Themenbereich: Geburt allgemein

"was erwartet mich bei einer Steißgeburt?"

Anonym

Frage vom 06.02.2006

Hallo,

ich bin jetzt Ende der 35. Woche und erwarte mein drittes Kind. Die ersten beiden sind sehr schnell, spontan und ohne Komplikationen zur Welt gekommen. Nun hat sich unser drittes Kind in der 33. Woche von der SL in die BEL gedreht, mein Bauch hat regelrecht gebebt. Meine Vorbereitungshebamme hat einen Tag später den Bauch abgetastet und meinte, es wäre noch einiges an Platz, es könnte sich noch drehen. Letzte Woche lag Filius immer noch in BEL und Do sowie Fr hatte ich das Gefühl er würde versuchen sich zu drehen, aber ich bin mir sicher, es hat nicht geklappt, weil ich immer noch die Füßchen im Bereich des Schambeines fühle und ich unter dem Rippenbogen immer eine dicke Beule ertasten kann (Kopf?).

Nun quäle ich mich jeden Abend mit der indischen Brücke, was mir, dank meiner Ischias-Probleme, doch einiges Unbehagen bereitet. Ich bin auch nicht so überzeugt, dass dieses auch helfen würde, denn mein Kleiner zeigt sich wenig beeindruckt. Offensichtlich ist es nur für mich unbequem.

Soviel zu den Fakten, nun zu den Fragen: Ich habe von der Möglichkeit einer Steißgeburt gehört, wie sind da die Risiken für mich und vor allem für das Kind? Welche Voraussetzungen sprechen absolut dagegen (beide Geschwister waren rechte Brocken bei der Geburt, über 3600 g)? Allerdings weiß ich nicht, wie groß bzw. schwer es im Moment im Vergleich ist.

Unsere Geburtsklinik bietet die Möglichkeit einer Steißgeburt (wie auch eine äußere Wendung), auch wenn zuerst zu einer geplanten Sectio geraten wird.

Was erwartet mich in etwa bei einer Steißgeburt, ist es jetzt sinnvoll über eine äußere Wendung nachzudenken, und welche Risiken sind damit verbunden (lt. Gyn ist meine Plazenta hinten). Für Moxen ist es, habe ich gehört, jetzt bereits zu spät, auch sind da die Erfolgsaussichten offensichtlich nicht so gut?

Vielen Dank

Anonym

Antwort vom 07.02.2006

Hallo!
Eine Spontangeburt aus BEL bei der 3. Geburt nach unkomplizierten Spontangeburten birgt sicher kein größeres Risiko als ein Kaiserschnitt. Die Voraussetzungen müssen aber stimmen. Der Oberarzt/ Arzt und die Hebamme müssen Erfahrung in der Begleitung von BEL- Geburten haben und ein gutes Team bilden.
BEL werden nur bei bestimmten "Haltungen" spontan entbunden. Das bedeutet, das Kind darf zum Geburtsbeginn nicht die Beine ausgestreckt haben, sondern muß sie angezogen oder hochgeklappt halten. So kann man heute eigentlich erst beim tatsächlichen Geburtsbeginn entscheiden, ob tatsächlich eine Spontangeburt angestrebt werden kann oder doch ein Kaiserschnitt gemacht werden muss.
Die geglückte äußere Wendung kann einen davor natürlich schützen, ist aber leider auch nicht gänzlich ohne Risiken, über die informiert und aufgeklärt werden muß.
Risiken sind Nabelschnurumschlingungen, die durch die Drehung fester gezogen werden können oder auch vorzeitige Plazentalösungen.
Während des Drehungsversuchs und auch danach wird aber nach dem Kind und der Plazenta mit Ultraschall und CTG geschaut. Ist der Wendungsversuch zu schwierig oder das Kind zeigt durch seine Herztöne, das es ihm zu anstrengend wird, wird der Versuch abgebrochen. Wenn eine Klinik damit Erfahrungen hat und es anbietet, scheint es mir seriös und vertrauenswürdig. Wenn das Elternpaar sich dazu entscheiden kann, ....immer den Versuch wert.
Wenn Sie eine äußere Wendung in Erwägung ziehen, sollten Sie sich umgehend an Ihre Klinik wenden. Es sollten noch keine Senkwehen statt gefunden haben, damit das Kind nicht schon fest im Becken sitzt und man möchte vermeiden, das, wenn es zu spät gemacht wird, durch die Größe des Kindes wirklich kein Platz mehr zum drehen ist.
Auch bei einer geplanten Spontangeburt aus BEL sollten Sie nun schon Kontakt zu Ihrer Klinik aufnehmen um genug Zeit für alle Informationsgespräche zu haben.
Die allermeisten Kliniken möchten bei BEL- Geburten bei Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, gerne eine Peridualnarkose liegen haben. Die Frauen sollen dadurch möglichst entspannt sein. Bei Frauen mit dem 3. Kind reicht die Zeit dazu meistens gar nicht mehr und durch die vorherigen Geburten ist der Beckenboden auch schon gut vorgedehnt, weicher und entspannter als bei der ersten Geburt. So ist die PDA eigentlich auch kaum mehr nötig. Viele Frauen erzählen, das sie die Beckenendlagengeburten als sehr angenehm empfunden haben, da der "große, harte" Kopf nicht so sehr auf den Beckenboden gedrückt hat, der Preßdrang dadurch viel sanfter und langsamer war. Zur Kopfgeburt hat der Po des Kindes die Beckenbodenmuskulatur schon gedehnt und der Druck ist weniger intensiv.
Mein Schreiben kann nur Informationen anschneiden. Die jeweiligen Ärzte müssen Sie um alle Vor- und Nachteile informieren und aufklären.
Treffen Sie erst Ihre Entscheidung, wenn alle Ihre Fragen ausreichend und befriedigend beantwortet sind. Einen guten weiteren Verlauf und herzliche Grüße, Ina

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