Themenbereich: Stillen allgemein

"Dauer der Stillmahlzeit"

Anonym

Frage vom 24.04.2004

Hallo, mein Sohn ist 4 Wochen alt. Er ist immer sehr lange an einer Brust (40 min). Ich hatte dann schon überlegt abzustillen, weil ich nicht mehr zur Ruhe kam. Nunm meinte meine Hebamme 15 min pro Brust reichen beim Stillen aus und ich sollte eine Stillmahlzeit mit Pre-Nahrung ersetzen, was ich seit 2 Tagen tue.
Nun meine Fragen: Wie lange dauert ungefähr eine Stillmahlzeit?
Ist die Ersetzung mit Pre-Mahlzeit auch schon ein Abstillen? Vielen Dank!

Anonym

Antwort vom 24.04.2004

-Das Zufüttern von Pre-Nahrung kann der erste Schritt zum Abstillen sein und löst sicherlich nicht Ihr Problem, dass Ihr Sohn so lange an einer Brust trinkt. Es wird eher dazu führen, dass es Ihr Sohn bequemer und leichter findet, aus der Flasche zu trinken. Stillprobleme lassen sich fast nie durch das Zufüttern von Flaschennahrung lösen. Babys trinken sehr unterschiedlich und haben verschiedene Temperamente. Einige trinken ganz zügig und beenden die Stillmahlzeit schnell, andere genießen das Saugen an der Brust ausgiebig und trinken langsam. Eine Mahlzeit muss aber inklusive Wickeln und kleinen Pausen nicht länger als eine Stunde dauern. Sie können Ihren Sohn daran gewöhnen, etwas zügiger zu trinken und die Dauer der Mahlzeit begrenzen. Vielleicht kommen Sie besser zurecht, wenn Sie Ihren Sohn häufiger von einer Seite zur anderen wechseln und dabei auch verschiedene Stillpositionen ausprobieren. Lassen Sie ihn etwa 10 Minuten an der ersten Seite trinken, nehmen Ihn dann kurz zum Bäuerchen hoch und wechseln für 10 Minuten auf die andere Seite. Dann wickeln Sie ihn, damit er wieder richtig wach wird und legen wieder die erste Seite etwa 10 Minuten an. Lösen Sie ihn nochmals von der Brust, indem Sie Ihren kleinen Finger in seinen Mundwinkel schieben und legen ihn schließlich nochmals an die andere Seite. Vor dem Stillen können Sie Ihren Milchfluss anregen, indem Sie die Brüste sanft massieren und einen feuchtwarmen Waschlappen oder ein warmes Kirschkern- oder Getreidesäckchen auflegen. Achten Sie beim Anlegen darauf, dass der Körper Ihres Sohnes komplett Ihrem Körper zugewandt ist und er zum Trinken nicht den Kopf zur Seite drehen muss (sein Bauch liegt an Ihrem Bauch). Ohr, Schulter und Hüfte des Kindes müssen eine Linie bilden und sein Körper liegt hoch genug, evtl. auf einem Stillkissen oder einem anderen festen Kissen. Entspannen Sie Ihre Schultern und Arme beim Stillen, sodass die Milch leicht fließen kann. Entspannen Sie auch Ihre Beine, indem Sie die Füße auf ein Höckerchen stellen. Lassen Sie sich die verschiedenen Stillpositionen noch einmal von Ihrer Hebamme zeigen und wechseln Sie vom Wiegengriff zum Rückengriff und zum Stillen im Liegen. So kann Ihr Sohn die Brüste von allen Seiten gleichmäßig entleeren. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Sohn nicht nur an der Brustwarze nuckelt, sondern auch einen Teil des umliegenden Gewebes erfasst. Wenn der Kleine effektiv saugt, können Sie auch Schluckgeräusche hören. Die Brüste sind nach dem Stillen etwas weicher als vorher. Sie können Ihrem Sohn ganz ausführlich erklären, dass Sie ihn gerne stillen möchten und dass dieses auf die Dauer aber nur gut klappt, wenn er fleißig trinkt und nicht endlos an der Brust nuckelt. Sagen Sie ihm, dass Sie das jetzt mit ihm üben und dass das Stillen dann ganz viel Spaß bringt. Viele Mütter haben schon erstaunliche Erfahrungen mit Ihren Kindern gemacht, nachdem sie Ihnen ganz ernsthaft und liebevoll erklärt haben, wie sie an der Brust trinken sollen und wie das Stillen für alle Beteiligten angenehmer werden kann. Alles Gute für die weitere Stillzeit und viel Erfolg.

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