Themenbereich: Kinderwunsch allgemein

"Soll ich eine Gebärmutterspiegelung machen lassen?"

Anonym

Frage vom 06.03.2008

Liebe Hebammen.

Ich habe einen zweijährigen Sohn, die Schwangerschaft verlief problemlos, ich habe auf natürlichem Weg entbunden. Jetzt hatte ich im Januar eine Missed Abortion in der 11.SSW und nach der Ausschabung wurde der Verdacht auf eine Gebärmutteranomalie geäußert. Die Ärzte seien "schlecht reingekommen", haben mir deshalb auch die Gebärmutterwand verletzt. Sie empfahlen mir eine Gebärmutterspiegelung nach Abheilung der Gebärmutterverletzung. Mein Frauenarzt hält eine Gebärmutteranomalie für sehr unwahrscheinlich, da es weder beim Ultraschall noch sonst Indizien dafür gibt. Allerhöchstens sei da ein "kleines Häutchen". Er wies mich auf die Risiken der Gebärmutterspiegelung hin, wollte aber keine eindeutige Position beziehen.

Jetzt bin ich völlig verunsichert. Auf der einen Seite möchte ich vor einer erneuten SS mögliche Risiken abklären. Auf der anderen Seite habe ich Angst vor einem erneuten Eingriff und einer evtl. zweiten Gebärmutterverletzung. Mein Bauchgefühl sagt mir, die Spiegelung nicht machen zu lassen und es einfach erneut mit einer Schwangerschaft zu versuchen. Mein Kopf sagt etwas anderes.

Was können Sie mir raten?

Antwort vom 08.03.2008

Hallo,

Sie können den OP-Bericht anfordern, damit Sie besser wissen, was während der OP passiert ist und wie groß die Verletzung in der Gebärmutter war. Auch ohne jegliche Anomalie kann es dazu kommen, dass die Gebärmutter bei einer Ausschabung verletzt wird. Dies gehört zu den "normalen" Risiken eines Eingriffs über die Sie im Vorfeld aufgeklärt hätten werden müssen, damit Sie entscheiden können, ob Sie eine Ausschabung machen lassen wollen oder warten bis eine spontane Fehlgeburt einsetzt. Leider wird auf die Möglichkeit des Abwartens und die Risiken einer Ausschabung oft nicht so hingewiesen wie es möglich wäre...
Da Sie schon ein Kind ohne Probleme geboren haben, ist nicht davon auszugehen, dass es ein Hindernis in der Gebärmutter gibt. Jeder Engriff birgt eher ein weiteres Risiko. Mit der Information, die Sie durch eine Spiegelung bekommen können ist rein gar nichts anzufangen, weil sie keine Vorhersagekraft für eine weitere Schwangerschaft hat. Selbst wenn sich eine Anomalie finden lässt, wissen Sie nicht ob und welche Folgen dies in einer erneuten Schwangerschaft haben könnte, noch gibt es eine Möglichkeit eventuelle Folgen zu vermeiden. Wenn die Verletzung entstanden ist, weil die Ärzte "schlecht reingekommen" sind, ist doch sehr fraglich, ob sie bei einer Spiegelung besser in die Gebärmutter kommen. Warum haben sie nicht beim ersten Eingriff eine Spiegelung gemacht??
Nicht auszuschließen ist, dass bei dem letzten Eingriff eine unbeabsichtigte Verletzung entstanden ist für die nun eine Erklärung Ihnen gegenüber gesucht wird, für die die Ärzte "nichts können".
Sie selbst fahren wahrscheinlich am Besten damit, wenn Sie auf Ihre Selbstheilungskräfte vertrauen, dass die entstandene Verletzung gut ausheilt und eine erneute Schwangerschaft sich so ansiedelt, dass es egal ist, ob da nun ein Häutchen ist oder nicht. Lassen Sie sich mit der nächsten Schwangerschaft ein bisschen Zeit, bis Sie das Erlebte verarbeitet haben. Auch mit der Entscheidung zu weiterer Diagnostik können Sie sich Zeit lassen bis sich bei Ihnen zwischen Bauchgefühl und Kopf eine eindeutige Tendenz heraus kristallisiert hat.
Ich wünsch Ihnen alles Gute, Monika

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