Themenbereich: Abstillen

"Entwöhnung nach 6 Monaten"

Anonym

Frage vom 24.02.2004

Unsere Tochter ist 6 Monate und ich stille noch voll. Langsam möchten wir mit dem Zufüttern beginnen, da sie Zähnchen bekommt. Doch jetzt stellen sich mir viele Fragen. Nach wie vielen Tagen führe ich die zweite feste Nahrung ein? Und zu welcher Tageszeit? Danach immer Brust geben? Möchte in den nächsten drei Monaten abstillen. Wie mache ich das am Besten? Vielen Dank im voraus.
Liebe Grüße

Anonym

Antwort vom 24.02.2004

Wenn Sie langsam und schrittweise die Beikost aufbauen, wird sich nach und nach die Milchmenge in ihrer Brust vermindern und das Abstillen geschieht ganz harmonisch. Grundsätzlich sollte Monat für Monat eine Stillmahlzeit durch eine Beikostmahlzeit ersetzt werden und Woche für Woche ein neues Lebensmittel hinzukommen. So können Sie beobachten, wie Ihre Tochter auf die neue Nahrung reagiert und wie sie diese verträgt. Beginnen Sie mit einem Gemüsebrei am Mittag, den Sie aus Pastinaken, Kürbis oder Karotten selbst herstellen oder als Einzelgemüse im Gläschen kaufen (Bioladen/Reformhaus). Zunächst füttern Sie nur einige Teelöffel und steigern von Tag zu Tag die Breimenge, bis die Mahlzeit schließlich komplett ersetzt ist. In der zweiten Zufütterwoche fügen Sie dem Gemüse eine Kartoffel hinzu. In der dritten Woche können Sie ein weiteres neues Gemüse ausprobieren u.s.w. Anfangs müssen Sie nach der Breimahlzeit noch stillen. Das Tempo, in dem Sie die Breimenge steigern können, ist von Ihrer Tochter abhängig. Vielleicht isst sie begeistert vom Löffel oder sie braucht etwas Zeit, um sich an die Umstellung zu gewöhnen. Lassen Sie ihr so viel Zeit, wie sie benötigt. Im 7. Lebensmonat (etwa vier Wochen nach dem Beginn der Beikosteinführung) beginnen Sie dann mit dem Milch-Getreide-Obstbrei am Abend. Am besten ist es, wenn Sie den Brei selbst herstellen, da die Fertigprodukte meist viel zu süß sind und zahlreiche verschiedene Zutaten enthalten. Hierzu kaufen Sie Hirse- oder Reisflocken zum Einstreuen in heiße Flüssigkeit (Reformhaus, Bioladen, gut sortierter Drogeriemarkt). Sie können den Brei mit 3,5% Vollmilch herstellen, die Flocken in die heiße Milch einstreuen und gedünstetes Obst (Apfel, Birne) oder etwas Banane untermischen – fertig ist der Brei. Wenn Sie Fertigprodukte kaufen, sollten Sie immer auf die Zutatenliste achten und nicht auf die Altersangabe auf der Packung oder dem Gläschen. Je weniger Zutaten, desto wertvoller das Produkt. Emulgatoren, künstliche Vitaminzusätze, gefriergetrocknetes Obstpulver, Schokolade, Kakao, Aromastoffe und Zuckerstoffe (Glucosesirup, Maltodextrin, Honig, Milchzucker, Laktose, Fruchtzucker, Fructose, Ahornsirup) gehören nicht in einen gesunden Kinderbrei. Einige dieser Stoffe sind aber leider in den meisten Fertigmischungen zu finden. Süße Kost tut Babys nicht gut , schädigt auf Dauer ihre Zähne und gewöhnt sie an den süßen Geschmack. Üben Sie mit Ihrer Tochter auch das Trinken aus dem offenen Becher oder einer Trinktasse. Die Flasche können Sie ganz umgehen. Geeignete Getränke sind Wasser und ungesüßte Früchte- und Kräutertees ohne Aromastoffe. In der Broschüre „Gesunde Ernährung von Anfang an “ (Verbraucherzentrale Hamburg, Tel. 040/24832-20, E-Mail: info@vzhh.de ) finden Sie wertvolle Informationen und Hintergründe zur schonenden Einführung der Beikost.

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