Themenbereich: Beginn der Beikost

"Wie kann ich mit der Beikosteinführung weiter vorgehen?"

Anonym

Frage vom 13.09.2009

Hallo, ich habe ein kleines Problem mit meinem kleinen Racker (6 Monate). Vor 5 Wochen habe ich mit der Brei-Einführung begonnen. In der ersten Woche gab es Pastinake pur und das Essen klappte hervorragend. Da ich erst einmal bei Gemüse bleiben wollte, gab ich ihm in der zweiten Woche Karotte und das Drama begann...
Schon als er den Löffel gesehen hat, fing er an zu schreien. 4 Tage habe ich ihm Karotte immer wieder angeboten und er hat sich standhaft geweigert auch nur einen Löffel zu essen. In meiner Verzweiflung habe ich ihm einen Obstbrei angeboten, welchen er mit Genuß verschlang. Danach bot ich ihm wieder Pastinakenbrei mit Kartoffel an, doch nach einigen Löffeln schrie mein Sohn und fing das würgen an.
Ich dachte mir, vielleicht liegt es ja an den Fertiggerichten und so kochte ich Fenchel-Kartoffel, Pastinake-Kartoffel und Zucchini-Kartoffel selber. Die ersten 3 Löffel ißt er super, danach fängt er das Schreien und Würgen an. Meine Gruppenleiterin beim PEKIP hatte mir geraten, ich solle auf den Gemüsebrei erst einmal verzichten und ihm einen Getreide-Obstbrei anbieten (bisher aß mein Kleiner jeden Tag mit Begeisterung ein Obstgläschen, aber auch nur Birne/ Apfel). Gesagt getan, seit zwei Wochen gibt es einen Hirse-Obstbrei angemischt mit Pre-Milch und täglich ein Obstgläschen. Nun hat meine Ki-Ärztin mit mir geschimpft, weil ich meinen Kleinen nicht ernähre wie es im Allgemeinen empfohlen wird. Sie meinte, mein Sohn benötigt Eisen und dieses würde er nur durch Fleisch bekommen. Das habe ich mir sehr zu Herzen genommen und daher gibt es seit einer Woche mittags wieder Pastinake-Kartoffel-Rindfleisch. Am ersten Tag funktionierte das super, jetzt ist aber nach 5-6 Löffeln Schluß und die Mahlzeit endet mit Würgen/ Spucken und Geschrei. Heute habe ich Süßkartoffel mit Hähnchenfleisch gekocht, leider fand dies auch überhaupt nicht den Geschmack meines Sohnes. Offensichtlich scheine ich ihn schon so "versaut" zu haben, dass er auch auf den Obst-Getreidebrei keine Lust mehr hat und ich werfe so viel Essen wie noch nie weg. Er verweigert lieber das Essen und geht "hungrig" ins Bett. Er ißt sowieso nur 3 Mahlzeiten: Morgens seine Pre-Milch (180ml), mittags ein paar Löffel Brei und ein halbes Obstgläschen und abends ein paar Löffel Hirse-Obstbrei und wieder ein halbes Obst-Gläschen. Zum Glück hat er etwas zuzusetzen (70cm groß und 8.200g schwer), doch ich mache mir Sorgen, dass er die benötigten Nährstoffe nicht bekommt.
Was soll ich nur tun? Immer wenn ich ein paar Tage mit der Breinahrung aussetzte und dann wieder beginne, endet das in einem Desaster.

Wer kann mir einen Rat geben?
Viele Grüße
Madge

Antwort vom 14.09.2009

Hallo! Zunächst sollten Sie kein schlechtes Gewissen haben. Sie haben nichts "falsch" gemacht und ein Kind von 6 Monaten wird auch ohne Fleisch satt und gedeiht(es geht um das Eisen und davon ist sehr viel in Hirse).
Normalerweise sollte bis zum 6 Monat voll gestillt werden bzw. die Flasche gegeben werden. Danach sollte mit dem Mittagsbrei begonnen werden. Für jedes neue Nahrungsmittel sollte man eine Woche Gewöhnung rechnen und für das Einführen einer neuen Breimahlzeit sollte man dem Kind 3-4 Wochen Zeit geben.
Ich glaube Ihr Kind ist ein wenig überfordert und vielleicht ist sein Nahrungsbedarf(Breie haben mehr Kalorien) im Moment nicht so hoch(ist ja auch ein ganz kräfitges Bürschen). Ich würde ihm nicht ersatzweise Obstbrei anbieten, da er dann ganz schnell auf Süßes konditioniert ist. Sie können etwas Obstmus unter den Gemüsebrei geben(Öl nicht vergessen).
Babys sind keine Feinschmecker und brauchen nicht jeden Tag oder Woche ein neues Menue. Bleiben Sie zunächst bei einer Gemüse-und Fleischsorte und lassen Sie Ihren Sohn sich daran gewöhnen.
Versuchen Sie nicht verkrampft zu sein, aber konsequent, sonst spürt er daß Sie Streß haben und empfindet Essen auch als Streß. Denken Sie positiv, essen Sie selbst etwas beim Füttern und geben Sie Ihrem Sohn Zeit. Am vollen Tisch ist noch niemand verhungert. Alles Gute.
Cl.Osterhus

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