Themenbereich: Vorsorgeuntersuchungen

"Nur noch ein Zwilling?"

Anonym

Frage vom 14.07.2005

Hallo liebes Hebammenteam,
habe schon öfter auf dieser Seite vorbeigeschaut und auch einige Fragen bzw. die Antworten dazu gelesen. Ich finde es super und auch sehr hilfreich, daß es eine Hebammensprechstunde übers Internet gibt.
Nun zu meinen Fragen, letzte Woche wurde mir von einer Vertretung meiner Frauenärztin meine 2te Schwangerschaft (ín der 7 Woche) bestätigt und diese gleich doppelt, nun eine Woche später konnte meine Frauenärztin nur ein Kind finden, sie meinte sie könne die Diagnose ihrer Kollegin bestätigen, aber sieht jetzt nur noch ein Kind. Wie kann sie das was ihre Kollegin gesagt hat bestätigen, wenn sie jetzt nur noch ein Kind sieht. Ich war so vor den Kopf gestoßen, dass ich sie garnichts mehr fragen konnte und jetzt schwirren alle diese Fragen in meinem Kopf herum. Kommt sowas häufig vor, dass ein Kind vom anderen abgedrängt wird? Ich muss jetzt in 2 Wochen wieder hin, warum schon in 2 Wochen, kann es sein das dieses "verbleibende" Kind jetzt auch gefährdet ist? Oder kann es sein das doch 2 da sind und sie eben nur dieses eine gesehen hat? Ist es überhaupt gut für das kind, wenn so oft eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen wird? Was passiert denn jetzt mit dem 2ten toten Kind, also mit der Fruchthöhle ect.? Sorry, dass ich gleich so viele Fragen habe, aber ich bin etwas durch den Wind. Im voraus schonmal besten Dank,liebe Grüsse peli

Antwort vom 15.07.2005

Hallo, möglich wär, dass sich eine der beiden Ärztinnen girrt hat (z.B. könnte die erste Ärztin das selbe Kind aus unterschiedlichen Sichtwinkeln für zwei Kinder gehalten haben). Unabhängig davon ist es sehr häufig, dass sich bei einer ursprünglich angelegten Zwillingsschwangerschaft in der Frühschwangerschaft nur ein Kind entwickelt. Für das verbleibende Kind verbessert dadurch die Entwicklungschance. Fruchthöhle und Embryo können vollständig resorbiert werden oder werden durch das Wachstum des überlebenden Kindes ganz an den Rand gedrängt. Manchmal (ganz selten) wird das abgestorbene Kind vom Körper abgekapselt und dann bei der Geburt der Nachgeburt mit ausgeschieden. Die häufigen Ultraschall-Untersuchungen ändern am Ergebnis überhaupt nichts und der Grund dafür liegt wahrscheinlich weniger an irgendwetwas speziellem bei Ihnen, sondern in der Abrechenbarkeit begründet und in dem Bestreben alles ganz genau zu protokollieren auch wennes gar keine Konsequenz hat. Am Anfang der Schwangerschaft erfolgen die Untersuchungen noch nicht nach den Mutterschaftsrichtlinien (wo es nur Pauschalen gibt) sondern jede Untersuchung kann einzeln abgerechnet werden (deshalb muss auch die Praxisgebühr bezahlt werden, obwohl Mutterschaftsvorsorge befreit ist)und um so unklarer der Befund ist, desto häufiger wird geschallt (auch wenns dadurch nicht klarer wird). Das ist eine bedauerliche Entwicklung, weil die Frauen durch die vielen Untersuchungen eher verunsichert werden und auch eine gewisse Anhängigkeit von der Bestätigung durch Bilder entsteht, die die Kontaktaufnahme zum Kind behindert. Wenn Sie mal in unserem Archiv unter "Vorsorgeuntersuchung" nachsehen, werden Sie feststellen, dass Sie mit Ihrer Erfahrung nicht alleine sind. Der Ultraschall gilt als ungefährlich, allerdings kann eine gewisse Erwärmung des Gewebes nachgewiesen werden und ich glaube nicht, dass die Studien mit der derzeit üblichen häufigen Frequenz durchgeführt wurden. Ich finde nach der einmaligen Bestätigung der Schwangerschaft in der Gebärmutter sind alle weiteren Untersuchungen bis zum ersten US nach Mutterschaftsrichtlinien völlig überflüssig und ich halte sie auch für schädlich in Bezug auf das Seelenleben der Frauen. Wenn Sie das auch so empfinden, lassen Sie einfach nur die Untersuchungen nach Mutterschaftsrichtlinien durchführen oder gehen Sie zur Vorsorge zu einer Hebamme.
Herzlichen Gruß und alles Gute, Monika

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