrolyt und Durchfalldiät(wegen einer Darmgrippe) fröhlich durcheinander. Auch Knoblauch meinerseits ist kein Problem. Wenn sie ihr Fläschchen verweigert, dann nur, weil sie entweder doch schon satt ist oder ihr ein Rülpser oder ein Furz steckengeblieben ist. Sobald das erledigt ist, geht´s gleich weiter mit dem Saugen.

Anonym

Antwort vom 08.03.2004

-Wenn Sie Ihre Milchmenge steigern möchten, müssen Sie entweder häufiger abpumpen (nicht länger) oder öfter stillen, was durch Ihre Berufstätigkeit sicherlich gar nicht möglich ist. Je länger die Pausen zwischen den einzelnen Pumpsequenzen oder Stillmahlzeiten sind, desto geringer ist die Anregung zur Milchproduktion. Vielleicht können Sie eine elektrische Pumpe mit zur Arbeit nehmen und dort zwischendurch abpumpen. So wird Ihre Brust regelmäßig entleert und zur Milchbildung, bzw. zur Steigerung der Milchmenge angeregt. Wenn Sie mit einem Doppelpumpset beide Brüste gleichzeitig abpumpen, reicht eine Abpumpzeit von 15 – 20 Minuten pro Sitzung. Zur Steigerung der Milchmenge sollten Sie alle drei Stunden und einmal in der Nacht abpumpen. Die Umsetzung hängt von Ihrem Arbeitsplatz und davon ab, wie Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber einigen können. Die Stillzeiten (2x30 Minuten) können Sie einteilen, wie Sie wollen und wie es in Ihren Arbeitstag passt. Sie müssen aber nicht die Stillzeiten nacharbeiten, sondern Sie haben als stillende Mutter Anspruch auf längere Pausen. Ihr Chef darf nicht von Ihnen verlangen, dass Sie die Stillpausen nacharbeiten. Dabei geht es nicht darum, dass Sie recht haben oder Ihren Chef ruinieren, sondern dass Sie als Mutter geschützt werden und Ihr Kind stillen können, was Ihnen ja auch sehr am Herzen liegt. Deshalb heißt das entsprechende Gesetz auch Mutterschutgesetz. Dauerhafter psychischer Stress und anstrengenede Situationen am Arbeitsplatz können (müssen aber nicht) einen negativen Einfluss auf den Milchfluss und die Milchbildung haben. Je ruhiger und gelassener Sie Ihren Alltag bewältigen, desto unkomplizierter kann das Pumpen und Stillen verlaufen. Allerdings läßt sich nicht immer jede Störung vermeiden, was für das Stillen auch nicht nötig ist. Viele Frauen stillen in allen möglichen und "unmöglichen" Situationen erfolgreich ihre Kinder. Die Milcheinschüsse werden von Frauen unterschiedlich wahrgenommen. Einige merken eine Drucksteigerung, andere ein Kribbeln, Ziehen oder Wärmegefühl in den Brüsten, wieder andere bemerken gar nichts besonderes. Achten Sie auf eine ausgewogene Mischkost mit einer warmen Mahlzeit am Tag und kleinen Zwischenmahlzeiten. Ein Zusammenhang zwischen Nahrungsmitteln, die stillende Mütter essen und allergischen Reaktionen ihrer Kinder ist nicht eindeutig nachgewiesen. Wenn im Einzelfall der Verdacht auf einen Zusammenhag besteht, kann das verdächtige Nahrungsmittel weggelassen werden. Grundsätzlich sollten Sie nur Nahrungsmittel zu sich nehmen, die Sie gut vertragen und nach deren Verzehr Sie keine Auffälligkeiten bei Ihrem Kind feststellen. Allergiegefährdete Kinder sollten eine HA-Nahrung erhalten, da bei dieser Nahrung das Kuhmilcheiweiß stark aufgespaltet ist, was einen allergievorbeugenden Effekt haben soll. Bei nachgewiesener Kuhmilcheiweißallergie muss allerdings eine Nahrung gefüttert werden, die kein Kuhmilcheiweiß enthält. Es ist sicherlich sinnvoll, wenn Sie künftig wieder die HA 1-Nahrung füttern. Dieses sollten Sie aber auch mit Ihrem Kinderarzt/Ärztin absprechen. Vielleicht gab es ja auch einen besonderen Grund dafür, zu der probiotischen Nahrung von Hipp zu wechseln. Ausführliche Informationen zum Thema Allergien bei Kindern erhalten Sie bei der Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind e.V.: www.aak.de

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