Themenbereich: Wochenbettdepression

"Depression nach Kaiserschnitt"

Anonym

Frage vom 14.11.2000

Wochenbettdepression: Ich hatte Ihnen schon einmal geschrieben, dass ich einen Kaiserschnitt hatte und damit nicht zurecht komme. Sie haben mir schatten-und-licht empfohlen. Leider gibt es diese nicht in Flensburg.
Mir geht es nun von Tag zu Tag schlechter. Ich könnte nur noch weinen und esse kaum noch.
Ich kann michgar nicht richtig auf mein Kind einlassen. Mein Mann vesucht mir zu helfen wo es nur geht, aber leider muss er ja arbeiten.
Der Kleine ist jetzt 2 Wochen alt. Wo könnte ich mir professionelle Hilfe in Flensburg holen?
Oder was könnte mir überhaupt weiter helfen?
Ich empfinde auch noch keine überschwengliche Liebe für mein Kind. Ist das normal?
Bitte antwortet schnell!!!!
Danke schonmal im vorraus !

Anonym

Antwort vom 20.11.2000

Zum Abstillen, sollten Sie sich dazu fest entschlossen haben, nehmen Sie die homöopathische Arznei Phytolacca D1 Potenz und zwar stündlich- damit wird die Milch nicht mehr einschießen können. Bei weicher Brust vergrößern Sie die Zeitspanne so lange, bis Sie nach drei oder vier Tagen nur noch dreimal fünf Globuli lutschen. Nach einer Woche können Sie die Einnahme absetzen. Legen Sie sich so oft wie möglich einen kalten Wickel auf die Brust, trinken Sie ein Minimum, am besten schluckweise Salbeiblättertee. So, wie ich die Situation einschätze, brauchen Sie dringend Hilfe. Eine Wochenbettdepression tritt relativ häufig auf und hängt v.a. mit der Hormonumstellung nach der Geburt zusammen. Meistens verschwindet dies nach ein paar Tagen wieder, manche Frauen berichten jedoch, daß dieses Gefühl immer wiederkehrt bis zu sechs Wochen nach der Geburt. Eine Depression kann auch in Zusammenhang mit der Hormonumstellung durch das Stillen ausgelöst werden. Es gibt jedoch noch eine Reihe anderer Faktoren, die nicht hormonell bedingt sind, welche eine solche Depression auslösen können. Es gilt für Sie, in Gesprächen und auch in Laborwerten herauszufinden, was hier der Auslöser sein könnte. Es ist ganz wichtig, daß Sie jetzt zu Hause Unterstützung finden, durch Ihren Mann z.B., der Ihnen auch Arbeit abnehmen kann. Sie brauchen professionelle Hilfe, wenn Sie bei sich folgende Symptome erkennen: Depression länger als eine Woche anhaltend, Schlaflosigkeit(auch wenn das Baby schläft), Appetitlosigkeit, Hilfosigkeit, mangelndes Interesse an sich selber oder an die Familie, Hoffnungslosigkeit, Unkontrolliertheit, andere Ängste oder destruktive Gedanken...Sie können sich wenden an: Ihren zuständigen Frauenarzt, Hausarzt, Hebamme, Psychologen, Selbsthilfegruppe. Sie sollten immer auf alle Fälle auch eine medizinische Abklärung haben, damit ggf. der Hormonhaushalt wieder in Ordnung gebracht wird. Es gibt in Flensburg ein Geburtshaus: Friesische Str. 150, Tel. 0461-1508050. Dorthin können Sie sich zur Nachbetreuung wenden und evtl. auch weitere Anlaufstellen in Flensburg direkt bekommen. Sie haben Anspruche darauf, daß eine Hebamme zu Ihnen ins Haus kommt. Mit dieser können Sie alles Weitere besprechen, als auch Hilfestellung bzgl. des Abstillens bekommen. Es gibt in Bredstedt und in Weddingstedt eine Hebammenpraxis: Tel: 04671-931015 bzw. 0481-81712, folgende Hebammen sind im Telefonbuch freiberuflich eingetragen: Tel: 04651-5927, Tel:04623-180056, Tel: 0481-7890679. Die Ansprechpartnerin von Schatten und Licht ist eine Frau Dietrich, die morgen abend, also Sonntag abend, wieder zu erreichen ist unter Tel: 06344-939173. Diese kann Ihnen evtl. mit Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe helfen. Ich würde Ihnen auf alle Fälle raten, diese Frau anzurufen!! Besorgen Sie sich auch Hilfe im täglichen Haushalt. Vielleicht kann Ihr Mann Urlaub nehmen oder Sie erkundigen sich um eine Haushaltshilfe oder auch bei Verwandten, Bekannten...Sollten Sie jemals Gedanken haben, Ihrem Kind etwas antun zu wollen, so rufen Sie sofort die 110 an, falls Sie alleine sind. Ich möchte Ihnen außerdem anbieten, mich persönlich unter: 04635-293818 anzurufen, falls Sie noch ein Bedürfnis haben.
Mit freundlichen Grüßen

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