Themenbereich: Stillen

"Nächtliches Stillen"

Anonym

Frage vom 01.01.2013

Sehr geehrtes Hebammenteam!
Bei mir bleibt seit fast 2 Wochen beim Stillen fast immer der Milcheinschuss aus. Was kann ich meiner Tocher alternativ geben?
Meine Tochter ist 11 Monate alt (74cm, 8,5kg) und ich stille sie nur noch nachts zwischen 3-5 Mal (nach Bedarf/je nach Essensmenge tagsüber). Vor 2 Wochen habe ich nun meine Tage wieder bekommen und seitdem habe ich fast ausschließlich nur noch beim ersten Stillen einen Milcheinschuss. Leider isst sie nicht so gut bzw. zuverlässig und mit dem Trinken klappt es auch noch nicht, sodass ich mir nun Gedanken mache, wie/ob sie auf ihren Tagsbedarf an Milch kommt (die Flasche wird abgelehnt).

Sie isst:
morgens ca. 50-100g Milchbrei (mehr will sie nicht, habe ich jetzt eingeführt; dazu Brot zum Probieren)
vormittags 60g Hirsebrei + 100g Obst
mittags zwischen 170-250g Gemüsebrei, alle 2 Tage mit Fleisch (Menge ist abhängig vom Müdigkeitszustand)
nachmittags zwischen 150-200g GOB
abends zwischen 100-180g Milchbrei (ebenfalls abhängig vom Müdigkeitszustand)

Zudem bieten wir schon länger Gemüse, Obst, Brot und Käse als Fingerfood an, aber die Mengen sind noch sehr gering. Als Getränk bekommt sie Wasser oder Schorle aus einem Becher/einer Schnabeltasse. Die Menge ist aber auch da gering. Wenn sie keine 'Lust' hat, haut sie einem den Becher um die Ohren.

Unser Eindruck ist eigentlich seit der Beikosteinführung, dass sie lieber bei uns mitessen möchte, als den Brei zu essen. Aber sie wird vom Fingerfood noch nicht satt. Wie kann ich nun also sicher gehen, dass sie auch genug bekommt? Und wie sieht es mit der Milchmenge aus? Der KA sagte, dass Kinder ab 12 Monaten 500ml Milch pro Tag trinken sollen. Ich frage mich, wie ich das in sie reinbekommen soll, da wir ja mit den 200ml in Breiform schon Probleme haben! Milch als Getränk (Kuhmilch mit Wasser oder Pre) nimmt sie nicht, schüttelt sich. Käse mag sie, Joghurt und Hüttenkäse nicht.
Der KA sagte, dass der Hunger es schon irgendwann in sie reintreiben würde, aber diese Aussage finde ich nicht sehr hilfreich. Noch hat sie die Erwartungshaltung, dass es bei Mama doch etwas geben muss und sie versucht es nachts auch verzweifelt bei mir. Momentan sogar mehr, weil Zahn 7+8 kommen und sie mehr Durst hat (wenn wir ihr nachts etwas anderes als 'Brust' anbieten, fängt sie an zu brüllen und lässt sich auch nicht beruhigen...). Wenn sie erkältet ist (seit Oktober ständig), will sie auch immer mehr an die Brust und isst weniger.

Haben Sie einen Tipp für uns?

Mit freundlichen Grüßen und danke für Ihre Antwort

Antwort vom 03.01.2013

Hallo!
Wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Tochter würde lieber am Familientisch mitessen, spricht nichts dagegen, wenn Sie das zulassen. Voraussetzung ist massgeblich das Kauvermögen Ihres Kindes, eine etwas salzärmere, ausgewogene Kost und etwas weichere Speisen. Wenn Ihre Tochter ansonsten Eiweisse in Form von Fleisch, Getreide und Käse zu sich nimmt, würde ich Ihnen zur Gelassenheit raten. Zu den nächtlichen Stillmahlzeiten: meinen Sie mit ausbleibendem Milcheinschuss, dass die Milch nicht ins Fliessen kommt oder das sie gar nicht gebildet wird? Manche Frauen berichten von dem Gefühl von weniger Milch mit Einsetzen der Periode, was sich allerdings fast immer wieder gibt. Manche profitieren davon, dass sie abends wärmende (z.B. mit Fenchel-Kümmel) Tees trinken. Das unterstützt u.a. den Milchfluss und könnte Ihnen somit in der Nacht helfen. Das nächtliche Trinken in der Nacht hat zweierlei Aspekte: z.B. hat ein erkältetes Kind immer auch trockenere Schleimhäute, eine verstopfte Nase und mehr Durst. Feuchte Tücher bzw. Wasserschalen und aufgeschnittene Zwiebeln in Kinderbettnähe unterstützen gegen die Erkältung. Gleichzeitig ist das Stillen in der Nacht das Suchen von Nähe und Geborgenheit und zu einem Teil eine liebgewonnene Gewohnheit für das Wohlbefinden. Manche Kinder brauchen lange, ehe sie etwas anderes akzeptieren. Alles Gute im Neuen Jahr, Inken Hesse, Hebamme

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