Themenbereich: Kaiserschnitt

"natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt möglich?"

Anonym

Frage vom 23.11.2008

Liebes Hebammen-Team,

ich hatte Ende August einen ungeplanten Kaiserschnitt nach Geburtsstillstand in der Austreibungsphase, Diagnose Fehleinstellung. Im Geburtsbericht stehen dazu die Zahlen 11 und 14 (Uhr??). Wie war denn das Baby ins Becken gerutscht? War sie ein sogenannter Sternengucker und hätte ich sie nicht trotzdem spontan oder mit Glocke gebären können? Der Muttermund war komplett geöffnet. Hätte man sie nicht unter der Geburt noch drehen können? Aufgefallen ist die Fehleinstellung erst nach 2 Stunden Presswehen, als sich dann nichts mehr tat. Hätte man das nicht im Ultraschall und bei den Untersuchungen während der Geburt merken müssen?
Die Kleine war schon so tief gerutscht, dass das Köpfchen bei der Sectio (unter Vollnarkose) per Hand wieder nach oben geholt werden musste, wobei mir die Gebärmutter riss. 8 Tage nach Entbindung bekam ich eine schwere Infektion mit über 40 Grad Fieber, musste nochmals operiert und ausgeschabt werden, wobei der Infektionsherd im Uterus entfernt wurde. Nach 10 Tagen Antibiotika per Infusion durfte ich nach Hause.
Ich war bei der Geburt meines ersten Kindes (schon) 39, möchte aber sehr gern noch ein weiteres Baby. Wie stehen meine Chancen für eine neue Schwangerschaft nach dieser Vorgeschichte? Wann sollte ich wieder meine Periode bekommen - bis jetzt tut sich nichts, obwohl ich wegen der Infektion schon nach 8 Tagen abstillen musste.
Und natürlich möchte ich auf keinen Fall wieder so einen Alptraum erleben, sondern normal entbinden. Was sollte ich tun, um zu den 30% zu gehören, die in deutschen Kliniken nach einem Kaiserschnitt vaginal entbinden können (die Zahlen hab ich aus einer Antwort hier auf der Seite)?
Ich brauche dringend einen Mutmacher und Antworten auf die Fragen, die mich immer noch so sehr beschäftigen.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Antwort vom 25.11.2008

Hallo, aus Ihren Angaben und im Nachhinein lässt sich leider nicht rekonstruieren was wirklich zur Fehleinstellung des Köpfchens führte. Meistens ist es so, dass die Kinder trotzdem noch normal kommen können. Von daher war es kein Fehler mit dem Kaiserschnitt zu warten. Es gibt nur wenige absolut Geburtsunmögliche Lagen. Eine Drehung ist so spät in der Geburt nicht mehr möglich. Manchmal funktioniert es mit einem Positionswechsel, manchmal leider auch nicht. Sie können sich von der Hebamme, die Sie im Wochenbett betreut hat noch mal erklären lassen aus welcher Lage das Kind genau geboren wurde. Meist ist das aus den Abkürzungen im Geburtsbericht erkennbar. Mit einer erneuten Schwangerschaft sollten Sie nach einem Kaiserschnitt mindestens ein Jahr warten. Bei den Komplikationen, die bei Ihnen aufgetreten sind, eher länger. Dass die Gebärmutter gerissen ist beim hochschieben des Köpfchens ist schwer vorstellbar, da zu dem Zeitpunkt der Schnitt eigentlich schon gemacht ist. Ist vielleicht etwas anderes gerissen? Der Muttermund? Die Scheide? Lassen Sie sich von den Ärzten noch mal genau erklären was passiert ist. Nach Kaiserschnitt kommt es häufiger vor, dass es schwierig ist wieder schwanger zu werden als nach einer normalen Geburt. Das muss auf Sie aber nicht zutreffen, da es in den allermeisten Fällen problemlos wieder zu einer Schwangerschaft kommt. Schwieriger wird es mit Ihrem Wunsch nach einer Spontangeburt. Ohne genau zu wissen, was gewesen ist, kann ich da keine Prognose stellen und auch keine Empfehlungen geben. Sollte es stimmen, dass Ihre Gebärmutter gerissen war und sollte dieser Riss groß gewesen sein und in dem Bereich die Infektion gewesen sein, so könnte es sein, dass Ihnen beim nächsten Kind (zu Recht) wieder ein Kaiserschnitt empfohlen wird ohne eine normale Geburt abzuwarten. Sollte es anders sein, so sind die Chancen auf eine normale Geburt am größten, desto weniger in den natürlichen Verlauf eingegriffen wird. Sie können sich eventuell eine Beleghebamme mitnehmen in die Klinik Ihrer Wahl und haben damit eine 1:1 Betreuung durch eine Hebamme, die Ihre Vorgeschichte und Wünsche kennt und Sie bereits in der Schwangerschaft betreut hat.
Ich drücke Ihnen die Daumen für eine gute Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse und alles gute für die weitere Familienplanung, Monika

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