Themenbereich: Schwangerschaft allgemein

"immer Streit mit dem Partner - liegt es an den Hormonen?"


Anonym

Frage vom 16.08.2006

Hallo! Ich bin in der 31. SSW. Das Baby war nicht geplant (mein Partner lebt gerade in Scheidung und hat bereits zwei Kinder aus dieser Ehe), aber wir haben uns trotzdem für das Baby entschieden. Für mich ist es das erste Kind.

Nun meine Frage: Ich liebe meinen Freund sehr und bin auch überzeugt davon, dass ich mit ihm und unserem Baby meine Zukunft verbringen möchte. Seit mehreren Wochen aber streiten wir fast täglich. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, manchmal aber auch, zumindest für mich, ernste Themen (z.B. das Verhalten seiner Noch-Ehefrau ihm gegenüber oder der momentane Hausbaustress, dem wir ausgesetzt sind).

Nach einem Streit reden wir manchmal tagelang nicht vernünftig miteinander. Im nachhin muß ich mir aber auch oft eingestehen, dass mein Verhalten dazu geführt hat. Ich nehme alles sehr wörtlich, bin skeptisch und mißtrauisch bei jedem gesprochenen Wort von ihm und fühle mich immer gleich angegriffen.

Durch diese angespannte Situation ist auch die körperliche Nähe sehr zurückgegangen. Mein Partner meint, ich würde so abweisend und kühl wirken, dass er mich lieber in Ruhe läßt. Manchmal fühle ich mich wirklich nur durch seine Anwesendheit genervt - möchte aber doch trotzdem geliebt und umarmt werden.

Liegt mein Verhalten an meinen Hormonen? Ich mache mir so Sorgen, dem Kind mit diesem Dauerstress zu schaden. Außerdem habe ich auch so Angst, meinen Partner durch mein Verhalten und Liebesentzug zu verlieren. Lang kann man(n) das doch nicht ertragen. Ich kann mich ja so selbst kaum ertragen und leiden.

Wie kann ich am besten mit der Situation umgehen? Wird sich das nach der Geburt beruhigen? Ich mache mir wirklich Gedanken um meine Zukunft.

Anonym

Antwort vom 16.08.2006

Hallo, die Schwangerschaft ist ein sehr einschneidender Übergang zu einem neuen Lebensabschnitt. Übergangsphasen sind eigentlich immer geprägt durch Hochs und Tiefs, durch Wechselbäder der Gefühle, durch Angst und Respekt vor dem noch unbekannten Neuen, Angst das Vertraute hinter sich zu lassen und auch Neugier auf das Neue, Vorfreude. Wenn die negativen Gefühle zeitenweise überwiegen, kann einen das aus der Bahn werfen, kann Hilfe von außen unterstützen. In einer Beziehung halte ich es für sehr wichtig, im Gespräch zu bleiben! Beschreiben Sie Ihrem Partner, wie es Ihnen geht. Dass Sie zum einen umarmt und geliebt werden wollen, auf der anderen Seite jede Nähe zu nah sein kann. Wenn es Ihnen heute so geht, heißt das noch nicht, dass es den Rest der Schwangerschaft so bleiben wird. Vielleicht hilft Ihnen zusammen ein offenes Gespräch mit einem befreundeten Päarchen, vielleicht möchten Sie sich auch mal bei "Pro Familia" oder "Donum Vitae" allein oder zu zweit auf ein Gespräch verabreden, um wieder eine Zukunftsperspektive zu haben. Gehen Sie Ihre Sorgen an, das befreit! Alles Gute,Barbara

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