Themenbereich: Entwicklung des Ungeborenen

"Kann ich den natrülcihen Verlauf einer Fehlgeburt abwarten oder muss ich eine Ausschabung machen lassen?"

Anonym

Frage vom 19.03.2010

Liebe Hebamme,

ich habe hier zwar schon viel in Erfahrung bringen können, möchte aber dennoch gerne meine ganz persönliche Situation schildern.

Ich bin 41 Jahre, hatte meine erste Fehlgeburt im Sept. 07 sehr früh. Im Juli 09 die zweite in der 11.SSW (Herztöne waren bereits da, aber es war laut Ärztin ungünstig angelegt). Beide Abbrüche sind durch starke Blutungen erfolgt. Jetzt bin ich erneut schwanger und ab heute befinde ich mich in 8+0. Letzte Periode war am 22.01.10, regelmäßiger Zyklus von 28 Tagen. Erste Ultraschalluntersuchung erfolgte bei 5+5, es war eine Fruchthöhle laut Mutterpass Eintrag FS von 11,7 zu sehen. Zweite Untersuchung in 7+3, es war eine Fruchthöhle 18,5 +Dottersack zu sehen und der Eintrag SSL 4,5. Dritte Untersuchung in 7+6, Fruchthöhle 22,8x13,5 jedoch keine Anlage oder Herzschlag zu sehen. Ich bekam eine Einweisung zur Ausschabung ins Krankenhaus, die ich zunächst um ein paar Tage verschieben konnte. Meine hcg-Werte /Verlauf habe ich nicht erfahren und habe ich wegen der traurigen Nachricht vergessen anzusprechen. Eine Urinprobe habe ich jedes Mal abgegeben. Am Montag 22.03. muss ich wieder hin und länger sollte ich mit einer Ausschabung nicht warten.

Nun zu meinen Fragen, wie lange kann ich einen natürlichen Abgang abwarten (ich habe übrigens Resusfaktor negativ und muss nach der Blutung eine Spritze bekommen, welche ich auch beim meinem letzten Abort erhalten hatte).Ich habe bis jetzt keine Schmerzen oder Beschwerden. Ich möchte mich ungern einer Ausschabung unterziehen. Dann habe ich von einer Spritze gehört die die Blutungen künstlich herbeiführen kann Was ist am ehesten zu empfehlen, wenn es nicht zu einer natürlichen Blutung kommt?

Ebenso stellt sich die Frage, warum es immer zu einer Fehlgeburt kommt. Im Internet war oft die Rede von einer Gelbkörperschwäche. Das hatte meine Ärztin nie angesprochen bzw. geprüft. Jetzt wo ich sie darauf angesprochen habe, würde ich es, sollte ich nochmals schwanger werden, von Anfang an bekommen. Auf meine Frage sagte sie nur, dass es bereits am Alter liegen könnte oder an den Genen und wir einen Test machen sollten. Was sagen Ihre Erfahrungen bzw. was sollte/kann man prüfen, bevor wir das Thema Kind ganz aufgeben müssen. Viel Zeit bleibt uns ja leider schon vom Alter her nicht mehr. Meine Ärztin empfinde ich sehr sparsam mit Aussagen und Informationen. Bei der ersten Fehlgeburt 07 war ich übrigens nicht von meinem jetzigen Partner schwanger, weshalb ich die Ursache eher bei mir sehe.

Danke und liebe Grüße


Antwort vom 20.03.2010

Hallo,
Sie können erst mal abwarten, das würde ich auch empfehlen, weil in dieser Woche oft noch keine Herztöne zu sehen sind und es manchmal einfach noch ein bisschen dauert, bis diese sichtbar sind. Auch das HCG würde ich kontrollieren lassen. Damit dieser Wert aussagekräftig wird, braucht es allerdings Vergleichswerte, Ihre Ärztin müsste also mehrmals das HCG bestimmen um zu sehen ob der Wert abnimmt, das wäre ein sicheres Indiz für eine nicht intakte Schwangerschaft. Es gibt Tabletten, die eine Blutung herbeiführen können, aber die werden meines Erachtens nach nur bis zur 7. Woche gegeben. Im Grunde spricht nichts dagegen erstmal zu warten zum einem um auch nochmal nach zu sehen ob nicht doch noch Herztöne sichtbar werden, was ich für nicht unwahrscheinlich erachte zum anderen würde man bei einem späteren US ( eine Woche nach dem letzten) auch sehen, ob das Kind im Wachstum stagniert oder weitergewachsen ist. Im Falle einer einsetzenden Blutung sollten Sie auf alle Fälle zum Arzt wegen dem Rhesusfaktor und der Spritze die Sie dann brauchen. Im Falle einer sehr starken Blutung ist es auch erforderlich sich zu zeigen, vorallem wenn die Blutung dauerhaft stark ist. Ich würde eine Ausschabung nur dann machen, wenn Sie sich auch dazu bereit fühlen, drängen lassen sollten Sie sich nicht. Es gibt keinen Grund das zu forcieren und man kann immer erstmal den natürlichen Verlauf abwarten. Eine Ausschabung kann man immer noch machen. Ärzte sehen das oft anderst und so ist dann auch Ihre Beratung, aber Sie entscheiden. Es kann auch passieren, dass Sie nach einer von selbst einsetzenden Blutung noch eine Ausschabung brauchen, weil der Körper es nicht schafft alles abbluten zu lassen, aber dann hat es zumindest von alleine begonnen und Sie mussten es nicht herbeiführen, das macht für den weiteren Umgang mit der Fehlgeburt oft einen Unterschied für die Frauen.
Sollte die Schwangerschaft tatsächlich nicht in Ordnung sein würde ich in Erwägung ziehen in einer Kinderwunschambulanz vorzusprechen. Dort würde man Untersuchungen machen, die zum einen herausfinden sollen warum Sie bereits drei Kinder verloren haben. Das kann viele Ursachen haben, auch die des Alters und des Gelbkörpers aber dann wüsste man das und Sie würden nicht noch mehr Zeit verlieren, weil die drängt ja schon ein bisschen. Da Sie mit Ihrer Ärztin zur Zeit sowieso nicht so zufrieden sind wäre ein Arztwechsel ja auch etwas was überlegt werden muss. Denn Sie sollten sich sicher und gut beraten fühlen. LG Judith

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