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"Schreien nach schwerer Geburt"

Anonym

Frage vom 08.06.2010

Hallo liebes Hebammenteam,
ich bin schon total verzweifelt, weil ich nicht weiß wie ich meiner Tochter helfen kann.
Kurz eine Schilderung zu meiner Geburt und die Wochen danach (Vielleicht ist das für die Beantwortung wichtig)
Ich habe am 11.05. entbunden. Hatte eine Wehenschwäche aufgrund meiner Erschöpfung und bei den Presswehen mußten die Ärztin mit der Hand nachschieben (ansonsten hätte sie die Saugglocke benutzt). Das zog einen Dammriss und Scheidenrisse nach sich, die 1 1/2 Stunden genäht werden mußten, wobei ich eine Menge Blut verloren haben. Konnte danach auch 2 Wochen nicht richtig laufen, gehen, stehen.
In den drei Tagen im KH hatte ich Stillprobleme, weil keiner so wirklich Zeit hatte, mir das zu erklären und man ist nicht richtig auf mich eingegangen ist.
Mia (meine Tochter) hat jede Nacht von 20Uhr bis morgens 4Uhr geschriehen und war nur sehr schwer zu beruhigen. Die Schwestern meinten, sie wird nicht richtig satt und ich sollte ihr Glucose geben.
Als ich dann zu Hause war, wurde das Schreien ein wenig besser und dann habe ich über 40°C Fieber bekommen (genaue Ursache konnte nicht gefunden werden evt. Michstau und die Nähte haben sich entzündet) und ich musste 2 Tg. nach meiner Entlassung wieder für 5 Tage in KH. Dort hat sie dann wieder die Nächte durchgeschriehen und war nur schwer zu beruhigen. Am Tag war sie ein Engel.
Als ich dann wieder zu Hause war ging das die erste Woche so weiter und die lezten beiden Wochen schläft sie jetzt zwar Nachts wie ein Engel aber dafür ist sie am Tag von 5 Uhr - 18Uhr Abend fast nur Wach und am Schreien und läßt sich nur im Tragesack beruhigen. Wenn ich sie auf dem Arm halte und wiege, dann sucht sie meistens die Brust, damit die zur Beruhigung daran saugen kann.
Satt wird sie meiner Meinung nach und hat auch schön an Gewicht zugenommen. Geburtsgewicht 3250g und nun wiegt sie 3910g (4.W.) Melden tut sie sich zum Stillen alle 4 Stunden.
Außerdem hat sie Blähungen, die aber i.d.R. nur Morgens schmerzhaft zu sein scheinen, weil sie sich im Laufe des Tages deshalb nicht viel krümmt und schreit. Nachts hat sie mit Blähungen gar keine Schwierigkeiten. Massiere auch regelmäßig und Zäpfen von Wala bekommt sie auch, aber die scheinen nicht viel zu helfen.
Meine Frage: Warum schreit sie soviel am Tag. Mir macht es richtig zu schaffen, weil ich ihr nicht helfen kann und auch selbst mit den Nerven mitlerweile am Ende bin. Und da ich sie am Besten im TragesacK (Glückkäfer) beruhigen kann, möchte ich gerne noch wissen, wie lange sie am Tag darin schlummer kann, ohne da es Folgen auf die Entwicklung hat.
Ich hoffe, Sie können mir weiter helfen und bedanke mich jetzt schon ganz herzlich für die Beantwortung. LG

Antwort vom 10.06.2010

Hallo!
Es tut mir sehr leid, dass Sie miteinander eine schwere Geburt und einen sehr anstrengenden, schmerzhaften Anfang hatten. Und toll, dass Sie es geschafft haben, dass sich das Stillen gut eingependet hat. Ich könnte mir vorstellen, dass Ihr Kind noch ein bis zwei Stillmahlzeiten mehr nehmen könnte und würde. Ihr grosses Saugbedürfnis spricht dafür und Stillen bedeutet sicher oft auch Trost, so, wie Sie es ja auch beschreiben. Und als Säugling an der Brust den Kummer „zu stillen“ ist ganz normal. Ich vermute, Ihr Kind war direkt nach der Geburt und auch die mühevollen ersten Tage, insbesondere im Krankenhaus, öfters von Ihnen getrennt. Darum ist sehr wohl zu vermuten, dass, so wie vermutlich Sie, auch Ihr Kind unter diesen Bedingungen gelitten hat und sich das auch im Schreien äussern kann. Mit dem Tragen machen Sie genau das Richtige, um Ihrem Kind ganz viel Nähe und Körperkontakt zu ermöglichen. So lange Ihr Kind gut am Rücken gestützt wird im Tragesack und nicht in sich zusammen sinkt (der Glückskäfer-Tragesack gibt nicht immer einen festen Rückenhalt, insbesondere bei einem Gewicht von unter 4kg), ist alles in Ordnung. Ich bin mir aber auch sicher, dass Sie dringend Entlastung brauchen, um auch körperliche Schonung und Gesundung erfahren zu können. Als Mutter muss man eine schwere Geburt auch erstmal „verdauen“, aber oft lassen einem die aufreibenden ersten Wochen kaum Zeit dazu. Deshalb lohnt es sich, ganz viel Hilfe zu holen bzw. anzunehmen. Wahrscheinlich nützt es Ihnen, ein bewusste Gespräche (mit einer vertrauten, wohlwollenden Person/ Fachperson) über die Geburt und die Zeit danach zu führen. Vielleicht haben Sie immer noch einige Besuche Ihrer Nachsorgehebamme zugut. Oft hilft es, jemand Dritten die belastenden Situationen beobachten zu lassen, um noch einige Tipps und Tricks geben zu können. Vielleicht wird dann klarer, warum Ihre Tochter gerade eher tagsüber viel weint. Alles Gute auf Ihrem weiteren Weg, Inken Hesse, Hebamme

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